Tina Rupprecht
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"Tiny Tina" Rupprecht und die finanzielle Herausforderung Boxen

Die Augsburger Box-Weltmeisterin Tina Rupprecht steht kurz vor dem bisher wichtigsten Kampf ihrer Karriere in den USA. Der Weg dorthin war für die 30-Jährige vor allem auch eine finanzielle Herausforderung.

Über dieses Thema berichtet: Blickpunkt Sport am .

In der Nacht vom 25. auf den 26. März (ab 4 Uhr im Livestream bei BR24Sport, der Stream steht ab Sonntagmorgen auch On Demand/Re-Live zum Abruf) steht Tina Rupprechts bisher größter Kampf an: In Fresno in den USA trifft die Box-Weltmeisterin auf die US-Amerikanerin Seniesa Estrada. Estrada ist Weltmeisterin der World Boxing Association (WBA). Rupprecht ist Weltmeisterin im Minimum-Gewicht des World Boxing Council (WBC). Die Siegerin vereinigt dann die WM-Titel von zwei der vier größten Boxverbände der Welt auf sich.

Für die Augsburgerin Tina Rupprecht ein absolutes Karrierehighlight: "Ich glaube, jeder Boxer träumt davon, mal in den USA zu boxen, weil einfach dort das Boxen sehr, sehr groß ist und das eine ganz andere Plattform ist", sagte sie in Blickpunkt Sport im BR Fernsehen vor dem Abflug in die USA.

Deutschem Boxsport fehlt das Geld

Eine Plattform, die in Deutschland fehlt: "Es ist als Frau nicht immer ganz so einfach - überhaupt der Boxsport in Deutschland ist nicht ganz so einfach, weil es oft an Geldern auch fehlt. Die letzten Kämpfe musste ich selbst finanzieren und dann braucht man eine Plattform, dann braucht man Sponsoren. Das ist ein ziemlicher Act", erklärt Rupprecht im BR.

30.000 Euro für einen Kampf

Ein Act vor allem deswegen, weil sie dann die Gegnerinnen nach Deutschland holen muss. Das bedeutet, sie muss Flüge und Unterkunft ihrer Rivalin bezahlen und auch für deren Kampfgage aufkommen. Kosten entstehen zusätzlich für den Weltverband, der eine Sanktionsgebühr erhält, und für die Offiziellen. Insgesamt kommen dabei Summen von rund 30.000 Euro zusammen, die Rupprecht bezahlen muss.

In den USA wird das nun anders, "Tiny Tina" (ihr Kampfname) wird bezahlt: "Die genaue Summe darf ich leider nicht verraten, aber es ist tatsächlich so, dass es für mich endlich mal eine Gage gibt", erzählt sie.

Aufschwung für das Frauen-Boxen

Der Vereinigungskampf in den USA wird ein großes mediales Event, der US-amerikanische Sportsender ESPN überträgt das Duell live und auch bei BR24Sport können sie den Kampf ab 4 Uhr im Livestream verfolgen. Nicht nur "Tiny Tina", sondern auch das Frauenboxen generell erhalten immer mehr Aufmerksamkeit. "Man merkt auch an den Gagen, dass es immer mehr Aufmerksamkeit bekommt, immer mehr Wertschätzung", erzählt die Box-Weltmeisterin.

Vergangenes Jahr ist im New Yorker Madison Square Garden Historisches passiert: Erstmals haben zwei Frauen in einem Hauptkampf gegeneinander gekämpft. Allein in der Arena haben 19.187 Zuschauer das Duell live verfolgt. "Und da gab es, das war auch öffentlich, eine Gage von einer Million. Das gab es noch nie. Das ist natürlich für das Frauenboxen mega", ergänzt Rupprecht.

Entscheidet Tina Rupprecht den Vereinigungskampf gegen Seniesa Estrada für sich, könnte das auch dem Frauen-Boxen in Deutschland wieder neuen Aufwind geben.

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