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© BR/Matin Raspe

Tim Lobinger

Lobinger war im Jahr 2003 Hallen-Weltmeister im Stabhochsprung. Im Freien gewann er bei den Europameisterschaften 2002 in München Bronze und bei den Europameisterschaften 2006 in Göteborg Silber. 1997 war er als erster Deutscher über sechs Meter hoch gesprungen. Nach seiner aktiven Karriere als Leichtathlet hatte sich Lobinger dem Fußball zugewandt. Mehrere Jahre war er bei RB Leipzig als Athletik-Trainer aktiv. Im März 2017 änderte sich dann auf einmal alles, als die Ärzte ihm die Diagnose Leukämie offenbarten.

Diagnose Leukämie und der Kampf dagegen

Seitdem musste der heute 46-Jährige fünf Chemotherapien, eine Stammzellentransplantation und Bestrahlungen über sich ergehen lassen. Als die Krankheit eigentlich fast schon besiegt schien, entdeckten die Mediziner im Januar 2018 neue Krebszellen. Lobinger kämpfte und zeigte sich auch in TV-Shows, um über sein Buch "Verlieren ist keine Option. Mein Kampf gegen den Krebs" zu sprechen. Im Juli 2018 wurde er dann erneut in die Notaufnahme eingewiesen: Anlass war eine akute Leberentzündung, die sich als Abstoßreaktion seines Körpers nach der Stammzellentransplantation herausstellte.

Nach jahrelanger täglicher Gesundheitsfrage "jetzt krebszellenfrei"

Die Frage, wie es ihm jetzt nach diesen zwei schlimmen Jahren geht, ist für ihn etwas ganz Besonderes: Denn die "durfte und musste ich mir die letzten zwei Jahre jeden Tag stellen". Jetzt kann er aber "viel Erfreuliches sagen". "Ich habe einen absolut stabilen gesundheitlichen Zustand. Ich bin momentan, wie es so schön heißt krebszellenfrei", erzählt er.

"Für die nächsten 15 Jahre weiter planen"

"Damit lässt sich die Zukunft ganz anders planen als in den letzten zwei Jahren", sagt er voller Vorfreude. "Ich gehe jetzt davon aus, dass ich mit einem weiteren Heilungsverlauf die nächsten zehn, fünfzehn Jahre dementsprechend auch noch munter weiter planen", erzählt er. Beruflich aktiv will er wieder sein - und auch privat noch viel erleben.

Anker für die Zukunft geworfen

Demnächst will er wieder Trainer sein. "Ich habe da natürlich noch ehrgeizige Ziele", erzählt er und erläutert: "Momentan ist es wirklich so, dass ich im Bereich Profisport probiere, einen Anker zu werfen für die Zukunft." Bei allem, was er durchlebt habe, glaubt er, dass er "nicht nur im reinen Trainingsbetrieb viel vermitteln kann". Jetzt will er "einfach Spaß daran haben, die Zukunft anzugehen und weiter zu planen".

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BR Sport

Sendung

B5 Sport vom 19.03.2019 - 12:54 Uhr