Jahn Regensburg-Trainer Mersad Selimbegovic
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Jahn Regensburg-Trainer Mersad Selimbegovic

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SSV Jahn Regensburg: "Klassenerhalt wäre ein Erfolg"

Vom Tabellenführer zu Beginn der Saison ist der SSV Jahn Regensburg in die Nähe der Abstiegsplätze abgerutscht. Mit seinem fest im Sattel sitzenden Trainer Mersad Selimbegovic kämpft das Team jetzt um den Klassenerhalt in der ausgeglichenen Liga.

Wechselhafter könnte der bisherige Saisonverlauf von Jahn Regensburg kaum sein. Angesichts des furiosen Saisonstarts des SSV hatte man sich im Sommer verwundert die Augen gerieben. Mit einem 2:0 gegen Darmstadt, dem 3:0 in Bielefeld und einem 0:0 gegen den 1. FC Nürnberg erspielten sich die Oberpfälzer mit einem Torverhältnis von 5:0 die Tabellenführung. Danach änderte sich alles ins genaue Gegenteil.

Nach einem 0:1 in Hannover zeigte erst einmal der Karlsruher SC durch einen 6:0-Erfolg, dass man den Oberpfälzern ja doch richtig einen einschenken kann. Und auch vorne waren die Regensburger auf einmal zahnlos. Es folgten drei weitere Spiele ohne einen einzigen Treffer. Die Oberpfälzer fanden sich am 8. Spieltag auf Platz 14 wieder, drei Punkte entfernt von einem Abstiegsplatz. Beim Jahreswechsel waren sie auf Rang zwölf mit einem Abstand von zwei Zählern auf den Schleudersitz.

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2. Fußball-Bundesliga

Trainer Selimbegovic darf bleiben - Wechsel in der Chefetage

Trotzdem blieb der Regensburger Trainer im Sattel. Selimbegovic ist seit 2006 für den Jahn tätig. Bis 2012 war er Spieler, dann arbeitete der Bosnier als Trainer im Nachwuchsbereich und wurde 2017 nach dem Aufstieg in die 2. Liga Assistent von Achim Beierlorzer, dessen Nachfolge er zwei Jahre später antrat. Seitdem schaffte er dreimal den Klassenerhalt.

"Nicht in Panik geraten", war die Devise des Coaches nach der sportlichen Talfahrt. Stattdessen nahm er seine Spieler in die Pflicht: "Alle müssen eine Schippe drauflegen". Und siehe da: Mit einem 2:1-Sieg gegen Sandhausen und zwei weiteren Partien ohne Niederlage setzten sich die Oberpfälzer kurzzeitig im Mittelfeld der Tabelle fest. Der Verein belohnte das durch eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Trainers für ein weiteres Jahr.

Turbulenzen gab es hingegen in der Chefetage. Erst verkündete Jahn-Geschäftsführer Roger Stilz seinen Abschied aus persönlichen Gründen. Ein fataler Formfehler sorgte für eine peinliche Wechselpanne, wegen der Neuzugang Sarpreet Singh erst nach rund drei Monaten Wartezeit für den Jahn auflaufen darf. Im November verpflichtete der SSV dann den Ex-Profi Tobias Werner als neuen Sportchef. Und hofft damit wieder auf ruhiges Fahrwasser.

Nur ein Sommer- und ein Winter-Neuzugang

Wie beim Trainer setzt der Jahn auch beim Lizenzspielerkader auf Kontinuität. Im Sommer hatte Regensburg kurz vor Ende der Transferfrist Offensivspieler Blendi Idrizi vom FC Schalke 04 ausgeliehen. Und im Winter verstärkte sich der Zweitligist mit dem vom 1. FC Köln für eineinhalb Jahre ausgeliehenen 19-jährigen Talent Jonas Urbig auf der Torhüterposition.

Status Quo: "Akkus aufgeladen, Bock auf Fußball"

In der Vorbereitung auf die Rückrunde hatte sich die Mannschaft von Trainer Selimbegovic im ersten Testspiel mit 0:0 von Drittligist SpVgg Bayreuth getrennt, dann gab es ein 1:0 (0:0) gegen den österreichischen Zweitligisten Kapfenberger SV. Da musste der Trainer auf Andreas Albers und Steve Breitkreuz (beide muskuläre Probleme), Christian Viet (Außenbandverletzung), Dejan Stojanovic (Mittelfuß) und Scott Kennedy (Schulterverletzung) verzichten.

Die Rückrunde beginnt ausgerechnet mit einem schwierigen Auswärtsspiel beim Hinrunden-Ersten SV Darmstadt 98. Dann wird sich zeigen, ob es stimmt, was Aygün Yildirim am Ende der Vorbereitung sagte: "Es ist gelungen, die Akkus in der freien Zeit wieder aufzuladen. Die Zeit hat aber auch gereicht. Jetzt haben wir alle wieder Bock auf Fußball".

Klassenerhalt notfalls erst am 34. Spieltag

Es muss sich zeigen, ob Regensburg sich noch einmal als Liga-Schreck entpuppen kann oder ob es nur um den Klassenerhalt geht. Für Selimbegovic steht fest: "Es wird wie ein Marathon und nur die, die wirklich einen klaren Plan haben, die Ausdauer haben, die an sich glauben, die werden es am Ende auch ohne Probleme über die Ziellinie schaffen".

Selbst wenn es am letzten Spieltag darum ginge, die Klasse zu halten, sei "das wieder ein Erfolg für uns, weil man sieht, dass diese Liga vom Jahr zu Jahr stärker, ausgeglichener, unberechenbarer ist", erklärte der Coach im Instagram-Talk mit BR 24 Sport.

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