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Teamcheck FC Augsburg: Bitte nicht wieder Abstiegskampf | BR24

© picture-alliance/dpa

Heiko Herrlich, Trainer FC Augsburg

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    Teamcheck FC Augsburg: Bitte nicht wieder Abstiegskampf

    "So etwas wie letzte Saison darf nicht wieder passieren", sagt Trainer Heiko Herrlich. Der FC Augsburg will nach einer mäßigen Saison 2019/20 die zehnte Bundesliga-Spielzeit in Folge im stabilen Mittelfeld beenden.

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    So lief die vergangene Saison

    Bis zum 33. Spieltag musste der FC Augsburg zittern, ehe der Klassenerhalt feststand. Mühsamer als in den letzten Jahren hatte der FC Augsburg wieder einmal den Klassenerhalt gepackt. Ein 1:1 am vorletzten Spieltag bei Fortuna Düsseldorf bedeutete die Rettung für den FCA, der mäßig in die Spielzeit gestartet war.

    Erst am 4. Spieltag gelang zuhause gegen Eintracht Frankfurt (2:1) der erste Sieg. Nachdem das Team zwischenzeitlich sogar auf einen Abstiegsrang rutschte, mussten die Fans bis zum 11. Spieltag warten, ehe in Paderborn der zweite "Dreier" eingefahren werden konnte.

    Zwischen dem 12. und 16. Spieltag folgte die beste Phase der Saison. Die Mannschaft des damaligen Trainers Trainer Martin Schmidt spielte plötzlich schönen und erfolgreichen Kombinationsfußball, strahlte - vor allem in Person von Florian Niederlechner - große Torgefahr aus und kletterte bis auf Tabellenplatz zehn. Doch nach der Winterpause ging es steil bergab und es folgte die schwächste Rückrunde in der Bundesliga-Geschichte des FCA.

    In den ersten sechs Partien im Jahr 2020 gab es nur einen Sieg und ein Unentschieden - zu wenig. Der Verein zog die Konsequenzen und beurlaubte Trainer Martin Schmidt nach der 0:2-Niederlage beim FC Bayern München. Für ihn kam Heiko Herrlich.

    Programmtipp: FC-Augsburg-Trainer Heiko Herrlich ist am Sonntagabend ab 21.45 Uhr zu Gast in Blickpunkt Sport im BR Fernsehen.

    Wer kommt, wer geht?

    In der vergangenen Saison standen knapp 40 Spieler im Aufgebot. Es war klar, dass der aufgeblähte Kader verkleinert werden musste. Der Vertrag von Daniel Baier wurde nach 355 Pflichtspielen für den FCA aufgelöst. Der Ex-Kapitän spielte unter Herrlich keine Rolle mehr. Mittlerweile hat die Identifikationsfigur des FCA seine Karriere beendet.

    Auch Stephan Lichtsteiner beendete seine Karriere, nachdem er keinen neuen Vertrag bekam. Linksverteidiger Philipp Max wechselte für geschätzte zehn Millionen Euro zur PSV Eindhoven.

    Der Verein trennte sich auch von den beiden Schlussmännern Andreas Luthe (Union Berlin) und Fabian Giefer (Würzburger Kickers). Georg Teigl ging zum FK Austria Wien. Leihspieler Tin Jedvaj kehrte zu Bayer Leverkusen zurück. Tim Rieder spielt kommende Saison beim 1. FC Kaiserslautern.

    Aber die Schwaben haben sich auch verstärkt. Nach der Sorgen-Saison hofft der FCA wieder auf Beständigkeit und verpflichtete die Defensiv-Akteure Daniel Caligiuri von Schalke 04 und Tobias Strobl von Borussia Mönchengladbach. Den Kasten soll Rafael Gikiewicz  von Union Berlin sauber halten.

    Alle drei stehen mehr für Erfahrung als für jugendlichen Drang. Von dem neuen Trio wünscht sich Manager Stefan Reuter entscheidende Impulse. Die Zugänge seien "erfahrene Persönlichkeiten, die dazu beitragen sollen, dass sich eine neue Hierarchie innerhalb der Mannschaft bildet", äußerte sich Reuter.

    "Wir brauchen Jungs, die sehr ehrgeizig sind, die vorangehen und an denen sich junge Spieler eine Scheibe abschneiden können." Stefan Reuter

    Daneben verpflichtete der FCA noch den polnischen Rechtsverteidiger Robert Gumny. Der 22-Jährige kam von Lech Posen. Nach dem Abschied von Lichtsteiner hat der FCA in Raphael Framberger nur einen gelernten Rechtsverteidiger in seinem Kader.

    Trotz der Neuzugänge besteht nicht Gefahr, dass der Kader weiter aufgebläht bleibt. Denn die Liste der Abgänge ist länger als die der Neuzugänge. Vor allem Leihgeschäfte haben Konjunktur bei den Augsburgern. Unter anderem Kevin Danso (Fortuna Düsseldorf), Sergio Cordova (Arminia Bielefeld) und Maurice Malone (SV Wehen Wiesbaden) dürfen bei anderen Klubs Spielpraxis sammeln.

    "Wir haben versucht, der Mannschaft ein neues Gesicht zu geben." Heiko Herrlich

    Der Trainer

    Nach dem Rauswurf von Martin Schmidt wurde Heiko Herrlich der sechste Trainer seit dem Aufstieg der Augsburger in die Bundesliga 2011. Der 48-Jährige spielte in Dortmund neun Jahre mit Sportdirektor Stefan Reuter zusammen.

    Mit seiner ruhigen Art passt Herrlich gut zum FC Augsburg und konnte den Klassenerhalt sichern. Vor allem die Abwehr zeigte sich unter dem neuen Coach stabiler: Kassierte der FCA unter Schmidt im Schnitt mehr als zwei Tore pro Spiel, war es unter Herrlich nur noch die Hälfte.

    "Großes Kompliment an Heiko, wie er die Mannschaft in einer extrem schwierigen Phase übernommen und für Stabilität gesorgt hat." Stefan Reuter

    Dabei ging Herrlichs Start bei den Schwaben ordentlich schief. Eigentlich wäre die Partie gegen den VfL Wolfsburg nach der langen Corona-Zwangspause Herrlichs Trainerdebüt beim FC Augsburg gewesen. Doch auf der abschließenden Pressekonferenz machte er eine unbedachte Äußerung: Er habe das Hotel verlassen, um sich in einem nahen Supermarkt Hautcreme und Zahnpasta zu kaufen - ein klarer Verstoß gegen die Corona-Vorschriften.

    Hohn, Spott, aber auch scharfe Kritik ließen nicht lange auf sich warten. Im Netz wurde Herrlich als "Hautcreme-Heiko" verulkt. Der Trainer verzichtete anschließend darauf, gegen Wolfsburg auf der Bank zu sitzen.

    Erwartungen an die neue Saison

    "So etwas wie letzte Saison darf nicht wieder passieren", sagte Herrlich zum Saisonauftakt. So sieht das auch Reuter, der keine Lust mehr hat auf monatelanges Zittern. "Wir werden die Saison und die ganzen letzten Jahre analysieren, weil es unheimlich anstrengend und nervenaufreibend ist, wenn du immer bis Saisonende um den Klassenerhalt kämpfst", kündigte er an.

    Das vorrangige Ziel des FC Augsburg ist - wie schon in der letzten Saison - der Verbleib im Fußball-Oberhaus. Doch wenn es Herrlich gelingt, das neue Team zu stabilisieren, dann sollte ein gesicherter Platz im Tabellen-Mittelfeld kein Problem sein.

    "Das hauptrangige Ziel ist der Klassenerhalt. Wir wollen die bestmögliche Platzierung haben und uns natürlich verbessern." Heiko Herrlich