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Teamcheck: Aufsteiger Würzburger Kickers droht schwere Saison | BR24

© Picture alliance/dpa

Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers

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    Teamcheck: Aufsteiger Würzburger Kickers droht schwere Saison

    Die Würzburger Kickers schafften in der letzten Saison überraschend den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Doch nach einer holprigen Vorbereitung und dem frühen Aus im DFB-Pokal wird der Klassenerhalt schwierig werden.

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    So lief die vergangene Saison

    Nach drei Jahren kehren die Würzburger Kickers in die 2. Fußball-Bundesliga zurück. Die Mannschaft von Trainer Michael Schiele machte den Aufstieg erst am letzten Spieltag durch das 2:2 (1:1) gegen den Halleschen FC in einem packenden Saisonfinale der 3. Liga perfekt.

    Dabei sah es lange nicht nach einem derartigen Erfolg aus. Denn die Unterfranken haben in der vergangenen Spielzeit bewegte Zeiten hinter sich: Der Saisonstart war völlig verkorkst.

    Nach dem siebten Spieltag stand Würzburg mit nur sechs Punkten sogar auf einen direkten Abstiegsplatz, die sportliche Wende kam erst mit einem prominenten Namen.

    Ende Januar holten die Würzburger Felix Magath als "Global Sports Director" des Investors Flyeralarm ins Management der Franken. Schon bei seiner Präsentation erklärte der 66-Jährige, dass es Ziel sei, die Kickers wieder in die 2. Liga zu führen. "Unsere Herausforderung hier ist es nicht, mit Geld um uns zu werfen, sondern den Fußball und den Fußballverein weiterzuentwickeln", so Magath damals.

    Zu diesem Zeitpunkt stand der Verein auf dem 13. Tabellenplatz. Doch die "Rothosen" arbeiteten sich Stück für Stück nach vorne und lieferten mit nur drei Niederlagen eine starke Rückrunde.

    Wer kommt, wer geht

    Ausgerechnet der Aufstiegsheld und Kapitän hat die Würzburger Kickers verlassen: Sebastian Schuppan hatte mit seinem Elfmetertor in der Nachspielzeit den Triumph gegen Halle erst möglich gemacht. Mit 33 Jahren beendete er seine Karriere. Mit Fabio Kaufmann wechselte der beste Scorer zu Braunschweig. Kaufmann war an 28 Toren beteiligt.

    Doch Würzburg hat sich auch verstärkt: Fabian Giefer kam vom FC Augsburg als neuer Torwart. Gespannt darf man auf Douglas Franco Teixeira sein. Die Würzburger Kickers haben mit ihm einen Innenverteidiger mit Champions-League-Erfahrung verpflichtet, der beim Aufsteiger nach einer Dopingsperre einen Neustart angeht.

    Zusammen mit Arne Feick (1. FC Heidenheim) soll er für Stabilität in der Abwehr sorgen. Weitere interessante Verpflichtungen sind die beiden Mittelfeldspieler Florian Flecker von Bundesligist 1. FC Union Berlin und Keanu Staude, der zuletzt für Erstliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld spielte.

    Der Trainer

    Michael Schiele ist der Vater des Erfolgs. Der gebürtige Heidenheimer formte in Würzburg, seit er 2017 vom Co- zum Cheftrainer befördert wurde, in Unterfranken eine schlagkräftige, leidenschaftliche Truppe. Doch lange musste Schiele auf seine Vertragsverlängerung warten. Erst nach dem Aufstieg in die 2. Liga gab es den neuen Kontrakt.

    "Michael hat in den vergangenen Jahren großartige Arbeit geleistet und den Verein zurück in die 2. Liga geführt. Dafür sind wir ihm als Verein sehr dankbar und freuen uns auf die neue Saison mit ihm", sagte der Kickers-Vorstandsvorsitzende Daniel Sauer. Fußballchef Magath ergänzte: "Michael ist der richtige Mann, um diese schwierige Aufgabe in der 2. Bundesliga bei und mit den Kickers zu lösen."

    Erwartungen an die Saison

    Für die Würzburger Kickers gibt es nur ein Saisonziel: den Klassenerhalt. "Wir müssen schauen, dass wir die Punkte holen. Egal, wer kommt", sagte Schiele. Für die Saison prophezeite der Coach "Rückschläge." Und die gab es bereits in der Vorbereitung: Gegen Union Berlin verloren die Würzburger mit 0:2 und gegen Mainz 05 gab es eine 0:6-Pleite. Im bayerischen Pokalfinale unterlag Würzburg dem TSV 1860 München.

    Im DFB-Pokal scheiterten die Unterfranken gegen den aufstiegsambitionierten Zweitligisten Hannover 96 mit 2:3. Dabei zeigte sich, dass auf Schiele noch viel Arbeit zu kommt: Die Kickers waren defensiv überfordert.

    Offensiv blieben sie bis zu den zwei späten Toren harmlos. Sollten diese Probleme nicht gelöst werden, droht den Würzburger - wie schon in der Saison 2016/17 - der direkte Abstieg in die 3. Liga.