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Studie: In Bayern stirbt der Mädchenfußball besonders schnell | BR24

© Klaus Rüfer/BR-Mainfranken

Deutschlandweit sind die Zahlen im Mädchenfußball seit 2010 rückläufig. Einer Studie der Universität Würzburg zufolge ist in Bayern fast jedes zweite Juniorinnen-Team weggebrochen. Besonders dramatisch ist die Lage in Nordbayern.

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Studie: In Bayern stirbt der Mädchenfußball besonders schnell

Deutschlandweit sind die Zahlen im Mädchenfußball seit 2010 rückläufig. Einer Studie der Universität Würzburg zufolge ist in Bayern fast jedes zweite Juniorinnen-Team weggebrochen. Besonders dramatisch ist die Lage in Nordbayern.

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Wie die jetzt von der Universität Würzburg veröffentlichte Vergleichsstudie aus den Jahren 2011 bis 2018 zeigt, waren im Jahr 2010 in Bayern noch 1.305 Mädchenteams bis zu den U17-Juniorinnen gemeldet. Inzwischen ist ihre Zahl laut offizieller DFB-Statistik auf 712 Teams gesunken. Das entspricht einer Verlustquote von 45,2 Prozent in den vergangenen zehn Jahren.

Reinders: An der Basis rumort es

"An der Basis rumort es, weil die Vereine das Gefühl haben, sie machen die ganze Arbeit und der Verband schöpft die Leistungsträgerinnen ab. Das demotiviert die Vereine nachhaltig und wird das Wegsterben des Mädchenfußballs in Bayern weiter forcieren", sagt Professor Heinz Reinders, der an der Universität Würzburg das Nachwuchsförderzentrum für Juniorinnen (NFZ) leitet. "Wir brauchen mehr Anreize durch den Verband zur Gewinnung neuer Spielerinnen", folgert der Autor der Studie. Die finanzielle Förderung von Fußball-AGs für Mädchen an Kitas und Grundschulen wäre hier ebenso notwendig wie eine bessere Abstimmung in der Talentförderung zwischen Verband und Verein.

Vor allem nordbayerische Fußballvereine unzufrieden

Während die Zufriedenheit beispielsweise in Oberbayern zwischen 2011 und 2018 konstant hoch geblieben ist, sind vor allem die Vereine aus dem strukturschwächeren Nordbayern zusehends unzufriedener. Allein in Unterfranken ist die durchschnittliche Zufriedenheit mit der Mädchenförderung um 16,9 Prozent gesunken, ein bayernweiter Spitzenwert, dem die Mittelfranken mit 14,4 und die Oberpfalz mit 12,8 Prozent rückläufiger Zufriedenheit folgen, so die Studie. "Wir können sagen, je näher es nach München geht und je strukturstärker eine Region ist, desto besser schätzen Vereine die Lage im Mädchenfußball ein", kann Reinders aus den Daten ablesen.

Geringe Strukturförderung als Ursache ausgemacht

Ein Grund für diese Entwicklung liegt dem Experten zufolge in einer zu geringen Strukturförderung des Mädchenfußballs. Belegen kann der Bildungsforscher diese These durch den regionalen Vergleich und die Situation der Vereine. Seit 2011 befragt das Nachwuchsförderzentrum alle zwei Jahre mindestens 700 bayerische Vereine nach ihrer Zufriedenheit mit der Förderung im Mädchenfußball. Und diese Zufriedenheit hat sich in dieser Zeit regional sehr unterschiedlich entwickelt.

Abwärtstrend in Bayern und Baden-Württemberg besonders stark

Mit den nun veröffentlichten Zahlen liegt Bayern neben Baden-Württemberg an der Spitze der Verlierer aller Landesverbände. "Ähnlich große Verbände wie Westfalen haben mit 42 Prozent ebenfalls herbe Verluste zu verzeichnen", so Reinders. "Allerdings liegen wir in Bayern nochmal höher. Eine Sportart, die fast jedes zweite Team verliert, ist in sehr großer Not", analysiert Reinders.

Das Würzburger Nachwuchsförderzentrum für Juniorinnen (NFZ) ist die bundesweit einzige Forschungsstelle für Mädchenfußball.