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Skirennfahrer Stefan Luitz beim Riesenslalom in Alta Badia
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Skirennfahrer Stefan Luitz beim Riesenslalom in Alta Badia

Im ersten Durchgang hatte Luitz einen sehr sauberen Lauf auf dem Chuenisbärgli oberhalb von Adelboden gezeigt, auch wenn er einräumte, dass er "oben weg im zweiten Durchgang noch eine Schippe drauflegen" müsse: "Das war ein bisschen verhalten, das darf nicht passieren." Luitz war trotzdem starker Vierter. Nur 22 Hundertstel lag der Allgäuer hinter dem führenden Norweger Henrik Kristoffersen, nur vier hinter Podestplatz drei, auf dem zur Halbzeit der Franzose Alexis Pinturault stand. Zweiter war der Österreicher Marcel Hirscher.

Schulterverletzung bei Luitz

Doch Luitz' Angriff auf die Podestplätze endete im zweiten Durchgang schon nach wenigen Toren. Der 26-Jährige rutschte auf dem eisigen Hang weg, verpasste ein Tor und fasste sich an die Schulter: Mit schmerzverzerrtem Gesicht musste er das Rennen vorzeitig beenden. Er zog sich eine Schulterluxation zu. Eine erste Untersuchung in einem Krankenhaus in der Schweiz, wo die Schulter eingerenkt wurde, ergab keine weiteren Bänderverletzungen. Luitz hofft nach dem Sturz in Adelboden, dass sich seine Schulterverletzung als glimpflich herausstellt und er nicht länger ausfällt. "Ich habe gut geschlafen und keine Schmerzen", sagte der Skirennfahrer am Sonntag.

"Ich dachte immer, es geht nicht mehr schlechter. Aber es gibt jedes Mal doch noch eine Steigerung", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier zum anhaltenden Verletzungspech des deutschen Alpinteams. Unter anderem verpassen die Abfahrer Thomas Dreßen und Andreas Sander nach Kreuzbandrissen den Rest der Saison. Wie lange Luitz fehlen wir, ist noch offen. Nach der Rückkehr nach München sollen am Montag weitere Untersuschungen Aufschluss über etwaige knöcherne Verletzungen geben.

Luitz' Humor funktioniert noch

Luitz selbst scheint zumindest seinen Humor noch nicht verloren zu haben. Auf seinem Instagram-Account veröffentlichte er einige Stunden nach dem Rennen ein Bild von sich mit dem Arm in einer Schlinge und dem Text (im Original auf englisch): "Bereit für etwas Zicki Zacki morgen? Herausforderung angenommen! #theluckisnotonmysiderightnow #nevergiveup #keeponfighting" Am Sonntag (13.01.19) findet in Adelboden ein Slalom statt, an dem Luitz teilnehmen wollte.

Instagram-Post von Stefan Luitz nach seiner Verletzung

Instagram-Post von Stefan Luitz nach seiner Verletzung

66. Weltcupsieg für Marcel Hirscher

Den Sieg sicherte sich dank einer sensationell sauberen Fahrt im zweiten Durchgang noch der Österreicher Hirscher. Der gegenwärtige Dominator des Ski-Weltcups zog nicht nur an Kristoffersen vorbei. Er distanzierte diesen sogar um deutliche 71 Hundertstel. Dritter wurde der Franzose Thomas Fanara (+1,04 Sekunden), der sich vom sechsten Platz noch aufs Podest schob.

Sportgerichtshof lehnt Luitz-Antrag ab

Luitz war der Sieg beim Riesenslalom von Beaver Creek im Dezember - es war der vermeintlich erste Weltcupsieg des Allgäuers - aberkannt worden. Luitz hatte während des Wettkampfs Sauerstoff eingeatmet, was nach dem Regelwerk des Weltskiverbands FIS nicht erlaubt ist. Ein Luitz-Antrag auf einstweilige Aussetzung der Disqualifikation wurde vom Internationalen Sportgerichtshof CAS am Freitag abgelehnt.