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Stefan Effenberg: "Ohne Neuer wäre der FCB nicht auf Platz eins" | BR24

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Ex-Bayernspieler Stefan Effenberg erläuterte in Blickpunkt Sport die Rolle von charakterstarken Führungsspielern beim FC Bayern. Dabei sieht der ehemalige Nationalspieler auch einen Zusammenhang zur aktuellen Situation in der Nationalmannschaft.

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Stefan Effenberg: "Ohne Neuer wäre der FCB nicht auf Platz eins"

Ex-Bayernspieler Stefan Effenberg erläuterte in Blickpunkt Sport die Rolle von charakterstarken Führungsspielern beim FC Bayern. Dabei sieht der ehemalige Nationalspieler auch einen Zusammenhang zur aktuellen Situation in der Nationalmannschaft.

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Vier verletzte Spieler und ein eng getakteter Terminplan - die Mannschaft um Hansi Flick hat derzeit einige Herausforderungen zu meistern. Zwar war der Sieg gegen Stuttgart ein Kraftakt, dennoch zeige sich in Spielen wie diesen die "individuelle Klasse" des FC Bayern, analysierte der ehemalige Bayern-Profi Stefan Effenberg im Interview mit Julia Scharf. "Da sind die Bayern eiskalt und haben das Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Man kann nicht immer glänzen und trotzdem auch schmutzige Spiele gewinnen", so der 52-Jährige. Dabei hob er vor allem die Leistung von Kingsley Coman und Douglas Costa lobend hervor.

"Gutes Management" von Hansi Flick

Effenberg glaubt allerdings, dass die wirklich schwierige Phase den Bayern erst noch bevorsteht, wenn im Februar dann auch die entscheidenden Spiele in der Champions League stattfinden. Das Problem seien weniger die Spiele, als vielmehr die Reisen, die auch mental enorm belastend sind. "Die Leute sehen immer nur die Spiele", mahnte der dreimalige Deutsche Meister. Dennoch zeigt er sich optimistisch: "Hansi Flick kann das gut steuern und einschätzen", lobte er den Trainer des Rekordmeisters. Vor allem im Hinblick auf die Verletzungs-Rückkehrer Leroy Sané und Niklas Süle sei ein gutes Management essentiell. "Man muss ihnen Zeit geben und Geduld haben", so Effenbergs Empfehlung.

Manuel Neuer als Erfolgsgarant

Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich sieht Effenberg in Kapitän Manuel Neuer den Schlüsselspieler für den Erfolg des Rekordmeisters. "Ohne Manuel Neuer hätte der FC Bayern die Champions League nicht gewonnen und würde jetzt auch nicht auf Platz eins stehen", stellte er klar. "Es gibt immer viele, die denken sie wären Führungsspieler, und sind es aber gar nicht. Manuel Neuer ist ein absoluter Leader", lobte er den Torhüter. Gerade in Zeiten, in denen soziale Medien viel Einfluss haben, brauche es verstärkt solche Leader-Persönlichkeiten, um langfristigen Erfolg zu garantieren.

Effenberg nimmt Joachim Löw Schutz

Es brauche eine gewisse Hierarchie, um sich weiterzuentwickeln, erklärte Effenberg. In der Existenz "flacher Hierarchien" und dem Fehlen von "Leadern" sieht er auch das aktuelle Problem in der Nationalmannschaft begründet. Bundestrainer Joachim Löw dürfe dabei keinesfalls angeprangert werden. "Er hat es nicht einfach. Man darf nicht vergessen: Er hat uns zum Weltmeister gemacht, da haben wir ihm alle zugejubelt", mahnte Effenberg.

In seinen Augen liegt das Problem nicht nur am Trainer, sondern zum Großteil auch an den Spielern. Er kritisierte vor allem die Körpersprache und mangelnde Aggressivität der DFB-Elf beim 0:6 gegen Spanien. "Die Spieler müssen die Leistung auch abrufen, sonst ist der Trainer machtlos. Außerdem gehören auch Funktionäre wie Oliver Bierhoff dazu", äußerte Effenberg.