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FC Bayern - Real Madrid

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Stärken und Schwächen: Teamvergleich FC Bayern vs. Real Madrid

Ronaldo gegen Hummels und Boateng, Lewandowski gegen Ramos: Der Gigantengipfel im Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Bayern München und Real Madrid verspricht viele packende Duelle. Die Stärken und Schwächen im Teamvergleich.

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Fangen wir mit der Torwartposition an: Der FC Bayern muss schon seit längerem auf Nationalkeeper Manuel Neuer verzichten. Doch sein Vertreter Sven Ulreich hat sich mittlerweile von einem Torwart "ohne Selbstvertrauen" (Jupp Heynckes) zum WM-Kandidaten entwickelt. Aber: Seine Erfahrung in der Champions League beschränkt sich auf elf Spiele (elf Gegentore).

Sein Gegenüber Keylor Navas war dort immerhin 33-mal aktiv (29 Gegentore), bei den Triumphen 2016 und 2017 als Stammkeeper. Beim Viertelfinalspiel in Turin leistete sich der Nationaltorhüter Costa Ricas einen schweren Patzer, der zum 3:0 für Juve führte. Daher: Vorteil für den Rekordmeister.

Bayerns Innenverteidiger überzeugen

Wer stellt die bessere Verteidigung? Das Zentrum mit Mats Hummels und Jerome Boateng beim FCB ist top, die Außen dagegen scheinen anfällig. Dazu ist der Einsatz von David Alaba, der beim Abschlusstraining fehlte, fraglich. Gegen Real wird es auch darauf ankommen, Konter zu unterbinden. Real widerlegte mit 18 Gegentoren in 13 Spielen im Vorjahr den Spruch, dass nur eine starke Defensive Titel gewinnt.

Unter den Halbfinalisten hat Madrid mit seinen äußerst angriffslustigen Außenverteidigern die meisten Treffer kassiert (zwölf). Die Rückkehr von Kapitän Sergio Ramos, der im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin (1:3) schmerzlich vermisst wurde, stärkt die Spanier ungemein. Bei der Abwehr sind beide Vereine gleichauf.

Ex-Madrilene trifft auf Ex-Bayern

Und wie sieht der Vergleich im Mittelfeld aus? Weil Arturo Vidal verletzt ausfällt, fehlt Javi Martinez ein Helfer. James wird sich wohl seinen Ex-Kollegen entgegenstellen. Anders als beim ängstlichen Heim-Auftritt vergangenes Jahr (1:2) werden die Bayern offensiver spielen - auch mit Kapitän Thomas Müller. Die große Herausforderung: die richtige Balance zu finden.

Diese soll Toni Kroos stören. Der Weltmeister und Ex-Bayern-Spieler ist in Madrid zum internationalen Star gereift, während Nebenmann Luka Modric in die Jahre zu kommen scheint. Casemiro wird noch immer unterschätzt, Isco ist so wertvoll, dass er in den wichtigen Spielen sogar Gareth Bale und Marco Asensio vorgezogen wird. Auch im Mittelfeld ist das Verhältnis ausgeglichen.

Ronaldo - und sonst nix

"Gegen Robben, Lewandowski und Ribéry zu verteidigen, ist das Schwierigste, was es gibt", sagt Madrids Dani Carvajal. Lewandowski hat im April 2013 viermal gegen Real getroffen, allerdings im BVB-Dress. Im Bayern-Trikot taucht der Pole in großen Duellen zu oft ab: Bei 19 Einsätzen in K.o.-Spielen der Königsklasse traf er neunmal.

Auf der anderen Seite steht Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der wohl beste Torjäger der Geschichte ist mal wieder in der Form seines Lebens und trifft am liebsten gegen die Bayern - in den letzten drei Spielen siebenmal. Gegen Turin gelang dem Portugiesen in der siebten Minute der Nachspielzeit das Tor zum Weiterkommen durch einen umstrittenen Elfmeter. In zehn Spielen hat der Portugiese schon wieder 15 Tore erzielt. Da ist es egal, dass Sturmpartner Karim Benzema bislang nur gegen Nikosia zwei Tore geschossen hat. Hier liegt der Vorteil ganz klar bei Real.

Trainer: alt gegen jung

Das Trainerduell ist ein Generationenduell: Jupp Heynckes ist 72 Jahre alt, sein Kollege Zinédine Zidane erst 45. Über den Bayern-Trainer schreiben die spanischen Medien ehrfürchtig, er sei El Zorro, ein Fuchs. In der Champions League kam Heynckes, der 1998 mit Real den Henkelpott und 2013 mit den Bayern das Triple gewann, immer ins Finale. Sein Kollege Zidane wurde anfangs etwas belächelt - und holte dann aber zwei Jahre hintereinander den Pokal.

Und während die Bayern wie im Triple-Jahr in allen Wettbewerben dominant sind, kann Real "nur" noch die Champions League gewinnen. Dank Rotations-Meister Heynckes ist der FCB ausgeruhter, die voraussichtliche Startelf hat über 4.000 Minuten weniger gespielt als die von Real. Daher Vorteil Bayern, die 2013 im Halbfinale die Königlichen ausgeschaltet hatten.