BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

SpVgg Greuther Fürth - unaufgeregt auf dem Weg in die Bundesliga | BR24

© BR

Das Wort "Aufstieg" nimmt Fürths Sportdirektor Rachid Azzouzi noch nicht in den Mund. Doch den Mittelfranken ist klar, dass sie nach 22 Zweitligaspieltagen absolut berechtigt in der Spitzengruppe mitspielen.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

SpVgg Greuther Fürth - unaufgeregt auf dem Weg in die Bundesliga

Die Spielvereinigung Greuther Fürth klopft an die Tür zur Fußball-Bundesliga, auch wenn Sportdirektor Rachid Azzouzi im BR-Interview das Wort "Aufstieg" vermeidet. Aber er betont auch: Fürth steht nach 22 Spieltagen zu Recht in der Spitzengruppe.

Per Mail sharen
Von
  • Bernd R. Eberwein

Fürths Trainer Stefan Leitl blieb nach dem 2:1-Sieg des "Kleeblatts" gegen Holstein Kiel und dem Sprung auf Tabellenplatz zwei in der 2. Fußball-Bundesliga gewohnt sachlich.

"Nein, warum sollen wir das Wort jetzt in den Mut nehmen? Es ist viel zu früh", konterte er Fragen nach dem in dieser Saison definitiv greifbaren Bundesliga-Aufstieg. Die Aussage des Oberbayern in Fürth - vergleichbar mit der fränkischen Universalantwort "Bassd scho".

Ohne erkennbare Emotionen, aber im tiefsten Inneren der Ausdruck leidenschaftlicher Zustimmung: Ja, Fürth ist durchaus bereit, zum zweiten Mal den Weg in die Fußball-Bundesliga zu gehen.

Der erste Deutsche Meister aus Bayern

Der Traditionsverein kennt alle Höhen und Tiefen des Fußballlebens. 1914 schnappten sich die "Kleeblättler" bis in die Ewigkeit den Titel, der erste Deutsche Meister aus Bayern zu sein. Nach zwei weiteren Titeln folgten nach dem Weltkrieg aber triste Jahrzehnte.

Fürth pendelte zwischen den Ligen zwei, drei und vier. 1996 der vermeintliche Tiefpunkt: Geldsorgen und die unausweichliche Fusion mit dem TSV Vestenbergsreuth - eine Entscheidung, die sich nachträglich als Glücksgriff erwies. Der Klub stabilsierte sich und ist seit 25 Jahren, seit 1997, Dauergast in der 2. Fußball-Bundesliga.

2012/13 gab es ein einjähriges Gastspiel in der Fußball-Bundesliga - das bisher einzige in der Vereinsgeschichte. 2021 könnte es erneut Bundesligaspiele im traditionsreichen Fürther Ronhof geben, dem ältesten Stadion eines deutschen Profiklubs - wenn die Spielvereinigung weiter die Aufstiegskonkurrenz aus Hamburg, Kiel und Bochum ärgert.

Sportchef Azzouzi: "Keine Grenze nach oben"

"Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir nichts zügeln, wir setzen uns keine Grenze, das ist von Anfang an das Motto gewesen", sagte Sportchef Rachid Azzouzi nach dem Kiel-Sieg im BR-Interview.

Und ergänzte angriffslustig: "Gerade im Erfolg muss man das immer wieder einordnen. Das, was hier passiert, ist kein Zufall. Das ist das Positive ist, dass wir uns das erarbeitet haben, dass die Mannschaft mit dem Trainerteam Woche für Woche die Leistung bringt."

Aber er ergänzte auch, dass Fürth durch die Coronaphase extrem einsparen musste, der Klub sei der "wirtschaftlich vielleicht schwächste Verein" im Profifußball. Umso mehr sind sie beim "Kleeblatt" derzeit "super zufrieden, wie sich die Mannschaft entwickelt."

Azzouzi: "Gehören zu Recht da oben hin"

Das Wort "Aufstieg" vermied Azzouzi bewusst, kein "Understatement" allerdings, wie er betonte. Denn so ein bisschen wollen sie ja doch das Motto des Sportchefs Leben: "No Limit, keine Grenzen", wiederholt Azzouzi: "Wir haben 22 Spieltage bewiesen, dass wir zu Recht da oben hingehören." Oder einfach "Bassd scho", wie man in Franken sagt.