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SpVgg Greuther Fürth: Mit jungen Wilden zum Klassenerhalt? | BR24

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Trainer Stefan Leitl und Sportdirektor Rachid Azzouzi vor dem ersten Saisonspiel der Spielvereinigung Greuther Fürth in der 2. Fußball-Bundesliga

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SpVgg Greuther Fürth: Mit jungen Wilden zum Klassenerhalt?

Die Spielvereinigung Greuther Fürth sorgt für Jugendstil in der 2. Fußball-Bundesliga. Wenige Routiniers sollen eine der jüngsten Mannschaften der Liga leiten. Ob das am Ende dann zum Klassenerhalt reicht?

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So lief die vergangene Saison

Die Spielvereinigung Greuther Fürth musste bis zum Schluss zittern. Erst ein Unentschieden bei Erzgebirge Aue am vorletzten Spieltag sicherte den Mittelfranken den Klassenerhalt endgültig.

Dabei sah es nach der Hinrunde nach einer ganz "normalen" Saison der Fürther aus. Der Klub stand auf Platz zehn im gesicherten Mittelfeld, nur acht Punkte hinter den Aufstiegsrängen, elf Punkte vor den Abstiegsplätzen. Doch es knisterte schon leicht: Die Spieltage 15 bis 17 war Fürth tor- und sieglos geblieben.

Ins neue Jahr starteten die "Kleeblättler" dann mit zwei Niederlagen. Das 0:1 gegen Abstiegskandidat Ingolstadt zu Hause? Noch vertretbar, weil in Ingolstadt mit Jens Keller ein neuer Trainer für ordentlich Schwung sorgte. Aber eine Woche drauf gab's eine deftige 0:6-Abreibung in Paderborn. Die Verantwortlichen zogen die Reißleine, Trainer Damir Buric musste gehen.

Buric' Nachfolger Stefan Leitl feierte zwar einen Einstand nach Maß mit einem Sieg gegen den MSV Duisburg. Doch so richtig kam die Spielvereinigung nicht mehr aus dem Tabellenkeller und musste bis Spieltag 33 zittern.

Wer kommt, wer geht

Fürth muss in der neuen Saison auf einige Spieler verzichten, die in der vergangenen Saison durchaus zum Stammkader gehörten. Der Schwede Richard Magyar hat den Klub wieder in seine schwedische Heimat verlassen, der Österreicher Lukas Gugganig wechselt zum VfL Osnabrück. Der Ghanaer David Atanga kehrt nach Leihende zu Holstein Kiel zurück, der Kroate Mario Maloca zu seinem früheren Klub Legia Danzig.

Die große Unbekannte bei den Neuzugängen ist Mergim Mavraj vom FC Ingolstadt. Der Albaner spielte einst zu Bundesligazeiten schon in Fürth, verließ den Klub dann 2014. Bei den Folgestationen 1. FC Köln, Hamburger SV, Aris Thessaloniki und FC Ingolstadt konnte er nie an seine Glanzzeiten anknüpfen. In Fürth ist er trotzdem einer der großen Hoffnungsträger und soll mit dem 35-jährigen Marco Caligiuri die Abwehr stabilisieren und als Routinier - Mavraj ist mittlerweile schon 33 - die jungen Spieler führen.

Denn ansonsten setzen die "Kleeblättler" auf Neuverpflichtungen, die sich erst noch entwickeln müssen. Hans Nunoo Sarpei vom VfB Stuttgart ist erst 20, Marvin Stefaniak vom VfL Wolfsburg 24 (Leihe mit Kaufoption). Aus den A-Jugendteams von FC Bayern und Borussia Dortmund kommen Alexander Lungwitz und Robin Kehr, die die zweite Liga erst kennen lernen müssen.

Von Waldhof Mannheim kommt der 23-jährige Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer, ebenfalls erst 23 ist Stürmer Benedikt Zahn vom FC Schalke 04 II. Aktuellster Neuzugang ist Harvard Nielsen, der von Fortuna Düsseldorf nach Franken wechselt. Er ist im Strafraum sehr präsent, kann aber auch sowohl auf dem Flügel als auch um einen Sturmpartner herum oder als zentrale Spitze eingesetzt werden“, schwärmt Rachid Azzouzi. Die meisten Neuzugänge dürften zunächst wohl zwischen dem Profiteam in der 2. Bundesliga und der zweiten Mannschaft in der Regionalliga Bayern hin- und herpendeln.

Der Trainer

Mit Stefan Leitl geht die Spielvereinigung in die neue Saison. Leitl löste im Februar den glücklosen Damir Buric ab, zuvor war er selbst entlassen worden. Leitl hatte die Saison als Cheftrainer beim Ligakonkurrenten FC Ingolstadt begonnen. Nach nur fünf Punkten aus den ersten sechs Partien musste er dort gehen.

"Im Sturm und auf den offensiven Außenbahnen brauchen wir Spieler, die uns sofort weiterhelfen", hatte Leitl Anfang Juli gefordert. Viel passiert ist seitdem nicht mehr. Der Trainer befürchtet eine ähnliche torarme Saison wie im Vorjahr. 37 Treffer erzielte Fürth an den 34 Spieltagen. Nur Absteiger 1. FC Magdeburg (35) traf seltener.

Erwartungen an die Saison

"Die SpVgg Greuther Fürth ist das vielleicht unberechenbarste Team der 2. Bundesliga", urteilte BR Sport nach der Hinrunde der vergangenen Saison. Diesen Satz kann man problemlos wieder aus dem Archiv holen. Denn wohin es geht für die Franken in der neuen Spielzeit, wissen sie wohl nicht einmal selbst. Auch die Testspiele gaben wenig Aufschluss.

Gegen den englischen Premier-League-Absteiger Huddersfield gab's bei einem Doppeltest ein Remis und eine Niederlage. Bei einem Blitzturnier in Heimstetten bei München verlor Fürth 0:1 gegen Bundesligist FC Augsburg, gegen Drittligist TSV 1860 München gab's dann einen 1:0-Sieg.

"Wir sind uns bewusst, dass wir eine relativ junge Truppe sind. Aber es ist nicht zwingend notwendig. Es geht um die Qualität und ob ein Spieler zu uns passt", sagte Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi in der Sommerpause. Die Franken setzen bewusst auf junge Spieler und wollen auch Talente aus dem eigenen Nachwuchs in Zukunft noch mehr fördern. Ob das aber dann zum Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga reicht, ist fraglich.