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Keine einzige Medaille in Tokio. Für die erfolgsverwöhnten deutschen Sportschützen eine alarmierende Bilanz. Jetzt geht es um Fehleranalyse und harter Schnitte.

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Sportschützen: Neuausrichtung nach Olympia-Enttäuschung

Keine einzige Medaille in Tokio. Für die erfolgsverwöhnten deutschen Sportschützen eine alarmierende Bilanz. Bei der Deutschen Meisterschaft in München geht es neben dem Titelkampf auch um Fehleranalyse und harte Schnitte.

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Von
  • Erich Wartusch
  • Christoph Nahr

Bei der Deutschen Meisterschaft der Sportschützen konnte Monika Karsch endlich wieder jubeln. Die Regensburgerin gewann mit der Luftpistole den zweiten Platz hinter der Mühldorferin Carina Wimmer. Balsam für die geschundene Sportlerinnenseele. Denn das enttäuschende Abschneiden der Deutschen Sportschützen bei den Olympischen Spielen in Tokio ist bei der Deutschen Meisterschaft, die bis zum 05. September in München stattfindet, omnipräsent.

Corona verändert alles

"Es hat letztendlich nicht so viel gefehlt, es war immer nur ein bisschen", sagt Monika Karsch über ihren 29. Platz und die geplatzten Medaillenträume in Tokio. 2016, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, holte Karsch noch Silber mit der Sportpistole. Doch dieses Jahr war alles anders.

Die Corona-Pandemie erschwerte für Karsch die Vorbereitung erheblich: "Wir haben zwei Kinder, die bis zu den Osterferien im Homeschooling waren. Ich habe zwar keine Trainingseinheit ausfallen lassen, aber musste trotzdem alles organisieren. Ich glaube, dass mir so ein bisschen Leerlauf gefehlt hat, um auch mal ganz in Ruhe über meine Ziele nachzudenken", analysiert die 38-Jährige, die für die Hauptschützengesellschaft Regensburg schießt.

Auch Carina Wimmer vom SV Kelheim Gmünd hängt die Enttäuschung über die verpasste Finalteilnahme noch nach. "Die Vorleistungen waren gut, ich war gut eingestellt. Da ist die Enttäuschung schon da, wenn man die Ergebnisse nicht bringen kann."

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Keine einzige Medaille in Tokio. Bei der Deutschen Meisterschaft geht es neben dem Titelkampf auch um Fehleranalyse und harter Schnitte.

Fehlende Wettkampfvorbereitung

Auch Bundestrainerin Bärbel Georgi gibt dem Coronavirus eine Mitschuld am schwachen Abschneiden der deutschen Sportschützen. Ihre sonst so treffsicheren Athleten hätten Schwierigkeiten gehabt, mit dem Adrenalin umzugehen, das bei einem so wichtigen Event ausgeschüttet wird. "Das muss einfach geübt werden. Das kann man in den Trainingsgruppen nicht, weil man die Erregung, die man im internationalen Wettbewerb spürt, auch nur dort hat", sagt Georgi und bekommt von Vizepräsident Gerhard Furnier recht: "Wir hatten keine Weltcups, die uns in der Vorbereitung ganz massiv abgingen".

Es muss sich etwas ändern

Doch bei Erklärungen soll es, wenn es nach Furnier geht, nicht bleiben. Denn sonst liefen die einst so erfolgreichen deutschen Sportschützen Gefahr, den Anschluss an die internationale Spitze zu verpassen. "Es wird einen harten Schnitt geben. Wir sind uns bewusst, dass sich etwas ändern muss, um weltweit in diesem Spiel dabei zu bleiben", sagt der Vizepräsident und gibt gleich die Richtung an Bundestrainerin Georgi vor: "Die Art des Trainings wird sich etwas ändern. Wir brauchen stärker wettkampforientiertes Training".

Spätestens in drei Jahren, bei den Olympischen Spielen in Paris, soll es dann wieder Medaillen für die deutschen Sportschützen geben.