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Dagmar Freitag, Sportausschuss-Vorsitzende im deutschen Bundestag, über die Vorwürfe beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) gegen Präsident Alfons Hörmann.

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Sportausschuss-Vorsitzende "erschüttert" über DOSB-Präsidium

Es rumort im Deutschen Olympischen Sportbund. Sportausschuss-Vorsitzende Dagmar Freitag ist erstaunt über den Schulterschluss von Vorstand und Präsidium mit DOSB-Chef Hörmann. Unterdessen hat die Ethik-Kommission ihre Ermittlungen aufgenommen.

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Von
  • Bernd R. Eberwein

Die Ethik-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat ihre Arbeit aufgenommen. Nach schweren, aber anonymen Vorwürfen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber das Präsidium um Alfons Hörmann berät sich das Gremium.

Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses im deutschen Bundestag, verfolgt die kommenden Tage gespannt. Im Interview mit BR24 Sport stellte sie klar, dass die Vorwürfe gegen Hörmann für sie wenig überraschend waren.

"Auch ich hatte die eine oder andere Begegnung mit Präsident Hörmann, die aus meiner Sicht von Tonalität und Umgangsform auch hätte anders ablaufen können", sagte Freitag, allerdings gehe es ja nicht um "persönliche Befindlichkeiten."

"Es geht vor allem darum: Welches Klima herrscht im Dachverband des deutschen Sports und welche Probleme sind da vielleicht auch Jahre unter den Tisch gekehrt worden, weil die Beschäftigten einfach Angst und Sorge hatten?" Dagmar Freitag im BR-Interview

Präsidium und Vorstand stehen hinter Hörmann

Freitag hofft auf eine Aufklärung durch die Ethik-Kommission unter ihrem Vorsitzenden und früheren Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Allerdings ist sie nicht sicher, dass deren Aufarbeitung auch Konsequenzen haben wird. Denn unmittelbar nach den erhobenen Vorwürfen hatten sich Präsidium und Vorstand des DOSB demonstrativ hinter Hörmann gestellt.

"Was mich am meisten erschüttert hat, das muss ich ganz ehrlich sagen, war der sofortige Schulterschluss von Präsidium und Vorstand ... Da hat man sich sofort mit einer vollen Vertrauenserklärung und Solidaritätserklärung hinter den Präsidenten gestellt. Da frage ich mich natürlich: Was soll eine Ethikkommission noch aufklären, wenn eigentlich alles schon im Vorfeld geklärt worden ist?" Dagmar Freitag im BR-Interview

Ethik-Kommission will Mitarbeitende anschreiben

Hörmann selbst hatte Anfang der Woche betont, dass er den Vorwürfen "offen und transparent" begegnen wolle. Zu den Vorwürfen äußern wollte er sich im Rahmen eines Medientermins im "Presseclub München" aber nicht.

Die Ethik-Kommission will zur Aufklärung nun "verschiedene Gespräche führen", heißt es in einem Schreiben des Vorsitzenden de Maizière.

Daneben wolle man mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Kontakt treten und "allen die Gelegenheit geben, mit den Mitgliedern der Kommission in Kontakt zu treten." Abschließend wird die Kommission eine Empfehlung aussprechen. Das letzte Wort haben dann aber DOSB-Vorstand und -Präsidium.