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Sommer-Märchen-Prozess ohne Zwanziger und Niersbach gestartet | BR24

© picture-alliance/dpa

Das Präsidium des Organisationskomitees für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

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    Sommer-Märchen-Prozess ohne Zwanziger und Niersbach gestartet

    Im Prozess um dubiose Geldflüsse rund um die WM 2006 müssen sich von Montag an auch die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt des Deutschen Fußball-Bundes verantworten.

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    • BR24 Sport

    Die Schweizer Bundesanwaltschaft (BA) hatte das Verfahren am 6. November 2015 eröffnet. Hintergrund des Prozesses ist die Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Beckenbauer hatte 2002 vom Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in dieser Höhe erhalten. Das Geld floss im Anschluss auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed bin Hammam nach Katar. Die Rückzahlung an Louis-Dreyfus drei Jahre später wurde von einem DFB-Konto über die FIFA abgewickelt.

    Erscheinen die DFB-Funktionäre?

    Ob das Schweizer Bundesstrafgericht wirklich viel Licht ins Dunkel im Skandal um die Heim-WM 2006 bringt, ist allerdings äußerst fraglich. Bereits heute musste der erste Verhandlungstag nach nur wenigen Minuten wieder beendet werden. Die früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger (74) und Wolfgang Niersbach (69) sowie der ehemalige DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt (70) waren zum Prozessauftakt in der Schweiz nicht erschienen. Als Entschuldigung nannten alle drei gesundheitliche Gründe.

    Auch die Schlüsselfiguren der komplexen Geschichte fehlen. Leute wie der frühere Skandalfunktionär Mohammed bin Hammam, die am ehesten wissen, warum einst 6,7 Millionen Euro nach Katar flossen, sind in dem aktuellen Prozess weder beschuldigt, noch werden sie als Zeugen vernommen.

    Die zuständige Richterin vertagte daraufhin die Verhandlung auf Mittwoch.

    Die Zeit drängt

    Zu allem Überfluss drängt auch noch die Zeit. Wohl auch deshalb hatten die Anwälte der vier Angeklagten einen Antrag (der vom Gericht aber abgelehnt wurde) gestellt, angesichts der Ausbreitung des Coronavirus den Prozess zu verschieben oder gar einzustellen. Schon eine Verschiebung des Prozesses wäre wohl gleichbedeutend mit dem Ende des Verfahrens - schließlich muss bis 27. April ein erstinstanzliches Urteil her, um der Verjährung zuvorzukommen. Für die Abwesenheit von Angeklagten wurde jedoch schon im Vorfeld vorgesorgt: Sollte ein Beschuldigter auch dem zweiten Vorladungstermin am Mittwoch (11. März) fernbleiben, wird der Prozess in dessen Abwesenheit stattfinden.