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Supercup: Söders Angst vor einem "Fußball-Ischgl" | BR24

© dpa/bildfunk

Am Donnerstag spielt der FC Bayern im Supercup in Budapest. Die ungarische Hauptstadt ist derzeit ein Corona-Hotspot. Ministerpräsident Söder fürchtet ein "Fußball-Ischgl" und denkt nun über schärfere Quarantäne-Regeln für Fans nach.

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Supercup: Söders Angst vor einem "Fußball-Ischgl"

Am Donnerstag spielt der FC Bayern im Supercup in Budapest. Die ungarische Hauptstadt ist derzeit ein Corona-Hotspot. Ministerpräsident Söder fürchtet ein "Fußball-Ischgl" und denkt nun über schärfere Quarantäne-Regeln für Fans nach.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder denkt angesichts des Supercup-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem FC Sevilla im Corona-Risikogebiet Budapest über schärfere Quarantäneregeln nach. Bisher gilt: Wer sich weniger als 48 Stunden in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten hat, muss nicht in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Diese Regelung ist aber laut Gesundheitsministerium im Wesentlichen für Geschäftsreisende gedacht - und eher nicht für Fußballfans. Daher solle sich jeder genau überlegen, ob er da wirklich hinfahren wolle, sagte der CSU-Chef dem Radiosender B5 aktuell. "Ich habe wirklich Bauchschmerzen, was den Supercup betrifft."

Wir müssen sehr, sehr aufpassen, dass wir da nicht eine Art Fußball-Ischgl riskieren." Ministerpräsident Markus Söder

Dem Bayerischen Rundfunk sagte er weiter: "Ich kann nur dringend raten, sich genau zu überlegen, ob man da wirklich hinfahren will, ich persönlich halte es nicht für notwendig, so schön der Supercup sein mag, es gibt wirklich Wichtigeres." Budapest ist ein Risikogebiet mit über 100 Inzidenzien auf 100.000 Einwohner. Das Auswärtige Amt hatte letzte Woche eine Reisewarnung ausgesprochen.

Die Europäische Fußball-Union UEFA hält bislang trotzdem an ihren Plänen fest, die Partie in der Puskás Arena vor Zuschauern zu spielen. Die Stadionkapazität von 67.000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Klubs stehen jeweils rund 3.000 Tickets zur Verfügung. Rund 2.100 Bayern-Fans hatten nach Angaben des Vereins Interesse angemeldet, nach Budapest zu reisen. Rund 500 Tickets wurden tatsächlich bestellt.

SPD-Experte Lauterbach: FCB soll Fans von Supercup-Reise abraten

Unterdessen fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach den FC Bayern auf, den Anhängern von einer Reise zum Supercup in das als Risikogebiet eingestufte Budapest abzuraten. "Dass die Fans in Budapest ins Stadion kommen, ist ein eklatantes Risiko", sagte der Bundestagsabgeordnete dem Nachrichtenportal t-online.de.

"Es wäre aus meiner Sicht das Richtige, wenn der FC Bayern München selbst sagen würde, dass die Fans nicht mitreisen sollen, um ihre eigenen Zuschauer zu schützen. Das wäre die einzige Möglichkeit. Das wäre eine großartige Geste, die ich als vorbildhaft betrachten würde. Das würde der sportlichen Reputation des Vereins sehr gut tun." SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach
© pictue-alliance/dpa

Supercup in Budapest sorgt für Unbehagen bei Bayern-Trainer Flick.

Bayern-Trainer Flick versteht Supercup im Risikogebiet nicht

Neben Söder behagt auch Bayern-Trainer Hansi Flick die Austragung der Partie gegen den Europa-League-Gewinner FC Sevilla gar nicht. "Es ist schon eine Sache, die man nicht ganz so versteht", sagte Flick nach dem Bundesligastart der Bayern gegen Schalke. "Wir sind nicht diejenigen, die Entscheidungen treffen, die haben andere getroffen", bemerkte er mit Blick auf den europäischen Verband.

Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge zeigte dagegen Verständnis für die Entscheidung der UEFA. Sie habe sich die Vergabe der Partie an den Spielort Budapest "durchaus sehr schwer gemacht", berichtete Rummenigge. Sie war im vergangenen Monat getroffen worden.

Zu einem Spiel vor Publikum sagte Rummenigge. "Die UEFA wollte zielbewusst einen ersten Schritt wieder Richtung Zuschauernormalität gehen." Wegen ebenfalls steigender Corona-Zahlen in München musste das Heimspiel der Bayern gegen Schalke am Freitag kurzfristig doch ohne Fans stattfinden.

Für die Einreise in Ungarns Hauptstadt wird allerdings ein negativer Corona-Test benötigt. Der FC Bayern bietet den mitreisenden Fans eine Test-Möglichkeit in der Münchner Arena an. Ein kostenloser Corona-Test sei auch nach der Rückkehr aus Budapest am Münchner Flughafen möglich.

"Wir haben kein Interesse daran, dass Leute coronainfiziert aus Budapest zurückkehren und dann hier nicht erkannt werden. Wir werden daran mit der Stadt München und dem Gesundheitsamt sehr seriös arbeiten." Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender FC Bayern