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So gefährlich ist der Sportwettmarkt in Deutschland | BR24

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So gefährlich ist der Sportwettmarkt in Deutschland

Das Geschäft mit Sportwetten boomt. Ob Wettbüros oder Livewetten im Internet: Jahr für Jahr werden in Deutschland Milliarden auf Sportereignisse gewettet. Jetzt befürchten Suchtexperten eine wachsende Gefahr der Spielsucht. Drei zentrale Fragen.

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1.Frage: Was ist denn das große Problem an den Sportwetten?

Antwort: Das große Problem ist, dass die Sportwetten quasi überall und jederzeit verfügbar sind. Und zwar nicht nur in Wettbüros, sondern insbesondere die Angebote im Internet. Man kann dabei auf fast alles tippen: Fußball, Basketball, Volleyball, Cricket. Wer schießt das erste Tor? Wer macht den 6. Punkt im 4 Satz? Egal wo die Spiele stattfinden, ob im Oman oder irgendwo in Russland. Und gerade Livewetten sind mit großen Suchtpotenzial verbunden, weil die Ereignisfrequenz dort extrem hoch ist, das heißt: Man kann während der Spiele tippen, setzen, wetten, rund um die Uhr, 24 Stunden.

2. Frage: Wie viele Spielsüchtige durch Sportwetten gibt es denn in Bayern und wer ist am meisten gefährdet

Antwort: Genaue Zahlen von Betroffenen gibt es für Bayern nicht. Dazu fehlt es noch an Studien und Forschung. Aber laut der Landesstelle Glücksspielsucht ist allein unter den Spielsüchtigen, die sich in den Beratungsstellen in Bayern melden, der Anteil der Sportwetter schon auf knapp über 13 Prozent gestiegen. Gefährdet sind vor allem Jugendliche, junge Männer, die sportbegeistert sind und denken, sie können ihr Expertenwissen zu Geld machen. Das ist aber ein Trugschluss, weil auch Sportwetten nichts Anderes sind als Glücksspiel und Quoten so berechnet werden, dass letztlich nur der Anbieter Gewinn macht.

3. Frage: Wie erkennt man, ob man vielleicht selbst schon süchtig ist?

Antwort: Man muss sich zwei Fragen stellen. Erstens: Habe ich schon mal Personen, die mir nahe stehen, angelogen bezüglich meines Spielverhaltens? Und zweitens: Habe ich schon mal mehr Geld eingesetzt, als ich wollte? Und wer eine (oder beide) dieser Fragen mit "Ja" beantwortet, sollte zu einer Beratungsstelle gehen. In Bayern gibt es 22 solcher Fachstellen für Glücksspielsucht. Wo genau, das kann man auf der Homepage der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern nachschauen.

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"Es sind nicht Einzelne, es sind Tausende", sagt der betroffene Ernst Forstner, der selbst Erfahrung mit Spielsucht gemacht hat