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Ski Alpin: Parallelwettbewerbe in der Kritik | BR24

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EX-Skirennläufer und BR-Skiexperte Tobias Barnerssoi zur Kritik am Parallel-Event."Nach zwei Parallel-Riesenslaloms vergibt man eine Kugel. Da kann man nicht sagen, das war der Beste in einer Saison."

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Ski Alpin: Parallelwettbewerbe in der Kritik

Seit vier Jahren sind die Parallel-Events eine offizielle Disziplin im alpinen Weltcup. Bei den Herren wurde jetzt in Chamonix erstmals der Sieger in der Disziplinen-Wertung gefeiert. Doch die Sportler sehen die Parallelrennen sehr kritisch.

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Seit der Saison 2010/11 sind die Parallelrennen Teil des Weltcups. Um für die Zuschauer mehr Spannung auf die Pisten zu bringen, präsentierte die FIS vor vier Jahren ein neues Konzept - der Parallel-Riesenslalom als offiziell achte Disziplin wurde eingeführt. Das Teamevent im Parallelformat ist seit 2018 olympisch. 2021 sollen im Einzel zum ersten Mal WM-Medaillen vergeben werden. Eigentlich sollte die Kombination damit abgelöst werden, doch das scheiterte an den Skinationen Österreich und der Schweiz.

Zahlreiche Verletzungen in den beiden Parallelrennen

In diesem Jahr gab es erstmals sogar den Disziplinen-Weltcup zu gewinnen. Nach gerade Mal zwei Wettbewerben hatte der Schweizer Loic Meillard die Kristallkugel eingefahren. Das macht für BR-Skiexperte und Ex-Skirennläufer Tobias Barnerssoi "keinen Sinn". Früher habe man für eine kleine Kristallkugel drei Rennen fahren müssen. Zudem sei kein einziger Parallel-Slalom dabei gewesen. "Nach zwei Parallel-Riesenslaloms vergibt man eine Kugel. Da kann man nicht sagen, das war der Beste in einer Saison", findet Barnerssoi.

Die Veranstaltungen seien zwar spannend, aber man habe auch gemerkt, dass es bei diesen Events sehr viele Verletzungen gibt. Zwei Kreuzbandrisse und einige Knieverletzungen die teilweise auch zum vorzeitigen Saisonende führten, wurden in den zwei Parallelrennen gezählt. Jüngster Ausfall: Der Südtiroler Simon Maurberger riss sich beim Parallel-Riesenslalom von Chamonix am Sonntag das Kreuzband. Auch Slalom-Spezialist Alexis Pinturault zeigt sich skeptisch: "Wie gefährlich ist dieses Format?", fragt er in den sozialen Netzwerken. "Wann werden endlich die Worte der Athleten gehört?"

Unfaires K.o.-System

Die Sportler kritisieren das Format und das Reglement. "Ich fühle mich verschaukelt", sagt Pinturault. "Seit wann ist Sport wichtiger als Leistung?" Grund für die Kritik ist eine neue Regelung im K.o.-System. In den Finalrunden wird seit dieser Saison nur noch ein Lauf gefahren. "Es gibt einen roten und einen blauen Lauf, wo parallel runtergefahren werden muss. Ab dem Achtelfinale gibt es kein Hin- und Rückspiel mehr, was fairer wäre", so Barnerssoi. Denn die Kurse sind meist unterschiedlich schnell. Wer auf welchem Kurs fährt, entscheidet ab dem Achtelfinale das Los.