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Siegtorschütze Kingsley Coman: "Ich bin 100 Prozent Bayern" | BR24

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Siegtorschütze Kingsley Coman wurde auch zum "Man of the Match" gewählt

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Siegtorschütze Kingsley Coman: "Ich bin 100 Prozent Bayern"

Kingsley Coman schreibt Geschichte: Nie zuvor in der Champions-League-Historie hat ein Spieler im Finale gegen den Ex-Klub getroffen. Coman, der beim FC Bayern immer wieder von Verletzungen gestoppt wurde, schoss das wichtigste Tor seiner Karriere.

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Etwas Wehmut schwang dann doch in den Worten von Kingsley Coman mit nach dem 1:0-Sieg des FC Bayern im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain (PSG). "Ich fühle schon mit meiner Heimatstadt", sagte der 24-jährige Franzose.

In Paris geboren, in der Jugend von PSG ausgebildet, beim französischen Meister den Sprung in den Profifußball gepackt - so ganz kalt ließ es Coman nicht, dass er seinem früheren Verein die erste Finalteilnahme überhaupt vermiest hatte.

Doch Coman, der 2015 als 19-Jähriger zum FC Bayern gekommen war, ist nun mal auch Fußballprofi: "Ich bin sehr, sehr, sehr glücklich. Das ist ein unglaublicher Abend für den Klub. Ich wollte natürlich ein gutes Spiel machen. Aber das ist nichts gegen PSG. Ich bin jetzt 100 Prozent Bayern. Da kann ich nicht aus alter Verbundenheit zurückziehen."

Coman und sein historisches Finaltor

Durch sein Tor im Finale - als erster Spieler der Champions-League-Geschichte überhaupt traf er in einem Finale gegen den Ex-Klub, zudem war es der 500. Champions-League-Treffer in der Bayern-Geschichte - sorgte Coman auch für sich persönlich für einen grandiosen Saisonausklang. Denn so talentiert der französische Nationalspieler auch ist: In seiner noch recht jungen Karriere waren Verletzungen ein stetiger Begleiter.

Zuletzt musste er im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea wegen muskulärer Probleme pausieren. Beim Finalturnier in Lissabon erhielt dann in Viertel- und Halbfinale zunächst Ivan Perisic den Vorzug vor Coman. Im Finale bewies Trainer Hansi Flick dann ein glückliches Händchen, packte Coman in die Startelf, der dankte es mit dem 1:0-Siegtreffer nach 59 Minuten. Zudem wurde er zum "Man of the Match" gewählt.

Weltmeisterschaft und Titel wegen Syndesmosebandriss verpasst

Noch vor einem Jahr sah es nicht unbedingt danach aus, dass der pfeilschnelle Außenstürmer tatsächlich noch bei den Bayern durchstarten könnte. Geholt wurde er als potenzieller Nachfolger seines Landsmanns Franck Ribéry. Als 2017 dann noch Serge Gnabry für den zweiten Flügel - als möglicher Nachfolger für Arjen Robben - geholt wurde, träumten Verantwortliche und Fans gleichermaßen von einer neuen Flügelzange à la "Robbery".

Doch sowohl Gnabry wie auch Coman teilten in der Vergangenheit ein Problem: beide gelten als verletzungsanfällig. Coman erwischte es erstmals im Februar 2018 schlimmer, ein Syndesmosebandriss sorgte für eine monatelange Pause. Er verpasste fast die gesamte Rückrunde, noch wesentlich bitterer aber: Er verpasste auch die Weltmeisterschaft 2018 - und damit den Weltmeistertitel mit Frankreich.

Gedanken ans Karriereende

Und die Verletzungen blieben ihm treu: Gerade frisch zurückgekehrt, riss sich Coman beim Bundesligaauftakt 2018/19 erneut das Syndesmoseband. Wieder musste er monatelang zuschauen. "Als ich mich verletzt hatte, war es für mich das Ende der Welt. Ich hatte wirklich alles in meinem Leben in Ordnung gebracht", sagte er im Dezember 2018 fast schon resignierend in einem TV-Interview mit dem französischen Sender "TF1".

Selbst an ein Karriereende schien der damals 22-Jährige zu denken. "Ich hoffe, ich muss das, was ich durchgemacht habe, nicht noch einmal erleben. Genug ist genug", erklärte Coman: "Vielleicht ist mein Fuß dafür nicht gemacht. Ich werde dann ein anderes, anonymes Leben führen."

Coman trickst Nationalspieler Kehrer aus

Coman relativierte seine Worte später, an ein mögliches Karriereende habe er noch nicht gedacht - zum Glück für den FC Bayern. Denn zuletzt blieb Coman, von kleineren Muskelbeschwerden wie vor dem Chelsea-Spiel, von Verletzungen verschont. Die neue FC-Bayern-Flügelzange mit Coman und Gnabry deutet schon einige Male an, dass es durchaus in die Fußstapfen von Ribéry/Robben treten kann.

Im Champions-League-Finale gegen Paris wirbelte Coman schon vor seinem Tor wie einst sein Landsmann Franck Ribéry in seinen besten Zeiten. Comans Gegenspieler, der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer, war mehrmals einige Schritte zu spät dran. Beim Tor orientierte sich Kehrer nach vorne Richtung Robert Lewandowski, Coman in seinem Rücken ließ er praktisch unbedrängt einköpfen.

Französische Presse: "Coman war der Schlächter"

Der Rest ist bekannt. Comans Tor sorgte für den zweiten Triple-Gewinn in der Geschichte des FC Bayern München. "Coman, in Paris ausgebildet, war der Schlächter", schrieb "Le Figaro" martialisch. Der französische Nationalspieler dürfte solche Schlagzeilen gelassen lesen. Für ihn zählt vor allem, dass er sich trotz langer Krankenakte wieder auf dem linken Bayernflügel etabliert kann.

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Der Erfolg der Bayern auf der europäischen Fußballbühne ist keine Eintagsfliege. BR-Sportreporter Taufig Khalil glaubt, dass der FC Bayern unter Trainer Hansi Flick "länger an der internationalen Spitze stehen kann."

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