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Sebastian Hoeneß wird Trainer in Hoffenheim | BR24

© dpa-Bildfunk/Uwe Anspach

Sebastian Hoeneß

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Sebastian Hoeneß wird Trainer in Hoffenheim

Sebastian Hoeneß wird neuer Trainer bei Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim. Der 38-Jährige, der den FC Bayern München II als Coach zur Drittliga-Meisterschaft geführt hat, unterschreibt einen Vertrag bis 2023.

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Schon seit längerem war bekannt, dass der Sohn des früheren Bundesligaprofis Dieter Hoeneß bei der Suche der Kraichgauer nach einem Nachfolger von Alfred Schreuder weit oben auf der Liste steht. Nun ist es fix. Sebastian Hoeneß selbst hatte sich zuletzt Bedenkzeit erbeten.

"Wir stehen schon seit längerer Zeit in Kontakt mit Sebastian Hoeneß, da uns seine Arbeit imponiert und seine Auffassung von Fußball hervorragend zur Philosophie und Strategie der TSG passt", sagte Sportchef Alexander Rosen: "Sebastian hat eindrucksvoll bewiesen, junge Spieler zu einer leistungsstarken Einheit formen und individuell weiterentwickeln zu können. Dabei hat er einen offensiven Ansatz gewählt, der nicht nur attraktiv, sondern auch außerordentlich erfolgreich war."

Fußball-Philosophie: Offensiv, mutig, flexibel und aktiv

Hoeneß wird seine Arbeit am 2. August beim Trainingsstart der Hoffenheimer aufnehmen. "Die Arbeit bei der TSG Hoffenheim ist eine große Herausforderung, auf die ich mich enorm freue. Die grundsätzliche Philosophie des Klubs ist identisch mit meiner Idee von Fußball - offensiv, mutig, flexibel und immer aktiv", sagte der neue Coach, der seinen bisherigen Co-Trainer David Krecidlo (36) mitbringt.

Wer Hoeneß-Nachfolger beim FC Bayern München II wird, ist noch nicht bekannt. Wie der Rekordmeister mitteilte, werde man "zeitnah" über den neuen Coach für die Amateur-Mannschaft in der 3. Liga entscheiden: "Wir sind stolz auf das, was auf dem FC Bayern Campus geleistet wird. Wir bilden dort nicht nur junge Spieler aus, sondern auch Trainer. Es ist natürlich schade, dass Sebastian uns verlässt, aber wir haben entschieden, ihm keine Steine in den Weg zu legen", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic.

Auf der ersten Profistation erfolgreich

Der kometenhafte Aufstieg beim FC Bayern München mit dem Titelgewinn in der schwierigen Corona-Saison hat nach gleich bei seiner ersten Trainerstation im Profifußball und nach nur einer Saison Begehrlichkeiten in der Branche geweckt. Der 38-Jährige wird dort nicht als Sohn oder Neffe wahrgenommen, der frühere Jugendcoach von Hertha Zehlendorf und RB Leipzig hat sich als erfolgreicher Trainer etabliert. Die Art und Weise, wie er spielerische Dominanz und defensive Stabilität im Spiel der jungen Bayern-Mannschaft erfolgreich verzahnte, wird als sein großer Verdienst eingestuft.

"Er hatte am Anfang viele Vorurteile, weil er auch Hoeneß heißt. Ich bin ganz glücklich, dass er einen so tollen Job macht, denn so gut hat die zweite Mannschaft noch nie da gestanden", lobte Uli Hoeneß schon vor den Hoffenheim-Spekulationen. Dabei war Onkel Uli, das verriet Sebastian Hoeneß einmal in der Süddeutschen Zeitung damals "nicht angetan von der Idee", ihn zu verpflichten. "Uli wusste, was das mit sich bringen kann, dass da immer etwas mitschwingt", sagte der Jung-Hoeneß, der zunächst zwei Jahre die U19 trainierte.

Stevens, Tuchel und Guardiola über die Schulter geschaut

Name hin oder her: Er setzte sich jedenfalls imponierend durch. Hoeneß gilt als loyal und bodenständig, die fachlichen Qualitäten sind ohnehin groß. Hospitationen bei Huub Stevens, Thomas Tuchel und Pep Guardiola betrachtet er als faszinierende Erfahrungen.

"Sebastian ist ein großes Trainer-Talent", lobte Hermann Gerland im Vereinsmagazin "51". Der aktuelle Flick-Assistent Gerland, einst Förderer und Former von Bastian Schweinsteiger & Co. hatte wie die Bayern-Granden gehofft, mit Sebastian Hoeneß den Mann zu finden, der den Campus-Nachwuchs auf dem Weg zur Spitze weiterentwickeln kann. Und zwar langfristig. Dass Hoeneß nach nur einer Saison und trotz Vertrags bis 2022 die Aufstiegschance ergreifen könnte, bringt die Bayern bei der Nachfolgersuche ein Stück in die Bredouille.

© BR Sport

Nach einer sensationellen Saison schafft Sebastian Hoeneß, der Sohn des ehemaligen Bayern-Profis Dieter Hoeneß, als Coach den Meistertitel mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern München. Der Beginn einer großen Trainerkarriere?

Hoffenheim ist für Sebastian Hoeneß jedenfalls kein komplettes Neuland. Er kennt den Club aus der Saison 2006/07 - als Spieler unter Ralf Rangnick, der ihn später als Trainer zu RB Leipzig lockte. Weitaus länger war Hoeneß aber für Hertha BSC auf dem Rasen aktiv. Insgesamt lief der frühere Mittelfeldakteur 172-mal in Dritt- oder Viertligaspielen auf. Mit 28 Jahren, ähnlich früh wie Onkel Uli, beendete er dann die Spieler-Laufbahn. Jetzt könnte ihn die zweite Karriere schneller als gedacht in die Bundesliga führen.

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Das Brüderpaar Uli und Dieter Hoeneß ist nicht nur Fußballfans ein Begriff. Doch wie ist es eigentlich für die Söhne mit dem berühmten Namen zu leben. Ist er für sie eher Fluch oder Segen? Oder ist es eben einfach nur ein Familienname?