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Schwimmen im See - Freiheit pur? | BR24

© BR/Petra Martin

Freiwasserschwimmer in einem Badesee

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    Schwimmen im See - Freiheit pur?

    Seit einigen Wochen haben die Freibäder in Bayern wieder geöffnet. Wie Sie Ihr Training im Freiwasser gestalten können und welche Sicherheitsaspekte es zu beachten gibt, hat Petra Martin zusammengefasst.

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    Schwimmen im See ist für viele Freiheit pur. Keine Begrenzungen, kaum Mitschwimmer, endlose Strecken. Allerdings gilt im Freiwasser noch mehr als im Becken: Wasser hat keine Balken! Sicherheit geht vor, denn auch gute Schwimmer können in Gefahr geraten.

    Im See ist Vorbereitung wichtig: Schauen Sie sich den See an, Luftaufnahmen oder Karten im Internet sind gute Recherche-Tools. Da kann man sich eine Strecke aussuchen und sogar ausmessen. Entfernungen werden im Freiwasser oft länger als gemessen, denn selten schwimmt man schnurstracks geradeaus. Das sollte man im Hinterkopf haben, etwa zehn Prozent kann man dazu rechnen. Also bei einer Strecke von zwei Kilometern sollte man mit 2,2 Kilometern rechnen. Im Schwimmbecken kann man einfach aufhören, wenn man keine Kraft mehr hat. Das geht im See natürlich nicht.

    Schwimmboje bietet Sicherheit

    Sicherheit bietet eine Schwimmboje. Die gibt’s von verschiedenen Herstellern, kosten etwa 40 Euro und haben oft auch einen Trockensack, in den man sein Handy, Geldbeutel und Schlüssel packen kann. Das ist jedoch nur ein Nebeneffekt. Der Haupteffekt ist, dass man als Schwimmer gesehen wird, weil der Luftsack auf dem Wasser schwimmt. Zudem bietet die Boje genügend Auftrieb, um sich bei einem Krampf dort festhalten zu können. Dann auf den Rücken drehen, damit die Atmung frei ist. Eine ruhige Atmung verschafft Ruhe und Sicherheit, dann kann man den Krampf entweder rausdrücken oder sich nach Hilfe umsehen.

    Im Idealfall geht man im Freiwasser nicht allein auf weite Strecken. Es ist auch ratsam, im Uferbereich zu bleiben. Selbstverständlich sollte sein, dass Schilfbereiche und Naturschutzgebiete nicht betreten werden – weder vom Land noch vom Wasser her.

    © BR/Petra Martin

    Helfer in der Not: Schwimmbojen gibt es schon für 40 Euro

    Geradeausschwimmen will gelernt sein

    Strömungen sind in Naturseen nicht zu unterschätzen. Deshalb mal eine bestimmte Strecke hin- und herschwimmen und mit der Uhr kontrollieren, ob man gleich lang dafür braucht.

    Die Orientierung fällt ohne schwarze Linie am Beckenboden schwer. Wer in einem See nach unten schaut, sieht meisten nur grünes Wasser, manchmal Wasserpflanzen oder den Grund. Allerdings ohne Anhaltspunkte. Das Geradeausschwimmen und Orientieren sollte man üben, dazu sucht man sich markante Anhaltspunkte an Land: Kirchtürme, Häuser, Berggipfel. Und unbedingt auch das "Startufer“ anschauen, um zu wissen, wie es dort aussieht.

    Wassertemperatur nicht unterschätzen

    Die Wassertemperatur ist ein weiterer Punkt: Deshalb tragen viele Schwimmer einen Neoprenanzug. Denn auch, wenn das Wasser im Uferbereich angenehm warm scheint, kann es weiter draußen kälter werden. Und da kühlt der Sportler aus. Den Kopf schützt eine Badekappe, am besten in hellen leuchtenden Farben, um gut gesehen zu werden. Ohrstöpsel und eine Schwimmbrille, die viel vom Gesicht abdeckt, schützen ebenfalls vor Kälte. Aufwärmen mit Gymnastik bringt den Körper schon vorab auf Temperatur. Dann langsam ans Wasser und die Temperatur gewöhnen, etwas Wasser in den Neoprenanzug laufen lassen und dann gemütlich einschwimmen und nicht gleich mit voller Power durchstarten.

    Saubere Technik wichtiger als Tempo

    Triathlon-Trainer Tom van den Heuvel ist der Meinung, dass man im Freiwasser ohnehin nicht so sehr auf Geschwindigkeit setzen soll: "Das kann man im Becken trainieren. Im See sollte man auf eine saubere Technik achten.“

    Viel Spaß macht das Schwimmen im "Wasserschatten“: Ähnlich wie beim Radfahren gibt’s auch beim Schwimmen eine Art "Windschatten“. Im "Wasserschatten“, im Sog des Vordermanns, kann man Kraft sparen und kommt gut voran. Umso mehr Energie braucht man aber beim Überholen, um dann die Führung zu übernehmen. Das macht Spaß und ist gleichzeitig eine Art Intervalltraining.