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Schweizer Behörde erhebt Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre | BR24

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Das Fußball-Sommermärchen 2006 kommt vor Gericht. Nach jahrelangen Ermittlungen erhebt die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen die ehemaligen DFB-Funktionäre Niersbach, Zwanziger und Schmidt.

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Schweizer Behörde erhebt Anklage gegen Ex-DFB-Funktionäre

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt erhoben. Das Verfahren gegen Franz Beckenbauer wird separat weitergeführt.

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Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft den ehemaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger, dem früheren DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt sowie dem früheren FIFA-Generalsekretär Urs Linsi Betrug in Mittäterschaft vor. Niersbach wird die Gehilfenschaft zu Betrug angelastet, wie die Behörde mitteilte. Eingestellt wurde im Juli laut Bundesanwaltschaft das Verfahren wegen des Verdachts auf Geldwäscherei. Die Beschuldigten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Niersbach: "Unsägliches Verfahren"

Zwanziger kommentierte die Anklage mit deutlichen Worten. "Diese ganze Schweizer Kampagne ist desolat, bösartig und wird völlig scheitern, weil ich mir überhaupt nichts vorzuwerfen habe", sagte der 74-Jährige. Auch Niersbach reagierte ungehalten. "Es ist bezeichnend für dieses unsägliche Verfahren, dass man als Betroffener nach über drei Jahren über die Medien erfahren muss, dass Anklage erhoben wird", sagte der 68-Jährige: "Materiell wird sich herausstellen, dass die erhobenen Vorwürfe völlig haltlos sind."

Schmidt erreichte die Neuigkeit im Urlaub. "Ich bin nicht überrascht, dass es zur Anklage kommt. Ich bin aber überrascht, was da alles in der Schweiz abläuft", sagte der 77-Jährige ohne ins Detail zu gehen.

"Diese unfähigen Ermittler rasen mit dem Kopf gegen eine Wand - zum Schluss gewinnt immer die Wand. Das Ganze ist inzwischen längst ein Justizskandal und keine wirklich vorwerfbares Verhalten gegenüber den Beschuldigten." Theo Zwanziger

Verfahren gegen Beckenbauer wird separat weitergeführt

Gleichzeitig teilte die BA mit, dass das Verfahren gegen den damaligen OK-Boss Franz Beckenbauer separat weitergeführt wird. Grund ist der gesundheitliche Zustand Beckenbauers, der "eine Teilnahme oder Einvernahme an der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht nicht zulässt." Dadurch könnte das Verfahren wegen Verjährung eingestellt werden.

Es geht um nicht geklärte Zahlungen in Höhe von 6,7 Millionen Euro

In dem Verfahren geht es um die weiterhin nicht geklärten Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Beckenbauer hatte vom Unternehmer Robert Louis-Dreyfus einen Kredit in dieser Höhe erhalten. Das Geld floss auf Konten des damaligen FIFA-Funktionärs Mohammed Bin Hammam. Die Rückzahlung drei Jahre später wurde von einem DFB-Konto über die FIFA abgewickelt.

Um die Rückzahlung zu ermöglichen, hätten die Beschuldigten gegenüber dem Präsidialausschuss des WM-OK den Vorgang "wahrheitswidrig als einen Mitfinanzierungsbeitrag des DFB bzw. des OK WM 2006 an die FIFA- Auftaktveranstaltung der WM 2006" ausgewiesen, schrieb die Bundesanwaltschaft in einer Mitteilung. Um eine Verjährung zu verhindern, muss bis April 2020 ein erstinstanzliches Urteil gefällt werden.

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Video: Das Sommermärchen kommt vor Gericht. Nach jahrelangen Ermittlungen erhebt die Schweizer Bundesanwaltschaft Anklage gegen die ehemaligen DFB-Topleute Niersbach, Zwanziger und Schmidt. Eine Einschätzung von BR-Sportreporter Bernd Schmelzer.

DFB tritt als Privatkläger auf

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird im Schweizer Strafverfahren gegen die Organisatoren der WM 2006 als Privatkläger auftreten, "um etwaige Ansprüche geltend zu machen und so seiner gesetzlichen Vermögensbetreuungspflicht zu genügen". Das teilte der Verband am Dienstag auf seiner Internetseite mit. "Sollte der DFB durch ein schuldhaftes Verhalten der Beschuldigten Vermögensschäden erlitten haben, so ist er rechtlich verpflichtet, mögliche Ersatzansprüche zu prüfen und durchzusetzen", hieß es auf der DFB-Seite weiter.

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Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 Anklage gegen die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt erhoben. Das Verfahren gegen Franz Beckenbauer wird separat weitergeführt.