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Schmähplakate trüben 6:0-Gala des FC Bayern in Hoffenheim | BR24

© dpa-Bildfunk/Tom Weller

Der FCB-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und der Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp stehen an der Seitenauslinie.

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Schmähplakate trüben 6:0-Gala des FC Bayern in Hoffenheim

Der FC Bayern München hat die TSG Hoffenheim mit 6:0 überrannt. Der Rekordmeister präsentierte sich auch ohne Robert Lewandowski gnadenlos effizient. Die Galavorstellung wurde wegen Schmähplakaten gegen den Hoffenheim-Mäzen mehrmals unterbrochen.

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Wer ersetzt den verletzten Robert Lewandowski, so lautete die meistgestellte Frage vor dem Spiel des FC Bayern München in Hoffenheim. Trainer Hansi Flick setzte den jungen Joshua Zirkzee auf die Stürmerposition und vertraute ansonsten auf den Mannschaftsgeist, den er dem Rekordmeister eingehaucht hat. Das hat auf ganzer Linie funktioniert. In Hoffenheim gelang dem Deutschen Meister ein völlig ungefährdeter 6:0-Sieg.

Alle möglichen Lewandowski-Vertreter treffen

Serge Gnabry (2.), Joshua Kimmich (7.) und der Lewandowski-Ersatz Joshua Zirkzee (15.) sorgten gemeinschaftlich durch ihren frühen Dreierpack für die Vorentscheidung. Der vom Trainer angestachelte Philippe Coutinho erhöhte (34.) auf 4:0. Damit nutzte der Brasilianer die Chance, die ihm Trainer Flick gegeben hatte. Alphonso Davies (36.) hatte das 5:0 auf dem Schlappen. Auch Thomas Müller hatte seine Möglichkeit. Und das waren lange nicht alle Chancen der drückend überlegenen Münchner Mannschaft.

© Picture alliance/dpa

Joshua Zirkzee jubelt nach seinem Treffer

Coutinho trifft nochmals, Goretzka legt nach

In der zweiten Halbzeit machten die Münchner da weiter, wo sie aufgehört hatten. Coutinho erhöhte (47.) auf 5:0. Für die Beantwortung der Frage, ob damit wie von Flick gewünscht, der "Knoten endgültig geplatzt ist", blieb aber zu wenig Zeit. Schon wieder jubelten die Münchner, auch Leon Goretzka (62.) hatte sich in die Torschützenliste eingetragen.

Aufregung um Schmähplakate gegen den Hoffenheim-Mäzen

Für Aufregung und mehrere Spielunterbrechungen sorgten dann aber Plakate mit beleidigenden Sprüchen gegen den Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Schiedsrichter Christian Dingert schritt ein und unterbrach die Partie. Trainer Flick und sein Assistent Hermann Gerland liefen zum Fanblock. Der FC Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eilte auf der Tribüne zu Hopp und nahm ihn demonstrativ in den Arm. Nachdem die Plakate verschunden waren, konnte die Partie wieder angepfiffen werden.

© BR

Nach dem Fast-Spielabbruch beim Spiel TSG Hoffenheim gegen FC Bayern München und beleidigenden Plakaten und Gesängen gegen TSG-Boss Dietmar Hopp findet Manager Alexander Rosen klare Worte für Toleranz und bedankt sich für die bayerische Solidarität.

Erneute Spielunterbrechnung und eine Fußball-Demo

Sportlich weiter ging es mit einer schönen Bayern-Aktion. Der eingewechselte Lucas Hernandez überlief Sebastian Rudy und legte quer (73.) auf Goretzka, der die Kugel jedoch über Tor drosch. Dessen nächste Großchance vereitelte der TSG-Keeper Baumann durch eine besondere Parade. Doch erneut wurde das Spiel unterbrochen. Nachdem ein neues Plakat gegen Hopp aufgetaucht war, schickte der Referee beide Mannschaften nochmals in die Kabine.

Die Bayern-Spieler, inklusive Flick, Gerland und Sportdirektor Salihamidzic gingen zum Bayern-Block. Rummenigge sowie der Aufsichtsrat Oliver Kahn eilten auf das Spielfeld. Beiden Teams verschwanden in den Katakomben. Die Partie stand kurz vor dem Komplettabbruch. Nach rund einer Viertelstunde kamen beide Vereine auf den Platz. Aber die Münchner und Hoffenheim spielten sich demonstrativ nur noch den Ball zu. Wie im Training zeigten sie rund um den Mittelkreis Fußballkunst zwischen den Konkurrenten. Die Idee dazu "kam von den Spielern", berichtete der FCB-Vorstandschef danach. In den letzten Minuten brachten sie die Partie - stehend im Mittelkreis - zu Ende. Rummenigge und Hopp bedankten sich nach dem Abpfiff demonstrativ beim Schiedsrichtergespann dafür, dass ein kompletter Abbruch der Partie vermieden werden konnte. Von den Rängen gab es "Dietmar-Hopp"-Sprechchöre.

© BR

Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge entschuldigt sich nach den Fan-Beldigungen bei TSG-Chef Dietmar Hopp und verspricht mit aller Schärfe gegen die Übeltäter vorzugehen.

Seit zehn Spielen ungeschlagen und neuer Auswärts-Rekord

Der FC Bayern ist jetzt seit zehn Bundesligaspielen ungeschlagen. Zudem stellten die Münchner einen neuen Rekord auf: Mindestens drei Treffer In fünf Gastspielen am Stück, das gelang in der Bundesliga-Historie bisher noch keinem Verein.

TSG Hoffenheim - Bayern München 0:6 (0:4)

Hoffenheim: Baumann - Rudy, Nordtveit, Benjamin Hübner, Zuber (46. Kramaric) - Grillitsch, Samassekou (73. Akpoguma) - Skov, Baumgartner, Bruun Larsen (30. Ribeiro) - Bebou. - Trainer: Schreuder

München: Neuer - Pavard, Jerome Boateng (46. Tolisso), Alaba, Davies (63. Hernandez) - Kimmich, Thiago - Gnabry, Thomas Müller (56. Goretzka), Coutinho - Zirkzee. - Trainer: Flick

Tore: 0:1 Gnabry (2.), 0:2 Kimmich (7.), 0:3 Zirkzee (15.), 0:4 Coutinho (33.), 0:5 Coutinho (47.), 0:6 Goretzka (62.)

Gelbe Karten: keine

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)