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Sascha Mölders: "Man liebt oder hasst mich - gut so!" | BR24

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Sascha Mölders

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    Sascha Mölders: "Man liebt oder hasst mich - gut so!"

    Für den TSV 1860 München ist er der Torgarant schlechthin: Sascha Mölders. Im Instagram-Talk mit BR24 Sport spricht der 36-Jährige über die Löwen, Typen im Fußball und wen er mit zur Fußball-EM nehmen würde.

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    • BR24 Sport

    "Ich glaube, es gibt nur Leute, die mich mögen oder die mich hassen. Dazwischen gibt es nichts, ist aber auch gar nicht so schlecht", sagt Mölders, Kapitän und Torjäger des TSV 1860 München. Dass die Fans beim Torjubel an seinen Namen ein "Fußballgott" hinten dranhängen, das genieße er sehr: " Ja, das ist schon eine Ehre und ein schönes Gefühl.“

    Dabei lieben ihn längst nicht alle Fußballfans. Aber so ist das bei Profis wie ihm, die eben nicht stromlinienförmig mitschwimmen mit der Masse, sondern die einen eigenen Kopf haben: "Es ist immer ganz wichtig, dass du immer so bleibst wie du bist. Und ich habe mir meine Karriere eigentlich nie irgendetwas vorschreiben lassen oder mich großartig verbogen.“

    Echte "Typen" nicht mehr gewollt

    Mölders hat sich hochgearbeitet im Fußball. Die Erinnerung an seinen erste Profistation? "Ich kam von den Duisburg Amateuren hoch zu den Profis. Und ich war der kleine Sascha. Das war, glaube ich, damals der Rudi Bommer: Wenn er die Wahl gehabt hätte, jemanden einzuwechseln, dann wäre glaube ich erstmal der Busfahrer vor mir reingekommen.“

    Irgendwann war er dann aber Stammkraft, spielte nach seiner Duisburger Zeit in seiner Geburtststadt bei RW Essen, dann beim FSV Frankfurt, dem FC Augsburg und schließlich für den TSV 1860 München. Und er entwickelte sich zu einem echten "Typen" auf dem Platz.

    Rückblickend sagt er: "Ich weiß gar nicht, ob viele Vereine überhaupt noch Typen wollen. Früher gab's ja brutale Typen, wenn du an die Topklubs von damals denkst. Da sind im Training die Fetzen geflogen. Heute ist alles ein bisschen weicher. Ein bisschen was von früher würde den Spielern heute auch nicht schaden. Grundsätzlich glaube ich, hat sich der Fußball schon verändert."

    "Thomas Müller muss mit zur EM"

    Mit wem er wirklich gerne mal zusammengespielt hätte? "Das war natürlich der dicke Ronaldo ist ja klar. Das war der beste Stürmer aller Zeiten." Und wen würde er mit zur Fußball-Europameisterschaft nehmen? Auf jeden Fall einen, der ausgerechnet beim roten Rivalen spielt: "Thomas Müller muss mit zur EM, weil er einfach ein guter Fußballer ist.“

    "Giesing ist nochmal was ganz Anderes"

    Bei den Löwen fühlt er sich gut aufgehoben. Seinen Vertrag hat er gerade noch einmal um ein Jahr verlängert. Aber, dass ausgerechnet er in der Schickimicki-Stadt München gelandet ist? "München muss man glaube ich teilen", findet Mölders und formuliert eine kleine Liebeserklärung an die Löwenfans. "Der Stadtteil Giesing ist nochmal was ganz Anderes. Die Leute wissen teilweise wirklich nicht, was sie essen sollen. Aber die Karte fürs Stadion haben sie jede Woche. Und ich glaube, das ist einfach nur schön.“

    Und weiter: "Ich bin absolut zufrieden und stolz, dass ich Kapitän von 1860 München bin. Das ist ja jetzt auch nicht irgendein kleiner Verein, es ist ein großer Verein mit einer Riesentradition.“

    Mölders hofft am letzten Spieltag auf "Endspiel" gegen Ingolstadt

    Sein Ziel in dieser Saison: Noch einen Aufstiegsplatz zu erreichen. "Wir haben jetzt noch acht Spiele, das sind 24 Punkte. (...) Rostock, Dresden und Ingolstadt sind natürlich in der Pole Position. Aber wir haben bis jetzt auch eine geile Saison gespielt, haben 51 Punkte geholt, und in der Drei-Punkte-Regelung wissen wir alle, dass sechs Punkte Rückstand jetzt nicht so brutal viel sind. Man darf auch nicht vergessen, dass wir am letzten Spieltag in Ingolstadt sind. Da haben wir vielleicht ein Endspiel."

    Die Mannschaft habe sich entschieden, von Spiel zu Spiel zu schauen. "Wenn die Situation so ist, dass wir bis zum Ende dabei sind, dann wollen wir natürlich die die Gunst der Stunde nutzen. (...) Dann wollen wir in die Zweite Liga.“

    Köllner "fachlich wie menschlich top"

    Auch einen Lob für seinen Trainer hat er parat: "Was der Michael Köllner hervorragend macht, das ist seine ruhige Art. Der weiß, wie er jeden Spieler anpacken muss. Das ist auch immer eine Kunst, weil die Spieler, die spielen, die sind sowieso immer glücklich und zufrieden. Aber die Spieler, die hinten dran sind, die musste bei Laune halten. "

    Im Team werde auch viel gelacht: "Das ist ganz, ganz wichtig, dass du ein Trainer hast, der in den Situationen, wo es sein muss, Ernsthaftigkeit an den Tag legt, aber auch locker ist, wo man locker sein muss. Und ich glaube, dass ein eine sehr, sehr gute Mischung, die er da hat. Ich finde, er ist ein hervorragender Trainer, sowohl fachlich als auch menschlich."

    Pizza, Bier und Knödel

    Dass er nicht DER Musterprofi ist, darüber wurde ja schon viel geschrieben. Und das bestätigt der 36-Jährige, der zuhause gerne mit seinem Sohn "FIFA" zockt, im Talk. Gerade bei der Ernährung sieht er es nicht so eng: "Also im Grunde ist es ganz einfach: Von Montag bis Freitag esse ich ganz normal. Meine Frau macht mir Vollkornnudeln mit Gemüse und Fleisch - also wirklich sportlergerecht, würde ich jetzt sagen. Aber klar ist auch: Wenn ich am Samstag ein Spiel habe und da komme ich nach Hause, dann esse ich eine Pizza. Dann trinke ich ein Bier oder auch zwei oder drei und esse irgendetwas Dreckiges."

    Am Sonntag zaubere seine Frau Yvonne dann gerne nochmal etwas "Herrliches" auf den Tisch: "So ein Sonntagsessen halt mit Knödeln, auch nochmal was Fieses.“