BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR24 Sport
Bildrechte: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Lynn Pennington

FC Bayernfrauen

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Saisonstart: FC Bayern Frauen - vom Jäger zum Gejagten

Die FC-Bayern-Frauen gehen als "Gejagte" in die neue Saison. Die Münchnerinnen wollen allerdings nicht nur den Meister-Titel verteidigen, sondern auch im DFB-Pokal und Champions League um den Sieg mitspielen.

Per Mail sharen
Von
  • Margot Lamparter

Die Bayern-Frauen wollen auch in der Saison 2021/22 eine herausragende Leistung abliefern. Allerdings liegt der Druck nach dem Titelgewinn in der Bundesliga jetzt auf den Münchnerinnen. Der FC Bayern fühlt sich als "der Gejagte", so die sportliche Leiterin Bianca Rech.

Der Jäger ist auch schon ausgemacht! Die meiste Gegenwehr wird von Vizemeister und Pokalsieger VfL Wolfsburg kommen. Als Ziele sind gesteckt - den Meistertitel zu verteidigen und auch international ganz vorne mitzumischen. Personell sieht man sich gut aufgestellt und vor dem Saison-Auftakt seien "alle an Bord und fit", so Rech.

So lief die vergangene Saison

Die Frauenteam des FC Bayern ritt lange auf der Erfolgswelle und ließ auf eine perfekte Saison und einen Titelregen hoffen. Mit dem 26. Pflichtspielsieg in Serie gelang der Sprung ins Halbfinale der Champions League, doch dann knickte die Erfolgskurve ein. Das Team eilte nicht mehr von Sieg zu Sieg.

Im DFB-Pokalhalbfinale kam das Aus mit dem klaren 0:2 gegen Titelverteidiger VfL Wolfsburg. Gegen den FC Chelsea war trotz eines 2:1-Hinspielerfolges dann auch in der Champions League vorzeitig Schluss.

Im Bundesligaendspurt erreichten die FCB-Frauen mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung auf die Wolfsburgerinnen noch ihr Minimalziel und lösten damit den VfL Wolfsburg als deutschen Fußballmeister ab. Die Schale ging nach 1976, 2015 und 2016 zum vierten Mal an die Bayernfrauen.

© picture-alliance/dpa
Bildrechte: picture-alliance/dpa

FC-Bayern-Fußballfrauen jubeln nach einem Tor

Wer kommt, wer geht?

Fünf Neuzugänge sollen das Team weiter nach vorne bringen. Die isländische Fußball-Nationalspielerin Glódís Viggósdóttir ist vom FC Rosengård an die Isar gewechselt. Dort will die 26-Jährige Innenverteidigerin die Erfolgsstory mit weiterschreiben. Zudem konnten die japanische Nationalspielerin Saki Kumagai (Mittelfeld) von Olympic Lyon nach München geholt werden. "Ich möchte mit Bayern München die Champions League gewinnen", erklärte die Kapitänin des japanischen Nationalteams, die in der Königsklasse zuletzt fünfmal in Folge mit Lyon triumphierte.

Die Schwedin Sofia Jakobsson kommt von Real Madrid und wird das Team als Mittelstürmerin verstärken. Beim Trainingsauftakt waren auch die Neuzugänge von 1899 Hoffenheim Maximiliane Rall (Abwehr) und Janina Leitzig (Tor) dabei. "Wir haben sehr viele Spielerinnen mit viel Potential", sagt Rech.

Die Weltmeisterin, Europameisterin und Champions-League Siegerin Simone Laudehr hat ihre Karriere dagegen beendet. Torhüterin Carina Schlüter zieht es zu RB Leipzig. Auch die Abwehrspielerinnen Amanda Ilestedt (Paris- St. Germain) und Simone Boye Sörensen (Arsenal WFC) haben den deutschen Fußball-Meister wie Laura Donhauser (1. FC Köln), Julia Pollak Bayer Leverkusen) und Gia Corly (1899 Hoffenheim) für neue Ziele verlassen. Die polnische Nationalspielerin Weronika Zawistowska wird dagegen für eine Saison an den 1. FC Köln ausgeliehen.

Scheuer der richtige Trainer

Coach Jens Scheuer hat das Bundesligateam im Sommer 2019 übernommen und weiterentwickelt. Der eingeschlagene Weg überzeugte die Verantwortlichen beim FC Bayern schnell, den richtigen Trainer für den ambitionierten Weg gefunden zu haben. Bereits im Dezember 2020 wurde der Vertrag des 42-Jährigen vorzeitig verlängert. "Wir haben gemeinsam große Ziele", so Karin Danner, Abteilungsleiterin der FC Bayern Frauen.

Welche Erwartungen hat der FC Bayern an die Saison

Eine weitere erfolgreich Saison, sei "das große Ziel," hatte Meistercoach Jens Scheuer schon beim Trainingsauftakt ausgegeben. Das unterstrich auch Rech kurz vor dem Saisonstart: "Wir wollen so erfolgreich sein, wie letzte Saison und den Flow mitnehmen." Die sportliche Leiterin glaubt aber auch, dass "wir schon einen Schritt weiter machen." Immerhin wolle man, wie Abteilungsleiterin Danner bereits in der vergangenen Saison bekräftigte, nicht nur im deutschen, sondern auch "im internationalen Frauenfußball an die Spitze."

Große Ambitionen auf mehr, ließ auch Torfrau Laura Benkarth bereits nach dem Titelgewinn anklingen: "Am liebsten würden wir eine Ära wie die Männer starten", so die 28-Jährige via Sport Bild. Die Gründe lieferte sie gleich mit. "Das können wir, das Potenzial dazu haben wir. Denn wir werden nicht so viele Abgänge wie in den vergangenen Jahren haben und verstärken uns noch."

"Der Frauenfußball hat sich enorm entwickelt, ist aber noch nicht am Ziel. Ich kann nur immer wieder darauf hinweisen, dass wir in Deutschland den Anschluss an die anderen europäischen Top-Ligen nicht verpassen dürfen" Herbert Hainer bei der Einweihung eines Frauenfußball-Bereichs im FC Bayern Museum