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Ruder-Weltmeister Zeidler kritisiert Sonderrolle des Fußballs | BR24

© picture alliance/KEYSTONE

Einer-Spezialist Oliver Zeidler kann sein Training trotz Einschränkungen "relativ normal fortsetzen".

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    Ruder-Weltmeister Zeidler kritisiert Sonderrolle des Fußballs

    Die Sonderrolle des Fußballs kommt bei Ruder-Weltmeister Oliver Zeidler nicht gut an. "Ich kann den Start der Bundesliga in keinster Weise gutheißen", kritisierte er nach dem Neustart. Für Ruderer gelten im Training immer noch starke Einschränkungen.

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    Der Senkrechtstarter des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hofft, "dass noch mehr Menschen so denken und diesem wahnsinnigen System den Rücken zukehren." Den Fußball sieht Zeidler in einer Sonderrolle, da Mannschaftssport und sportliche Wettkämpfe momentan für niemanden in Deutschland erlaubt seien, "außer für die Millionäre der Bundesliga, die eh schon seit Jahren in einer sich immer stärker abdriftenden Parallelwelt befinden", sagte der 23-Jährige im Interview mit den Organisatoren der Wahl zum Sportler des Jahres.

    "Über gute und schlechte Entscheidungen, die von der Politik in den letzten Monaten getroffen wurden, kann man sicherlich diskutieren, aber die Entscheidung zum Start der Bundesliga ist – ohne Wenn und Aber - falsch." Oliver Zeidler

    Ruder-Training maximal im Zweier erlaubt

    Die Ruderer sind noch mit starken Einschränkungen belegt: Sie dürfen derzeit maximal im Zweier auf das Wasser, Training in größeren Mannschaftsbooten ist nicht gestattet. "Bei uns im Rudern darf kein Mannschaftsboot aufs Wasser, das mehr als zwei Personen trägt, nicht mal der Deutschlandachter, der die letzten Jahre stets Weltmeister geworden ist und nicht wie unsere Superfußballer in der WM-Vorrunde ausschied."

    Als Einer-Spezialist konnte Zeidler sein Training nach der Verschiebung der Olympischen Spiele von Tokio ins kommende Jahr trotz Einschränkungen "relativ normal fortsetzen". Außer der EM im Oktober sind allerdings vorerst keine Ruder-Wettkämpfe in Sicht.

    Interesse am Fußball eingestellt

    Obwohl die Sportwelt größtenteils stillsteht, will Zeidler die Bundesliga nicht verfolgen. Er habe sein Interesse für den Fußball eingestellt, "als für einen Spieler zum ersten Mal ein neunstelliger Eurobetrag bezahlt wurde", sagte der 23-Jährige, "davon werde ich jetzt nicht abkommen, nur weil es der einzige Sport ist, der ab nun im Fernsehen zu sehen sein wird."