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Ruder-Nationalteam: Von München schlagkräftig zur WM | BR24

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Rund zehn Tage hat sich das deutsche Ruderteam auf der Olympia-Regattastrecke von 1972 in München-Oberschleißheim vorbereitet, am Mittwoch fährt sie zur Weltmeisterschaft nach Linz-Ottensheim auf der österreichischen Donau.

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Ruder-Nationalteam: Von München schlagkräftig zur WM

Das gab es lange nicht mehr: Auf der Olympia-Regattastrecke der Münchner Spiele von 1972 haben sich der Deutschland-Achter und die meisten anderen Bootsbesatzungen auf die am Wochenende beginnende Ruder-Weltmeisterschaft in Linz vorbereitet.

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Bundestrainer Ralf Holtmeyer betonte die Bedeutung der Weltmeisterschaft in Linz in diesem Jahr: "Das ist die wichtigste Regatta im olympischen Vier-Jahres-Zyklus. Die Qualifikationen laufen jetzt, das heißt dort wird zum Großteil entschieden, wer bei den Sommerspielen 2020 starten darf."

1.200 Aktive aus 80 Nationen sind für die WM gemeldet – das ist ein neuer Rekord und zeigt den Stellenwert. Darunter sind 77 deutsche Starter.

Konstante Leistungen

Das deutsche Ruder-Team hat in den vergangenen Jahre konstante Leistungen gezeigt. Gerade im Männer-Achter und bei den Doppel-Vierern hat man regelmäßig Medaillen eingefahren. Der traditionell starke Achter hat dabei zwei neue Athleten an Bord: Laurits Follert und Christopher Reinhardt. Dafür wurde der Niederbayer Felix Wimberger in den Vierer zurückgestuft.

"Wir brauchen noch etwas Zeit, um uns perfekt abzustimmen", erklärte Achter-Trainer Uwe Bender. Das Ziel in Linz ist trotzdem klar: die Olympia-Qualifikation.

Männer-Achter traditionell im Favoritenkreis

Fünf von zehn Teams schaffen es, die restlichen Fünf können auf die Nach-Qualifikation hoffen. "Dort geht es aber ganz eng zu, das will keiner", sagt Bender. Zusammen mit Großbritannien, den Niederlanden und Australien gehört Deutschland zu den Favoriten. Insgesamt will die deutsche Mannschaft in mindestens acht Bootsklassen das Ticket für Tokio buchen.

"Ausnahmetalent" Oliver Zeidler

Im Einer will Europameister Oliver Zeidler aus Erding bei München für Furore sorgen. Der 23-Jährige sei ein "Ausnahmetalent", sagt Bundestrainer Holtmeyer. Er hat in diesem Jahr fast jedes Rennen gewonnen. Seine Schwester Marie-Sophie Zeidler geht mit dem Frauen-Achter an den Start. Die Geschwister wollen sich zusammen für Tokio qualifizieren: "Ob es bei mir schon klappt, mal schauen“, sagt die 20-jährige Marie-Sophie. Denn der Frauen-Achter hat noch nicht das Prestige und die Schlagkraft der Männer.

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Video: Deutschlands Ruderstars haben sich auf der Olympiastrecke in München-Oberschleißheim auf die WM vorbereitet. Darunter auch Europameister Oliver Zeidler und dessen Schwester Marie, die im Frauen-Achter ihr WM-Debüt feiern wird.

Von München nach Linz

Bundestrainer Holtmeyer zog am Dienstag (20.08.19) ein positives Fazit: "Das Trainingslager ist gut gelaufen. Für uns war das ja auch Neuland - mit der kompletten Mannschaft hier in München. Aber das Wetter hat mitgespielt, es gab kaum andere Boote auf der Strecke und Hotel und Umgebung waren super."

München war schon deshalb als WM-Vorbereitungsort bestens geeignet, weil es im Bundesvergleich am nächsten zum österreichischen Linz liegt, wo es am 25. August losgeht. "Außerdem ist das hier ein Denkmal und eine sehr gute Trainingsstrecke", ergänzte Holtmeyer.

Regattastrecke unter Denkmalschutz

Die Olympia-Regattastrecke für Ruderer und Kanuten in Oberschleißheim stand schon vor dem Aus, zeitweise drohte sogar der Abriss. Jetzt steht die Strecke immerhin unter Denkmalschutz. Bootshallen und Tribünen müssen allerdings dringend saniert werden, das Geld dafür ist knapp. Trainings-Standorte wie Dortmund oder Potsdam sind besser ausgestattet, Rudern ist im Norden Deutschlands populärer. Bei Freizeit- und auch Profisportlern ist die Strecke in München aber weiterhin beliebt. "Gerade für Intensität-Fahren ist sie sehr gut geeignet", schildert Holtmeyer.

Goldener Großvater

Und die Tradition stimmt auch: 1972 ruderte Hans-Johann Färber, der Großvater der heute erfolgreichen Oliver und Marie-Sophie Zeidler, hier zu Olympia-Gold.

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Hans-Johann Färber gewann 1972 Gold im Vierer