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Ruder-Elite bereitet sich in Oberschleißheim auf WM vor | BR24

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Deutschlands Ruderstars bereiten sich auf der Olympiastrecke in München-Oberschleißheim auf die WM vor. Darunter auch Europameister Oliver Zeidler und dessen Schwester Marie, die im Frauen-Achter ihr WM-Debüt feiern wird.

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Ruder-Elite bereitet sich in Oberschleißheim auf WM vor

Nahezu die gesamte Ruder-Nationalmannschaft ist derzeit in Oberschleißheim. Auf der Olympia-Regattastrecke von 1972 bereiten sich der Deutschland-Achter und die meisten anderen Bootsbesatzungen auf die nächste Weltmeisterschaft vor.

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Für Oliver Zeidler aus Schwaig bei Erding ist es ein Heimspiel. Doch meistens zieht der Einer-Ruderer allein in Oberschleißheim seine Bahnen, der Rest des Nationalteams ist verteilt auf die Stützpunkte in Dortmund, Potsdam und Ratzeburg. Aber diese Woche ist das ganze Team bei München vereint, um sich den letzten Schliff für die WM im österreichischen Linz Ende August zu holen.

Und so fährt Europameister Zeidler jetzt schon mal im Training gegen einen Frauen-Zweier als Sparringspartner– und das auf der Olympiastrecke von 1972, die schon vor dem Aus stand. Doch jetzt ist sie denkmalgeschützt und neuer Landesstützpunkt. "Eine sehr gute Trainingsstrecke", findet Bundestrainer Ralf Holtmeyer. Nicht nur für das Nationalteam. Allein zehn Ruder- und Kanuvereine aus dem Raum München trainieren hier regelmäßig.

Weltmeisterschaft als Gradmesser

Für die deutschen Ruderer ist Oberschleißheim vor allem der ideale Standort mit Blick auf die Weltmeisterschaft. Die Strecke in Linz-Ottensheim an der österreichischen Donau ist nur drei Autostunden entfernt. Und die WM (25. August - 1. September) wird für die Ruderer zum echten Gradmesser. "Das ist für uns die olympische Qualifikationsregatta Nummer eins. Wir müssen bei den Weltmeisterschaften unter den Top fünf sein", stellt Hannes Ocik, Schlagmann des Deutschlandachters, fest.

In Oberschleißheim feilt der Deutschlandachter an Details. Noch eine Aufgabe: Teambuilding. Denn seit dieser Saison sitzen zwei Neue im Achter: "Die komplette Struktur der Mannschaft ändert sich. Die Prozesse dauern ein bisschen länger," sagt Ocik.

Zeidler-Geschwister gemeinsam bei Olympia 2020?

Doch bis die Feinabstimmung sitzt, kann dauern. Weiß auch Marie-Sophie Zeidler, die Schwester von Oliver. Sie sitzt im Deutschlandachter der Frauen. Die 20-Jährige beklagt sich über den mangelnden Stellenwert des Frauen-Achters: "Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass der Frauen-Achter lange nicht präsent war. Wir müssen uns ran kämpfen und versuchen dort anzukommen, wo der Männer-Achter ist. Das wird wahrscheinlich ein paar Jahre dauern."

Marie-Sophies großes Ziel: Olympia 2020 in Tokio, am besten gemeinsam im deutschen Team mit Bruder Oliver – der olympische Traum der Zeidler-Geschwister. "Ja, der besteht auf jeden Fall. Ob es nächstes Jahr schon klappt, weiß ich nicht. Ich versuche es natürlich. Aber wenn nicht, dann halt vier Jahre später. Ich bin ja noch jung."

Die richtige Trainingsstrecke haben die beiden auf jeden Fall. In Oberschleißheim ruderte ihr Großvater Johann 1972 zu Gold – auch deshalb haben die Zeidlers hier ihr Heimspiel.