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Lena Gottwald im Ziel

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Rothsee-Triathlon: Alles andere als normal

Abstand, 3G-Regel, keine Zuschauer: Der Rothsee-Triathlon ist heuer einer der ersten größeren sportlichen Wettkämpfe in Franken. Viele Athleten freuen sich, dass Sportevents endlich wieder möglich sind. Doch "Normalität" herrscht noch lange nicht.

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Von
  • Ulrike Nikola

Als der Sieger Sebastian Neef nach 1 Stunde 56 Minuten und 44 Sekunden über die Ziellinie gelaufen ist, ertönte zwar laute mitreißende Musik, doch es fehlten Jubel, Klatschen und Begeisterungsstürme. Denn Zuschauerinnen und Zuschauer durften beim mittelfränkischen Rothsee-Triathlon 2021 nicht dabei sein. So haben es die pandemiebedingten Vorschriften vorgesehen. Es gab auch kein Verpflegungsbuffet im Ziel und keine Siegerehrung, denn die Urkunden werden per Post zugestellt. Nach 2 Stunden 11 Minuten und 2 Sekunden war Lena Gottwald als schnellste Frau im Ziel und strahlte, auch wenn die Zirndorferin aus dem Landkreis Fürth wie alle anderen Triathletinnen und Triathleten vorschriftsmäßig das Wettkampfgelände zügig verlassen musste.

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Der Rothsee-Triathlon ist heuer eine der ersten größeren sportlichen Wettkämpfe in Franken. Trotz strenger Corona-Regeln freuten sich viele Athleten, dass die Generalprobe zum Challenge Roth stattfinden konnte.

Respekt vor den Organisatoren

"Die Stimmung auf dem Wettkampfareal fehlt natürlich, auch die After-Race-Party und das Publikum an der Strecke, aber ich habe echt Respekt vor den Organisatoren, dass sie in diesen Zeiten eine Triathlonveranstaltung möglich gemacht haben", sagt Lena Gottwald. Es mache ihr wirklich Spaß endlich wieder an einem Wettkampf teilzunehmen, noch dazu in ihrer Heimat Franken. Die Europa- und Weltmeisterin 2019 freut sich über ihren Sieg doppelt, weil sie in den vergangenen Monaten wegen Hüftbeschwerden und einer Erkältung nur wenig trainieren konnte. Was den Rothsee-Triathlon angeht, so ist die 25-Jährige schon eine erfahrene Teilnehmerin, die dort bereits als Kind 2004 das erste Mal an den Start ging. Seitdem hat Lena Gottwald kein einziges Rennen am Rothsee ausgelassen und nun 2021 mit einem Sieg gekrönt.

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Keine Zuschauerinnen und Zuschauer an der Wettkampfstrecke erlaubt.

Kein Rahmenprogramm und 3G-Regel

Auf der Kurzdistanz mit 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen stand für die 663 Einzelstarterinnen und –starter sowie 54 Staffeln der Sport im Mittelpunkt, denn das Rahmenprogramm ist komplett entfallen. Die Athleten mussten auch einige Erschwernisse in Kauf nehmen: Eine aufwändigere Einlasskontrolle wegen der 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) und Vorzeigen der Luca-App, Maskentragen bis zum Start und ab dem Ziel, Hygienevorschriften beachten und Abstand halten.

Sabrina Katzbach nimmt es sportlich. Sie hat zwei Tage vor dem Rothsee-Triathlon einen PCR-Test machen lassen, und tritt in der BR Franken-Staffel als Schwimmerin an. Vor kurzem hat sie bereits beim österreichischen Challenge Walchsee mitgemacht. Dort konnte sie immerhin ihren Mann als Begleitperson anmelden und in den abgesperrten Triathlonbereich mitnehmen. "Ich freue mich einfach, dass ich wieder ein bisschen Wettkampfluft schnuppern kann", sagt die 37- Jährige. Denn im vergangenen Jahr sind nicht nur der Rothsee-Triathlon und der Challenge Roth 2020 ausgefallen, sondern auch viele andere Sportveranstaltungen.

BR-Franken-Staffel im Ziel

Auch die beiden anderen BR-Franken-Staffel-Teilnehmer Sebastian Schenkl (Rad) und Oliver Popp (Laufen) aus Bayreuth freuen sich über eine reibungslose Organisation, die ihnen Hoffnung auf weitere Rennen macht – allen voran der geplante Langstreckentriathlon Challenge Roth am 05. September 2021. Mit ihrer Gesamtzeit von 2 Stunden 34 Minuten und 18 Sekunden sind die Staffelteilnehmer zufrieden, zumal Radfahrer Sebastian einen ungewollten Abstecher gemacht hatte. "An einer Straße bin ich rechts abgebogen statt geradeaus zu fahren, und dann ging's auch noch einen Berg hoch", berichtet er schmunzelnd. Das hat natürlich ein paar Minuten extra gekostet. Beim Schwimmen sorgte der Wind am Rothsee für einige Wellen, während es auf der Laufstrecke am Mittag sehr sonnig und warm gewesen ist.

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BR-Franken-Staffel beim Rothsee-Triathlon.

Umfangreicher Infektionsschutz

Die Organisatoren hatten Anfang Juni ein 17 Seiten langes Hygienekonzept mit der Deutschen Triathlon-Union (DTU) ausgearbeitet. Ein Hauptargument für eine Durchführung ist, dass Triathlon eine Einzelsportart ist. Durch die Sportordnung werde erreicht, dass sich die Teilnehmenden während des Wettkampfs über eine längere Strecke verteilen. Nachdem auch die Inzidenzwerte im Landkreis Roth gefallen waren und das Konzept überzeugend war, gab der Landrat zwei Wochen vor dem Start grünes Licht. Für viele ambitionierte Freizeitsportlerinnen und -sportler kam die Entscheidung zwar recht kurzfristig, aber in Corona-Zeiten gibt es keine langfristigen Garantien.

Finanzielle Einbußen, aber Sport im Mittelpunkt

Unter solchen Bedingungen ist eine Sportveranstaltung nicht rentabel, denn es fehlen nicht nur Startgebühren der sonst zahlreicheren Teilnehmenden, sondern auch die Einnahmen durch das Publikum für Essen, Trinken und Sport- und Merchandisingprodukte. Mit-Organisator Matthias Fritsch ist daher froh, dass der Verein TSG 08 Roth mit seinen Ehrenamtlichen und viele freiwillige Helfern diese Sportveranstaltung seit Jahren möglich machen, und dass keine Existenzen von der Veranstaltung abhängen. "Die Einnahmen kommen vor allem unserer Triathlonabteilung im Verein zugute, und da müssen wir nun ein paar Abstriche machen", so Fritsch. Natürlich gab es im Vorfeld viel Neues zu berücksichtigen wie Absperrungen, Kontrolle und Hygiene, aber es habe sich im Sinne des Sports auf jeden Fall gelohnt.

Zurück zu den Anfängen des Triathlons

Das sieht Mit-Organisator Frank Kräkel genauso: Für ihn liegt die Konzentration daher heuer auf den sportlichen Leistungen. Der durch die Pandemie beschränkte Wettkampf erinnert an die Anfänge des Triathlons im Landkreis Roth, als es noch viel weniger Zuschauer und Starter gab. Das wird wohl auch für das Mega-Langstrecken-Event Challenge Roth am 5. September 2021 gelten, das unter ähnlichen Restriktionen stattfinden soll. Es ist jedenfalls schon mal ein positives Zeichen für alle Sportbegeisterten, dass der "kleine Bruder" Rothsee-Triathlon reibungslos durchgeführt werden konnte.

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