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Risikospiel in Kiew: Bundesligisten erwägen DFB-Boykott | BR24

© picture-alliance/dpa

Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Oliver Bierhoff

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    Risikospiel in Kiew: Bundesligisten erwägen DFB-Boykott

    Der Risiko-Trip der DFB-Auswahl in die Ukraine am 10. Oktober wird zum Politikum. Bundestrainer Joachim Löw äußert Bedenken, die Top-Klubs um Bayern München und Borussia Dortmund erwägen einen Verzicht ihrer Stars.

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    Bei einem Sponsorentermin vor der Dresdner Frauenkirche räumte Löw ein, dass auch ihn "ein mulmiges Gefühl" beschleiche, wenn er an das nächste Auswärtsländerspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 10. Oktober in der Ukraine denkt. Und er ist damit nicht allein, die Nations-League-Begegnung im Corona-Risikogebiet wird immer mehr zum Politikum.

    Die betroffenen Fußball-Bundesligisten um Bayern München, Borussia Dortmund oder RB Leipzig erwägen, ihren Stars die Freigabe für das Risikospiel zu verweigern. "Wir arbeiten an Lösungen, behalten uns aber vor, die Spieler nicht abzustellen, sofern es keine Regel gibt, die es ermöglicht, sie anschließend sofort wieder einzusetzen", sagte BVB-Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl dem kicker.

    Keine Abstellpflicht bei Spielen in Risikogebieten

    Das Thema beschäftige die Klubs "extrem", betonte der frühere Nationalspieler. Die DFB-Auswahl ohne Kapitän Manuel Neuer und die Münchner Triple-Helden? Ohne Marco Reus und die anderen BVB-Profis? Undenkbar! Doch noch gibt es keine endgültige Vorgabe vom Weltverband.

    Die FIFA hatte vor den September-Länderspielen per Rundschreiben darüber informiert, dass für Spieler, die in Städten antreten sollen, die als Risikogebiet gelistet und mit Reisebeschränkungen bedacht sind, keine Abstellungspflicht bestehe. Sollte sie diese Regelung aufrecht erhalten, wäre die Abstellung der Nationalspieler für das Ukraine-Spiel freiwillig - und Löw stünde womöglich plötzlich ohne seine besten Akteure da.

    Größerer Kader - aber mit Rumpftruppe nach Kiew

    Der Bundestrainer kämpft mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff seit Tagen darum, das zu verhindern. Es würden "alle Maßnahmen so getroffen, dass man davon ausgehen kann, dass wir keinem besonderen Risiko ausgesetzt sind", betonte Löw. Er werde alles tun, damit Neuer und Co. "auch wieder gesund zurückzukommen", versprach er.

    Bierhoff warb bei den Klubs um Vertrauen. "Ich finde, dass die Länderspielphase im September gezeigt hat, dass auch unser Hygienekonzept sehr gut greift", betonte er: "Die Vereine wissen, dass wir besondere Sorgfalt an den Tag legen."

    Löw will in der kommenden Woche einen größeren Kader nominieren als üblich. Während ein Teil der Mannschaft im Quartier in Köln bleiben könnte, würde er nur mit einer Rumpftruppe nach Kiew fliegen. Angesichts der beiden weiteren Länderspiele jeweils in der rheinischen Metropole gegen die Türkei (7.10.) und die Schweiz (13.10./Nations League) ließe sich so auch die Belastung besser steuern.

    Heimspiele in Köln vor Zuschauern?

    In Absprache mit Teamarzt Tim Meyer wurde zudem festgelegt, dass die Ukraine-Reise zu einem nicht einmal 36-stündigen Blitzbesuch wird, bei dem der Kontakt zur Außenwelt - wie im September bei den Partien gegen Spanien in Stuttgart und in Basel gegen die Schweiz - abgesehen vom Spiel vermieden werden soll. "Wir werden uns vor Ort weiter im geschützten Kreis bewegen", versprach Bierhoff.

    Zugleich hofft der DFB auf Heimspiele vor 9.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion. "Grundsätzlich würden wir gerne wieder vor unseren Fans spielen", sagte Bierhoff, wohl wissend, "dass aktuell wieder erhöhte Vorsicht geboten ist, und über allem steht natürlich die Gesundheit."