Zurück zur Startseite
Sport
Zurück zur Startseite
Sport

Ringkampfsport in Deutschland bleibt gespalten | BR24

© picture alliance

Nach dem Urteil wird es auch künftig zwei deutsche Meisterschaften im Ringkampfsport geben.

Per Mail sharen
Teilen

    Ringkampfsport in Deutschland bleibt gespalten

    Die noch relativ junge Deutsche Ringerliga (DRL) gewinnt den Rechtsstreit mit dem Deutschen Ringer Bund (DRB). Der DRB darf Athleten nicht sperren, nur weil sie für den Konkurrenzverband starten. Das gilt auch für den Weltverband im Ringen.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Der Deutsche Ringer Bund (DRB) darf keine Sperren gegen Athleten aussprechen, nur weil sie für den Konkurrenzverband Deutsche Ringerliga (DRL) starten. Auch der Weltverband im Ringen, die UWW, darf Sportler nicht mit internationalen Sperren belegen, weil sie für einen Verein der Deutschen Ringerliga antreten. Das hat am Donnerstag (28.02.19) das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden. Damit bleibt der Ringsport in Deutschland nach einem seit Jahren schwelenden Streit auf Dauer gespalten und es werden weiterhin zwei unterschiedliche Meisterschaften pro Jahr ausgetragen.

    DRL-Ringer dürfen auch international starten

    Dem Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth zufolge müssen DRB und UWW 250.000 Euro Ordnungsgeld zahlen, sollten sie erneut versuchen, Athleten durch Sperren oder die Androhung von Sperren daran hindern, an Wettkämpfen der DRL teilzunehmen. Sie dürften weder von Europa- oder Weltmeisterschaften noch von Olympischen Spielen ausgeschlossen oder mit einer Sperre bedroht werden, so die Richter. Die Kammer verurteilte die Beklagten außerdem dazu, die Sperren gegen neun Ringer aufzuheben und die Kosten des Rechtsstreits zu zahlen.

    Ringerliga will expandieren

    Mit dem Urteil hat die Deutsche Ringerliga auf ganzer Linie gesiegt. Sie darf weiterhin ihre Meisterschaften austragen. Im Herbst beginnt die dritte DRL-Saison. Ob dann schon mehr als die bisherigen fünf Vereine antreten, ließ DRL-Geschäftsführer Markus Scheu offen. "Ob es schon bis zum Herbst gelingt, weitere Vereine an uns zu binden, müssen wir abwarten. Aber natürlich wollen wir größer werden. Wir sind in guten Verhandlungen", sagte Scheu dem Bayerischen Rundfunk. Auch viele deutsche Ringer hätten mit Spannung auf das Urteil gewartet.

    "In der DRL sind ja nicht deshalb keine deutschen Ringer gestartet, weil wir nicht wollen oder weil die nicht gut sind, sondern weil die Sportler Angst vor Sperren hatten." Markus Scheu, Geschäftsführer der Deutschen Ringerliga

    Der DRB kündigte auf seiner Homepage an, das Urteil gründlich zu prüfen. Erst danach will der alteingesessene Verband entscheiden, ob er Rechtsmittel einlegen und vor das Oberlandesgericht Nürnberg ziehen will.

    Abspaltung im Jahr 2017

    Fünf Spitzenclubs hatten sich 2017 nach einem Streit mit dem DRB aus der 1. Ringer-Bundesliga verabschiedet: Weingarten, Schifferstadt, Nendingen, Ispringen und Eisleben. Auslöser für den Streit waren Überlegungen des DRB, das Finale um die Deutsche Meisterschaft künftig immer in Aschaffenburg auszutragen und die Einnahmen unter den Vereinen und dem DRB aufzuteilen. Die Spaltung hatte zur Folge, dass einige Spitzensportler den Verein wechselten. Der dreifache Weltmeister Frank Stäbler etwa, der 2017 noch mit Germania Weingarten die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte, unterschrieb daraufhin bei den Red Devils Heilbronn, dem aktuellen Deutschen DRB-Vizemeister.