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Ringer Nico Sausenthaler (r.) mit den Nachwuchssportlern Bryan und Kevin
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Ringer Nico Sausenthaler (r.) mit den Nachwuchssportlern Bryan und Kevin

Die Ringer der Sportfreunde Laubendorf aus Langenzenn im Landkreis Fürth haben das nun schon zum zweiten Mal gemacht. Kürzlich war Nico Sausenthaler zu Gast, amtierender Deutscher Juniorenmeister griechisch-römisch (63 kg) von den Johannisgrizzlys Nürnberg. Das wollen sich viele der Kinder und Jugendlichen im Verein nicht entgehen lassen: Etwa 30 Ringer kommen an diesem Tag und schwitzen bei Rollen, Rädern und Ringerbrücken. Besonders eifrig sind sie bei der Sache, als der 20-Jährige Ringergriffe vorführt und trainieren lässt. Ob Armzug oder Schlüpfer – die Technik von einem Profi erklärt zu bekommen, finden alle toll. Schon einmal waren Profis bei den Sportfreunden Laubendorf zu Gast: Damals hielten Fabian Schmitt vom aktuellen Mannschaftsmeister Wacker Burghausen und Deniz Menekse von den Johannisgrizzlys ein Training ab.

"Das pusht ungemein"

Mit Nico Sausenthaler am Mattenrand ist die Konzentration deutlich höher als sonst. Alle Kinder und Jugendlichen wollen zeigen, dass sie was können. Diesen Eifer kennt der 20-Jährige auch von sich selbst.

"Ich bin mit 14 auf die Sportschule, und da ist man dementsprechend auch mit vielen erfolgreichen Sportlern zusammen. Das pusht einen ungemein, wenn man Leute hat, zu denen man aufschauen kann. Wenn man sieht, dass das eigene Vorbild hart trainiert und damit letztendlich auch Erfolg hat, dann motiviert einen das selber ungemein, dass man selber hart trainiert." Nico Sausenthaler

Wer in seinem Sport erfolgreich sein will, braucht ein Vorbild. Wobei Randsportarten wie Ringen da im Vorteil sind: Die Idole sind nicht so weit weg, werden bei Wettkämpfen nicht so abgeschirmt wie etwa Star-Fußballer, sind ansprechbar und kommen, so wie Nico Sausenthaler, auch mal ins Training eines Dorfvereins.

Trainer ist ausschlaggebend

Ein solches Highlight motiviert – allerdings hält die Wirkung nicht unendlich an. Es brauche vielmehr immer wieder kleine Höhepunkte im Trainingsalltag, um die Kinder und Jugendlichen bei der Stange zu halten, sagt Heiko Ziemainz, Sportpsychologe an der Universität Erlangen-Nürnberg. Denkbar sei vieles. Zum Beispiel gemeinsam zu einem besonderen Wettkampf zu fahren und dort zu übernachten. Auch das klassische Eisessen könne motivieren, vor allem die Jüngeren. Ausschlaggebend für den Trainingseifer von Kindern und Jugendlichen seien aber vor allem die Trainer, so Ziemainz.

"Ganz ganz wichtig, und das zeigen auch viele Studien, ist, dass man gute und qualifizierte Übungsleiter hat. Gute und qualifizierte Übungsleiter heißt aber nicht nur, dass sie fachlich gut sind, also Experten sind in der Sportart, sondern dass sie auch gut und qualifiziert sind im Umgang mit Kindern und Jugendlichen. Das eine bedingt ja nicht unbedingt das andere." Sportpsychologe Heiko Ziemainz

Der Trainer müsse den Kindern auf Augenhöhe begegnen, sie ernst nehmen und es schaffen, die Anfänger wie die Fortgeschrittenen zu fördern. "Nicht umsonst spricht man oft von der „eierlegenden Wollmilchsau", so Ziemainz.

Kämpfen macht Spaß

Für die Laubendorfer Kinder und Jugendlichen war das besondere Training ein Riesenerlebnis. "Es war halt anspruchsvoller und anstrengender, die Griffe irgendwie intensiver", sagt etwa der zehnjährige Valentin. Und der neunjährige Kevin fand es einfach "gut, weil wir gekämpft haben und weil das Spaß macht".

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Aufwärmtraining: in der Plank

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Die Kids versuchen sich an den ersten Übungen

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Auch die Älteren langen hin. Hier Niklas (M.) mit Nico Sausenthaler

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Natürlich legt der Profi auch selbst Hand an und zeigt, wie es geht

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Autoren

Karin Goeckel

Sendung

Das Fitnessmagazin vom 10.03.2019 - 07:35 Uhr