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Ribéry nach Frankfurt - drei Gründe, die dagegen sprechen | BR24

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Philipp Hofmeister vom Hessischen Rundfunk begleitet Eintracht Frankfurt derzeit beim Trainingslager in Österreich. Seine Einschätzung zu den Gerüchten, dass Ex-Bayern-Star Franck Ribéry zu den Hessen wechseln könnte.

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Ribéry nach Frankfurt - drei Gründe, die dagegen sprechen

Sommerzeit, Transfergerüchtezeit. Ex-Bayern-Star Franck Ribéry soll ein Kandidat bei Eintracht Frankfurt sein, der Klub dementiert - wie in der Branche üblich - erst einmal. Mindestens drei Gründe sprechen aber ohnehin gegen einen solchen Wechsel.

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Eine Zeitungsmeldung sorgt für Aufregung am Montagmorgen: Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt will den früheren Bayernspieler Franck Ribéry verpflichten. Die Verantwortlichen des Vereins sagten am Rande des Eintracht-Trainingslagers in Windischgarsten in Österreich - wie bei solchen Gerüchten üblich - zunächst gar nichts zu den Spekulationen.

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur meldete sich dann Jan Strasheim, Leiter Medien und Kommunikation der Frankfurter, zu Wort und erklärte, dass sich die Eintracht "nicht mit einer Verpflichtung von Franck Ribéry" beschäftige.

Nur ein in der Branche übliches Dementi? Schaut man sich jenseits des Frankfurter Statements Personalien und Finanzen an, gibt es sowieso mindestens drei triftige Gründe, warum ein solcher Wechsel eigentlich nicht zustande kommen kann.

Der wirtschaftliche Faktor

Allein schon aus finanziellen Gesichtspunkten kann man sich Großverdiener Franck Ribéry kaum in Frankfurt vorstellen. Beim FC Bayern verdiente der Franzose zuletzt rund sieben Millionen Euro pro Jahr, zu seinen Glanzzeiten auch zweistellige Millionensummen. Bei der Eintracht würde der Franzose - selbst bei einem leistungsbezogenen Vertrag - gehörig das Gehaltsgefüge durcheinanderbringen.

Frankfurt war zuletzt schon vor einer Verpflichtung des früheren Bremers Max Kruse zurückgeschreckt. Dessen Gehaltsforderungen wollte der Klub nicht erfüllen. Wie Frankfurter Zeitungen berichtet hatten, forderte Kruse rund sechs Millionen Euro. Bisheriger Topverdiener der Hessen war Ante Rebic mit einem Jahressalär von fünf Millionen.

Die Frankfurter Fans

"Franck Ribéry ist für viele Eintracht-Fans ein rotes Tuch", sagt Philipp Hofmeister, Frankfurt-Reporter des Hessischen Rundfunks und derzeit beim Trainingslager des Bundesligisten in Österreich. Ribéry sei aufgrund seiner provokativen Spielweise "wahnsinnig unbeliebt", auch seine diversen Schauspieleinlagen in Partien gegen Frankfurt sind nicht vergessen.

Als das Transfergerücht die Frankfurt-Fans am Rande des Trainingslagers erreichte, sei die Meinung eindeutig gewesen: "Wenn Franck Ribéry zur Eintracht-Frankfurt kommt, dann muss ich ernsthaft darüber nachdenken, was das für persönliche Konsequenzen für mich hat", schilder Hofmeister die Stimmung. Sprich: Dauerkarte zurückgeben, aus dem Verein austreten - bei den Frankfurt-Fans scheint vieles möglich, sollte Ribéry wechseln.

Keine Spiele gegen den Ex-Klub

Seit klar ist, dass Franck Ribéry nicht beim FC Bayern bleibt, wurde der Franzose mit zahlreiche Klubs in Europa und Asien in Verbindung gebracht. Zuletzt vermeldete die gewöhnlich bestens informierte französische L'Équipe, dass der AS Monaco Ribéry verpflichten wolle, der aber abgelehnt habe. Die Begründung: Ribéry will in der französischen Ligue 1 nicht gegen seinen früheren Klub Olympique Marseille spielen.

Ähnlich würde Ribéry wohl auch bei einem möglichen Bundesliga-Angebot agieren. Der Franzose, ikonischer Spieler des FC Bayern im letzten Jahrzehnt, läuft plötzlich für Frankfurt auf? Gegen die Bayern? Unvorstellbar. Ribéry, der immer wieder betont hat, dass er noch immer "heiß auf Fußball sei", würde wohl in jeder Liga der Welt weiterspielen - nur eben nicht in Frankreich oder Deutschland.