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Rekordmeister schweigt: Warum hat der FCB so viele Coronafälle? | BR24

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Bayern-Trainer Hansi Flick

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    Rekordmeister schweigt: Warum hat der FCB so viele Coronafälle?

    Der FC Bayern München schlägt jeden anderen Fußballklub in Deutschland - jetzt auch mit der Zahl positiv getesteter Spieler. Wieder macht der Rekordmeister in der Corona-Pandemie auf sich aufmerksam. Aber der Verein schweigt.

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    Von
    • Cristina Krüger

    Und schon wieder der FC Bayern: Mit Benjamin Pavard meldete der Rekordmeister nun den siebten Corona-Fall. Selbst wenn es sich bei Serge Gnabry wohl um einen sogenannten "falsch positiven" Test gehandelt hatte, wird die Liste der positiv getesteten Fußballprofis länger und länger. Bei aller Einzelfall-Dogmatik kommt auch der leidenschaftlichste Bayern-Fan langsam nicht mehr umhin, die Zuverlässigkeit des Hygienekonzeptes zu hinterfragen.

    "Bubble" doch nicht unverwundbar?

    Die Existenz einer sogenannten "Bubble" diente stets als Totschlagargument in der Diskussion um die Privilegien des Profifußballs in der Corona-Pandemie. Doch wo infizierten sich Pavard, Thomas Müller und Co., wenn sie doch die vermeintlich sicherere Blase nicht verlassen haben, engmaschig getestet wurden und auch sonst alle Hygienevorschriften beachteten? Bereits zum Fall Müller sagte Dagmar Freitag, Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestages : "Jede Infektion zeigt, dass die Blase offensichtlich nicht unverwundbar ist."

    Pavard-Fall wirft viele Fragen auf - FC Bayern schweigt

    Und gerade der aktuelle Fall scheint exemplarisch für ein Phänomen im deutschen Fußball, das in Pandemie-Zeiten seinesgleichen sucht. Vor einer Woche krönte sich Pavard noch zum goldenen Torschützen beim Kontinente-Turnier in Katar.

    Zur Erinnerung: Am Abend vorher war Müller positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach dem Sieg bei der Klub-WM küsste Teamkollege Pavard medienwirksam den Weltpokal, der danach möglicherweise nicht desinfiziert wurde.

    Vier Tage später saß der rechte Außenverteidiger dann beim turbulenten 3:3 gegen Arminia Bielefeld als Einwechselspieler auf der Bank. Wiederum drei Tage später folgte die Meldung über das positive Testergebnis. Was bedeutet der Fall Pavard für den Rest des Teams, mit dem der Rechtsverteidiger vor wenigen Tagen noch im Flieger saß und trainierte?

    Der Rekordmeister selbst will auf BR-Anfrage kein Statement dazu abgeben. Nicht ein Wort darüber, was der Verein zu tun gedenkt, geschweige denn dazu, wie es zu der auffälligen Häufung der positiven Tests, wie sie derzeit bei keinem anderen Profi-Fußballklub in Deutschland auftreten, kommen konnte. In ihrer 21 Wörter dünnen Erklärung teilten die Bayern lediglich mit, dass es dem französischen Weltmeister "gut" gehe und er sich "in häuslicher Quarantäne" befinde.

    Das Thema Corona beschäftigt Trainer Hansi Flick gerade intensiv. Am Donnerstag telefonierte er mit Karl Lauterbach, um sich nach einem Zwist mit dem SPD-Gesundheitspolitiker persönlich auszutauschen. Der Streit sein nun beigelegt, twitterte der SPD-Politiker noch am selben Tag.

    Gesundheitsamt beruft sich auf Schweigepflicht

    Eine Sprecherin des zuständigen Münchner Gesundheitsreferats verwies bei den Fragen zu Zeit und Ort der Ansteckung sowie einem möglichen Zusammenhang mit dem Fall Müller auf die Schweigepflicht. Wie üblich seien mögliche Kontaktpersonen der Kategorie 1 ermittelt worden, "dafür wird jeweils der Einzelfall geprüft". Dieses Vorgehen werde bei Infizierten "unabhängig von Profession, Vereins- oder Ligaangehörigkeit" angewandt, erklärte die Sprecherin.

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