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Rekord Challenge Roth 2020 mit einer Para-Triathlon-Staffel | BR24

© Picture alliance/dpa

Para-Triathlon-Staffel

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    Rekord Challenge Roth 2020 mit einer Para-Triathlon-Staffel

    Sie sind angetreten, um beim Langstreckentriathlon schneller zu sein als der Challenge-Roth-Sieger Andreas Dreitz 2019. Können drei Sportler mit Handicap und ein Begleiter die Zeit unter acht Stunden tatsächlich toppen?

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    Als die Paralympics-Siegerin und Schwimmerin Christiane Reppe am Morgen am spiegelglatten Rothsee steht, freut sie sich auf die 3,8 Kilometer Schwimmen, "endlich mal wieder ein sportliches Event in der Corona-bedingt wettkampfarmen Zeit", sagt die 33-Jährige und krault los. Nach 58 Minuten ist die beinamputierte Sportlerin wieder zurück am Ufer und gibt das Startsignal für den stark sehbehinderten Radfahrer Tim Kleinwächter aus Bad Windsheim mit seinem Begleiter Peter Renner auf dem Tandem. Weil der Langstreckentriathlon Challenge Roth in diesem Jahr ausgefallen ist, hat die Para-Triathlon-Staffel selber einen eigenen Wettkampf rund um Roth organisiert. Dabei wollen sie schneller sein als der Bayreuther Profi-Triathlet Andi Dreitz, der 7 Stunden 59 Minuten für seinen Sieg 2019 in Roth brauchte.

    Kalvarienberg kostet einige Körner

    Auf der ersten Radrunde durch den Landkreis Roth läuft es noch super für das Tandem, das einen Schnitt von 46 km/h fährt. Doch auf der zweiten Runde kostet sie der Kalvarienberg bei Greding die letzten Körner. Nach 4 Stunden 12 Minuten steigt Tim Kleinwächter erschöpft vom Tandem, und gesteht nach den 180 geschafften Kilometern: "Ich habe noch nie solche Krämpfe in den Beinen gehabt wie heute." Kleinwächter und sein Begleiter Peter Renner, die beide im deutschen Paralympics Nationalteam fahren, hatten gehofft, dass sie noch ein paar Minuten schneller den Staffelstab übergeben könnten. Doch die Radstrecke war für den Verkehr nicht wie bei offiziellen Wettkämpfen gesperrt, so dass sie dadurch etwas eingeschränkt gewesen sind.

    Vom Ergebnis überrascht

    Dafür kann Thomas Frühwirth Vollgas geben und legt den Marathon im Handrollstuhl in 1 Stunde 39 Minuten zurück. Der querschnittsgelähmte Österreicher hatte zunächst Respekt vor der leicht welligen Strecke im Landkreis Roth, "doch es lief wie geschmiert", sagt er im Ziel lachend. Dann steht fest: Mit 6 Stunden 49 Minuten hat die Para-Triathlon-Staffel das schnellste Rennen gemacht, das jemals beim Langstreckentriathlon Challenge Roth absolviert wurde. Christiane Reppe, Tim Kleinwächter, Peter Renner und Thomas Frühwirth haben damit ihr Ziel mehr als erreicht. Dass die Vier nicht nur unter der magischen 8-Stunden-Marke geblieben sind, sondern sogar weniger als sieben Stunden gebraucht haben, davon waren sie selber überrascht.

    Andi Dreitz als Pate für Spendenaktion

    Mit der Aktion hat die Staffel zu Spenden für drei Organisationen aufgerufen: Für die Stiftung "Deutschland schwimmt", die Kindern mit und ohne Handicap das Schwimmen beibringt. Für die Initiative „Fürth drückt", bei der ehrenamtliches Fachpersonal den Reanimationsunterricht in Schulen unterstützt sowie für ihren Heimatverein "HERRMANN Radteam". Geld kann über die gemeinnützige Spendenplattform betterplace.org gespendet werden. Im Ziel übergab Alice Walchshöfer im Namen der Challenge Roth - Organisatoren einen Spendenscheck mit 500 Euro. Auch der Roth-Sieger Andi Dreitz aus Bayreuth setzte sich schon im Vorfeld als Mentor und Pate der Spendenaktion ein. Er schickte Grüße aus Estland, wo er beim Ironman 70.3 in Talinn gestartet ist und nach 3:43:52 als Dritter ins Ziel kam. Es war der erste IRONMAN Wettkampf nach dem Corona Lockdown.