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DFB-Chef Grindel: Verhältnis zu Löw "100 Prozent intakt" | BR24

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Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, sprach in Blickpunkt Sport über die Ausmusterung von Boateng, Hummels, Müller, sein Verhältnis zu Bundestrainer Löw, die Klub-WM und das leidige Thema der Montagsspiele in der 2. und 3. Liga.

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DFB-Chef Grindel: Verhältnis zu Löw "100 Prozent intakt"

Reinhard Grindel, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, sprach in Blickpunkt Sport über die Ausmusterung von Boateng, Hummels, Müller, sein Verhältnis zu Bundestrainer Löw, die Klub-WM und das leidige Thema der Montagsspiele in der 2. und 3. Liga.

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DFB-Präsident Reinhard Grindel verteidigte in Blickpunkt Sport das Vorgehen von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw bei der Ausmusterung der Bayernspieler Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller. "Herrn Löw war es wichtig, persönlich den Spieler seine Beweggründe zu vermitteln. Deswegen kann ich schon verstehen, dass er in dieser Art und Weise den Weg gewählt hat, weil er nicht wollte, dass etwas heraussickert", sagte der DFB-Präsident.

Löws Pressekonferenz am vergangenen Freitag habe er am Rande das FIFA-Councils in Miami verfolgt. "Ich fand das sehr überzeugend". Löw habe seine Wertschätzung gegenüber den drei Weltmeistern ausgedrückt und den Weg in die Zukunft erklärt. Ein Abschiedsspiel wollte er dem Trio nicht in Aussicht stellen. Allerdings räumte er ein, dass man zu gegebener Zeit über eine passende Verabschiedung sprechen können.

Grindel räumt Kommunikationsdefizite ein

Allerdings sei ihm da auch bewusst geworden, dass die Pressekonferenz einige Tage zu spät angesetzt war. "Da habe ich gedacht: Wenn wir das am Dienstag (Tag der Mitteilung, dass das Trio nicht mehr berücksichtigt wird, Anm.d.Red.) so hätten rüberbringen können, wäre die eine oder andere Debatte nicht entstanden", erklärte Grindel, der sich durchaus selbstkritisch gab. Möglicherweise habe er es versäumt, eine schriftliche Stellungnahme herauszugeben.

Grundsätzlich sei die Kommunikation zwischen DFB-Präsidium und Bundestrainer seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr aber viel intensiver geworden. "Wir haben ein 100 Prozent intaktes Vertrauensverhältnis", so Grindel. Er verstehe nicht, wieso dieses immer wieder infrage gestellt werde.

Grindel: "Löw hat volle sportliche Entscheidungsfreiheit"

Das DFB-Präsidium sei einig, dass Löw alle Voraussetzungen und alle Qualitäten mitbringe, um den Umbruch zu gestalten. Grindel betonte zudem, dass Löw volle Kontrolle über das sportliche Geschehen habe: "Er hat die volle Entscheidungsfreiheit in sportlichen Angelegenheiten."

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Wohin geht's mit dem deutschen Fußball und der Nationalmannschaft? Bundestrainer Joachim Löw sortiert verdiente Spieler aus und startet die Verjüngungskur. Der richtige Weg?

Grindel, der DFB und die FIFA

"Selbstverständlich kann ich das verstehen", sagt Grindel über den Unmut der Fans bezüglich der neuesten FIFA-Pläne: Eine Klub-Weltmeisterschaft soll schon 2021 den bisherigen Confederations Cup ersetzen, die Weltmeisterschaft könnte schon 2022 statt 2026 auf 48 Teams aufgestockt werden.

"Alle UEFA-Vertreter in der FIFA haben dagegen gestimmt", berichtete Grindel vom gerade zu Ende gegangenen Council des Weltfußballverbands FIFA in Miami. Die europäischen Klubs und Ligen seien gegen die überstürzte Einführung einer Klub-WM gewesen. Auch Grindels Ziel wäre es zunächst gewesen, den Spielkalender zu "entrümpeln" und dann erst ab 2024 über eine Klub-WM nachzudenken.

Europas Klubs - die Wendehälse?

Am Dienstag soll es ein Treffen der Führung des Europäischen Fußballverbands UEFA mit der Vereinigung der europäischen Fußballklubs ECA geben, wo über die nächsten Schritte gesprochen wird. Einige europäische Klubs haben ihre ablehnende Haltung offenbar schnell abgelegt. FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß erklärte nach dem Bayernspiel am Sonntag gegen Mainz, dass er sich auf die Klub-WM freue. Grindel erklärte dagegen in Blickpunkt Sport, dass gerade der FC Bayern sich noch am Donnerstag - einen Tag vor dem FIFA-Council - über seinen ECA-Vertreter Michael Gerlinger bei der UEFA gegen eine vorschnelle Einführung der Klub-WM stark gemacht habe.

Zur möglichen Aufstockung der WM 2022 auf 48 Teams sagte Grindel nur, "das ist eine Entscheidung, die eher auf politischer Ebene getroffen wird." Allein kann WM-Gastgeber Katar eine aufgestockte WM nicht bewältigen und wäre auf seine Nachbarstaaten als Unterstützer angewiesen.

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Das Council des Weltfußballverbands FIFA hat in Miami die Klub-WM reformiert. Außerdem wurde die Aufstockung der WM 2022 auf den Weg gebracht. Präsident Gianni Infantion baut sich die Fußballwelt, wie sie ihm gefällt.

Fanfrust über die Montagsspiele

Vom Weltfußball zu den Problemen der deutschen Ligen: Die Montagsspiele sind weiter ein großer Fan-Aufreger. Während die 2. Liga diese bei den Fans ungeliebten Spiele abschaffen will, kommen sie zur neuen Saison in der 3. Liga.

Grindel unterstrich deutlich, dass der DFB hier nicht der Entscheider sei. "Das müssen die Vereine der 3. Liga selbst entscheiden. Wir vermarkten das TV-Recht. Wie es vermarktet wird - ob mit Montagsspiel ausgeschrieben wird oder nicht - ist Entscheidung der 3. Liga."

Insofern nahm er auch Fans und Verein in die Pflicht: "Wir brauchen eine klare Entscheidung der Vereine, ob sie an den Montagsspielen festhalten wollen oder nicht." Danach richte sich der DFB. Und: "Man muss den Fans sagen: Ihr müsst mit Euren Vereinen darüber reden."

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Kann das noch lange gut gehen? Der Fußball entfernt sich "dank" Kommerzialisierung immer mehr von den Fans. Die Lieblingssportart der Deutschen durchlebt schwierige Zeiten.