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Regionalligist Türkgücü München hegt kuriosen Stadionplan | BR24

© imago images/Passion2Press

Türkgücü-Bank bei einem Spiel im Grünwalder Stadion

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    Regionalligist Türkgücü München hegt kuriosen Stadionplan

    Sportlich läuft es für Regionalliga-Tabellenführer Türkgücü München. Doch im Aufstiegsfall bekommt der Verein ein Stadionproblem. Der Plan: Umzug von der Grünwalder Straße in Deutschlands Westen. Die Statuten der 3. Liga würden das sogar erlauben.

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    Türkgücu München ist derzeit Tabellenführer der Regionalliga Bayern mit satten acht Punkten Vorsprung. Der Aufstieg in die 3. Liga scheint fast schon sicher. Doch dann würde es eng in Sachen Stadion in der bayerischen Landeshauptstadt. Denn es gebe in München gleich drei Drittligavereine. Schon jetzt teilt sich Türkgücu das Stadion an der Grünwalder Straße mit dem TSV 1860 München und der 2. Mannschaft des FC Bayern.

    Heimspiele im Westen geplant

    "Ich weiß, dass wir in München stören", sagte Türkgücu-Präsident Hasan Kivran in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Deshalb überlege der Verein jetzt, im Falle eines Aufstiegs seine Heimspiele womöglich im Westen Deutschlands, also irgendwo in Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz, auszutragen. "Dort hätten wir wahrscheinlich mehr Zuschauer, weil es auch mehr Derbys gebe", wird der Vereinspräsident zitiert.

    Umzug laut Drittliga-Statuten durchaus möglich

    Eigentlich muss sich nach den Statuten der 3. Liga das Stadion "am Sitz des Bewerbers befinden". Ausnahmen sind jedoch auch möglich. Darüber müsste dann der Ausschuss der 3. Liga entscheiden, wobei sich die Spielstätte laut den Statuten "in jedem Fall im Verbandsgebiet des DFB befinden muss." Spielt der Drittliga-Ausschuss also mit, wären die Türkgücu-Pläne durchaus realisierbar.

    1860, FC Bayern, Türkgücü - Terminkollisionen vorprogrammiert

    Ein Umzug im Fall des Aufstiegs würde auch die großen Terminschwierigkeiten des unter drei Vereinen aufgeteilten Stadions an der Grünwalder Straße umgehen. "Du hast in der dritten Liga 19 Spiele, also erst einmal 57 Liga-Heimspiele. Dann hast du den DFB-Pokal, den Toto-Pokal. Und wenn zwei Teams an einem Wochenende zu Hause spielen, kann das auch nicht an aufeinanderfolgenden Tagen stattfinden", erklärte der Präsident die Problematik in München mit den drei Kontrahenten TSV 1860 München, FC Bayern II und Türkgücü.

    Was passiert, wenn das "Grünwalder" umgebaut wird?

    Unabhängig davon haben die drei Klubs ein weiteres Problem: Sollte das Grünwalder Stadion ab 2021 umgebaut werden, müssten sich ohnehin alle drei eine Ausweichstätte für zwei Jahre suchen. Der FC Bayern II könnte dann in einer - wenn auch wohl meist recht leeren - Allianz Arena spielen. Der TSV 1860 München handelte sich zuletzt Absagen von möglichen Ausweichquartieren in Unterhaching und Ingolstadt ein und müsste ebenfalls suchen.

    Türkgücü: Kein dauerhafter Abschied aus München

    Und Türkgücü hat den möglichen "Plan B" für zwei Jahre, nicht dauerhaft, ab 2021 ja präsentiert. "Wir würden auch nicht weggehen aus der Stadt, wir reden nicht von einem Ortswechsel", sagte Kivran im Interview: "Der Gedanke ist: Für eine Engpassphase in der Stadt würden wir ausweichen. Dieser Engpass ist gegeben, wenn drei Mannschaften in der 3. Liga spielen oder wenn das Grünwalder Stadion saniert wird."