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In der Regionalliga Bayern wird seit Herbst nicht mehr gespielt. Mit einem Sonderweg hat der Bayerische Fußball Verband versucht, der Pandemie bestmöglich zu begegnen. Doch nach über einem Jahr wird die Zeit knapp. Wie geht es weiter?

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Regionalliga: Wie geht's weiter mit dem bayerischen Sonderweg?

In der Regionalliga Bayern wird seit Herbst nicht mehr gespielt. Mit einem Sonderweg hat der Bayerische Fußball Verband versucht, der Pandemie bestmöglich zu begegnen. Doch nach über einem Jahr wird die Zeit knapp. Wie geht es weiter?

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Von
  • Wolfram Porr

In Bayern ticken die Uhren anders. Auch im Amateurfußball. Als einzige der fünf deutschen Regionalligen brach der Bayerische Fußball Verband (BFV) die Regionalliga-Saison 2019/2020 aufgrund der Coronapandemie nicht ab, sondern unterbrach sie nur.

Bayerischer Sonderweg: Unterbrechung statt Neustart

Während im Westen, Südwesten, Norden und Nordosten jeweils eine neue Spielzeit gestartet wurde, ließen die Bayern den zu Beginn der Saisonunterbrechung am 23. Spieltag amtierenden Tabellenführer Türkgücü München in die 3. Liga aufsteigen, die ja mit Hygienekonzept weiterspielen durfte. Die Tabelle der Regionalliga Bayern wurde bis Herbst eingefroren, dann wurde die Saison fortgesetzt.

Leider kam es im Oktober nur zu drei Spieltagen und ein paar Nachholpartien, dann wurde wegen der zweiten Coronawelle erneut unterbrochen. Das ist der Stand bis heute. Die Mannschaften haben zwischen 20 und 26 Partien absolviert. Ob die Spielzeit regulär beendet werden kann, ist offen, da die Zeit knapp wird.

Aufstieg in die 3. Liga: "Play-off-Turnier" wahrscheinlichste Lösung

Der BFV hat sich so positioniert: Nur wenn spätestens ab 3. Mai ein uneingeschränkter Trainingsbetrieb möglich ist, kann die Saison auch zu Ende gespielt werden. Sollte das nicht möglich sein, was der BFV inzwischen befürchtet, strebt der Verband ein "Play-off-Turnier" an, um wenigstens den Aufstieg in die 3. Liga zu regeln. Die Regularien wurden für diesen Fall entsprechend geändert.

"Auch wenn wir aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen nicht davon ausgehen, wäre es rein theoretisch noch möglich, einzelne Spieltage bis zum offiziellen Saisonende am 30. Juni 2021 anzusetzen", sagte BFV-Vizepräsident Reinhold Baier nach einer Vorstandssitzung am Mittwoch. Und weiter: "All das funktioniert natürlich nur, wenn wir allen Vereinen vor etwaigen Spielen eine adäquate und einheitliche Vorbereitungszeit von mehreren Wochen einräumen können."

In diesem Jahr steigt der bayerische Vertreter nicht direkt auf wie Türkgücü vor einem Jahr, sondern er muss sich erst noch gegen den Vertreter der Regionalliga Nord durchsetzen. Drei Mannschaften haben die Lizenz für die 3. Liga beantragt - neben dem derzeitigen Tabellenführer Viktoria Aschaffenburg (25 Spiele, 50 Punkte) sind dies die SpVgg Bayreuth (25 Spiele, 49 Punkte) sowie der 1. FC Schweinfurt 05 (23 Spiele, 44 Punkte).

Kleckern, sparen und viel Goodwill

Die 17 verbliebenen Klubs gingen unterschiedlich mit der Situation um. Beim FC Memmingen etwa steht Sparen an erster Stelle: "Wir haben Jahr für Jahr wirtschaftliche Gewinne erzielt und wollten jetzt in der Pandemie nicht zerstören, was wir uns in 20 Jahren aufgebaut haben", sagt Armin Buchmann, Vorsitzender des FC Memmingen, der WDR-Sendung "Sport Inside". "Wir haben sehr früh beschlossen, die variablen Kosten einzufrieren, das sind bei uns 90 Prozent Lohnkosten." Die Minijobverträge mit vielen Spielern wurden aufgekündigt, Abgänge in Kauf genommen. Buchmann sagt: "Wir haben für uns entschieden: Die Existenz des Vereins steht vor der Spielklasse."

Woanders, etwa bei den drei Aufstiegskandidaten, lief es anders. Doch wie hält man da etwa die Sponsoren bei Laune? "Da ist jede Menge Goodwill mit eingeflossen", gibt Manfred Fleckenstein, Vorstandssprecher von Viktoria Aschaffenburg, zu. "Aufgrund der Gespräche hat man gesagt: 'Okay, lasst es weiterlaufen. Wir sehen es als Unterstützung.' Viele sind ideell dabei." Auch wegen solcher Solidarität ist bis jetzt kein Klub pleite.