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Regionalliga-Start: Bei Türkgücü dreht sich alles ums Stadion | BR24

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Am Samstag startet die Regionalliga in die Restrunde. Dort steigt der Meister direkt in die 3. Fußball-Liga auf. Die besten Chancen hat Tabellenführer Türkgücü München. Ein Aufstieg würde aber Schwierigkeiten mit sich bringen.

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Regionalliga-Start: Bei Türkgücü dreht sich alles ums Stadion

Am Samstag startet die Regionalliga Bayern in die Restrunde. Dort steigt in diesem Jahr der Meister direkt in die 3. Fußball-Liga auf. Die besten Chancen hat Tabellenführer Türkgücü München. Ein Aufstieg würde aber Schwierigkeiten mit sich bringen.

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Die Winterpause in der Regionalliga Bayern ist lang. Drei Monate mussten die Teams warten, ehe sie am Samstagnachmittag wieder ins Geschehen eingreifen. Beim souveränen Tabellenführer Türkgücü München drehte sich in der Winterpause alles um eine Frage: Wo spielt der Klub im Aufstiegsfall?

Türkgücü hat dem Tabellenstand entsprechend mit dem neuen Geschäftsführer Max Kothny – mit 23 einer der jüngsten im deutschen Fußball - gerade die Lizenzunterlagen für die dritte Liga eingereicht. "Ohne das genau zu betiteln, haben wir das gleiche Stadion angegeben wie zwei andere Vereine auch", sagt Kothny, er spricht auf das Grünwalder Stadion an, das auch der TSV 1860 und der FC Bayern II in der dritten Liga nutzen. "Der DFB wird die Unterlagen jetzt prüfen und dann schauen wir, wie entschieden wird."

In dieser Regionalliga-Restrunde wird Türkgücü erstmals im Grünwalder Stadion spielen. In der 3. Liga würde es dort aber schnell zu eng werden. Deshalb hat man bei Türkgücü schon über einen Umzug nach Nordrhein-Westfalen nachgedacht, der DFB wird das aber nicht erlauben.

Bei der Generalprobe unterlag Türkgücü dem FC Ingolstadt

Erst einmal muss Türgkücü mit Trainer Rainer Maurer sowieso die sportlichen Hausaufgaben erledigen. Der Aufstieg ist noch lange nicht sicher – trotz acht Punkten Vorsprung auf Schweinfurt. "Acht Punkte sind kein beruhigendes Pflaster. Zwölf Spiele, acht Punkte, das ist sehr verführerisch", findet Maurer. "Aber in erster Linie verführerisch, weil der Mannschaft von allen Seiten eingeimpft wird, dass ja nichts mehr passiert und dass sie sich ja jetzt schlafen legen können."

Das tut das Team von Rainer Maurer natürlich nicht. Die lange Vorbereitung lief gut für Türkgücü, kaum Blessuren, keine Verletzungen, zwei Trainingslager. Lediglich die Generalprobe gegen den Drittligisten FC Ingolstadt ging am Montag 1:3 verloren.

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Max Kothny, Geschäftsführer bei Türkgücü München, stellt im Interview mit BR24 Sport klar, dass er den Klub auch langfristig in München sieht. Ein Ortswechsel für Heimspiele wäre nur bei Stadion-Engpässen ein Thema.

Ex-Erstligaprofi Sercan Sararer kickt jetzt für Türkgücü

Zwei Neuzugänge, unter anderem der ehemalige Erstligaprofi Sercan Sararer (ehemals VfB Stuttgart, SpVgg Greuther Fürth), sind nun dabei. Türkgücü will unbedingt bald als erster von Migranten gegründeter Verein in einer deutschen Profiliga spielen. "Ich denke, dass wir da ein sehr guter Botschafter sind, dass unser Image sehr positiv ist", sagt Maurer.

Der Coach ist von Deutschen in Barcelona und der Türkei angesprochen worden, "die interessiert daran sind, was aus dem Projekt wird". Bislang verliefen die Spiele mit Türkgücü-Beteiligung in der Regionalliga Bayern auch sehr friedlich.

Ob das aber so bleibt, ist nach den Rassismus-Vorfällen in den letzten Monaten und den Hopp-Anfeindungen nicht mehr ganz so sicher. "Man muss das Ganze schon kritisch betrachten. Durch die türkische Flagge auf unserem Logo rücken wir auch bei den Sicherheitsbehörden ins Visier – vor allem eben bei Anfeindungen. Dass bei uns dafür die Wahrscheinlichkeit potenziell höher ist als bei anderen Vereinen, ist klar", sagt Kothny.