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Rechte Szene hetzt gegen Drittligist Türkgücü | BR24

© picture-alliance/dpa

Jacke mit Schrift Türkgücü München

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    Rechte Szene hetzt gegen Drittligist Türkgücü

    Am Dienstagabend empfing der 1.FC Kaiserslautern in der 3. Liga Türkgücü München. Im Vorfeld dieser Partie hetzte eine rechtsextremistische Kleinstpartei gegen den Münchner Fußballklub - nicht zum ersten Mal.

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    • BR24 Sport

    Der Fußball-Drittligist Türkgücü München steht im Mittelpunkt einer bundesweiten Kampagne der rechtsextremistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg (III. Weg). Die Neonazis hetzen gegen den "reinen Ausländerverein" aus München - er sei "nicht willkommen". Das Vorrücken eines Vereins mit vermeintlich ausländischem Hintergrund in den Profifußball wird als Bedrohung und Überfremdung dargestellt, welche es zu bekämpfen gelte. Dazu verteilten die rechtsextremen Aktivisten vor dem Spiel des Münchner Vereins beim 1. FC Kaiserslautern Tausende Flugblätter an die Haushalte um das Fritz-Walter-Stadion und in der Innenstadt.

    Fremdenfeindliche Propaganda

    Türkgücü München ist der Nachfolgeverein des SV Türk Gücü München, der 1975 von türkischen Migranten gegründet worden war. Seit dem Einstieg des türkischen Unternehmers Hasan Kivran als Mäzen und Vorstand des Vereins ist der Verein in kurzer Zeit von der Landesliga bis in die 3. Liga aufgestiegen. Doch der Investor polarisiert die Fußballfans: Zu sehr scheint der Verein nur von dieser einen finanzkräftigen Person wirtschaftlich abhängig zu sein.

    Der III. Weg versucht in der Kampagne, fremden- und migrantenfeindliche Propaganda mit der weitverbreiteten Kritik an der Kommerzialisierung des Fußballs zu verbinden. Daher steht auch Kivran mit im Fokus.

    Im Oktober bereits Aufmarsch in Zwickau

    Die Flugblattaktion in Kaiserslautern ist nicht der erste Zwischenfall: Vermummte Anhänger der Neonazi-Partei marschierten bereits im vergangenen Oktober vor dem Spiel zwischen dem FSV Zwickau und Türkgücü vor dem Stadion. Damals hatte Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny dazu gesagt: "So etwas gehört weder ins Stadion, noch an sonst irgendeinen Ort in Deutschland – egal, ob gegen uns gerichtet oder sonst jemanden! Wir verurteilen so etwas extrem." Türkgücü gehe laut Kothny "gemeinschaftlich und im engen Austausch mit dem DFB und anderen Vereinen dagegen vor."

    1. FC Kaiserslautern distanziert sich ausdrücklich von Aktion

    Der 1. FC Kaiserslautern bezog schnell Stellung zu Aktion des III: Wegs: "Der 1. FC Kaiserslautern distanziert sich mit aller Deutlichkeit von dieser menschenverachtenden und rassistischen Haltung gegenüber unseren Gästen von Türkgücü München, die bei uns mit all ihren Spielern und Verantwortlichen sehr wohl und sehr herzlich willkommen sind. Denn schon im altehrwürdigen Betze-Lied heißt es: 'Jeder Club ist uns willkommen, jede Mannschaft gern gesehen'", hieß es in einer Mitteilung.

    "Die FCK-Familie steht für eine weltoffene Gesellschaft und distanziert sich ausdrücklich von nationalistischem Gedankengut." Rainer Keßler, Aufsichtsratsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern