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Rassismus-Vorfall am Bayern Campus: zweiter Trainer muss gehen | BR24

© picture-alliance/dpa

FC Bayern Campus

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    Rassismus-Vorfall am Bayern Campus: zweiter Trainer muss gehen

    Nach dem Rassismus-Vorfall an seinem Nachwuchsleistungszentrum zieht der FC Bayern weitere Konsequenzen. Ein weiterer Jugendtrainer muss nach Informationen des WDR-Hintergrundmagazins Sport Inside den Campus verlassen.

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    Nach dem Rassismus-Vorfall an seinem Nachwuchsleistungszentrum (NLZ), dem FC Bayern Campus, zieht der FC Bayern weitere Konsequenzen. "In unserem Klub dulden wir weder Intoleranz noch Diskriminierung. Dass jetzt an einer Stelle gegen unsere Grundsätze verstoßen wurde, schmerzt uns. Wir werden alles dafür tun, dass sich so etwas nicht wiederholt", teilte der Leiter der internen Ermittlungen Michael Gerlinger in einer Pressemitteilung des Vereins mit. Michael Gerlinger arbeitet im Verein als Direktor der Abteilung Recht und Personal.

    Nach Informationen des WDR Hintergrundmagazins Sport Inside wurde im Zuge der Rassismus Affäre inzwischen einem weiterem Jugendtrainer gekündigt. Der Trainer habe sich bereits am Donnerstagabend von Mitarbeitern verabschiedet, heißt es.

    Volksverhetzung in Sitzungen und Chats

    Dieser Trainer galt als rechte Hand jenes Trainers, gegen den die Staatsanwaltschaft München zur Zeit wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt.

    Von diesem Jugendtrainer hatte sich der Verein bereits am 13. August getrennt – Er hatte unter anderem in Sitzungen und in einem Chat von Trainern und Scouts Begriffe wie "Drecks-Türke", "Neger", "Kanake" verwendet.

    Der nunmehr entlassene Jugendtrainer soll ebenfalls durch verbale Attacken gegenüber Kollegen auffällig geworden sein. "Die beiden waren Teil eines Systems von unantastbarer Macht und Machtmissbrauch", so ein ehemaliger Bayern-Trainer gegenüber Sport Inside: "Es war sehr schlimm. Du hast jahrelang kein Spiel verloren – und dann stehen die beiden neben Deiner Trainerbank und lästern ab." Beide Trainer hätten ein "vergiftetes Klima der Angst" am Campus aufgebaut: "Das war wie eine eigene Sekte."

    Umfassende Untersuchungen des FCB

    Der Verein teilte mit, das seit 12. August laufende interne Ermittlungsverfahren sei nunmehr abgeschlossen. Man habe die Vorwürfe umfassend untersucht:

    "Im Ergebnis wurden für einen Teilbereich des NLZ Vorgänge ermittelt, die gegen arbeitsrechtliche Pflichten verstoßen haben, mit der Haltung des FC Bayern nicht übereinstimmen und zu Konsequenzen führen." Dieser Teilbereich sei die Altersklasse U9 bis U15, in der die beiden entlassenen Trainer maßgeblich tätig waren – einer auch in leitender Funktion. In diesen Jahrgängen werde es "strukturelle Veränderungen und einen personellen Neuanfang für die Jugendmannschaften geben". Nach Informationen von Sport Inside will sich der FC Bayern noch von einer dritten Person, einem weiteren Mitarbeiter im Nachwuchszentrum trennen.

    Der FC Bayern legt Wert auf die Feststellung , dass sich weitere öffentlich erhobene Vorwürfe "nicht bewahrheitet" hätten. Hierbei dürfte unter anderem das Ermittlungsverfahren bezüglich Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr gemeint sein, angebliche Geschäfte mit einem Spielerberater. Dieses Verfahren hat die Staatsanwaltschaft mittlerweile eingestellt – aus Mangel an Beweisen.

    Verantwortung auf mehrere Schultern

    Der Verein plant nun strukturelle Veränderungen in der Nachwuchsarbeit im Bereich von U9 bis U15. Man werde künftig "bei der Festlegung auf Zuständigkeiten bestimmter Funktionen die Verantwortung auf mehrere Personen übertragen. Die Bedeutung der Anlaufstellen für Probleme am NLZ wird neu positioniert; außerdem werden weitreichende, regelmäßige Schulungs- und Fortbildungsprogramme entwickelt und durchgeführt".

    Man will mit externen Experten zusammenarbeiten, außerdem zusätzliche hausinterne Stellen schaffen. Als Ansprechpartner für Eltern und Spieler möglicherweise eine Art Ombudsmann, der sich bereits präventiv um Themen wie Rassismus und Diskriminierung im Jugendbereich kümmern soll.

    Besseres Klima am Campus

    Sport Inside liegen derweil bereits erste Rückmeldungen von Campus-Mitarbeitern vor, wonach sich das Klima dort bereits deutlich verbessert habe: "Alle, die Handlanger waren, sind jetzt eingeschüchtert – auch die Mitläufer, die noch da sind."