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BFV-Präsident Koch zu Pokal-Chaos: "Fußball ist der Verlierer" | BR24

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Nach dem Eklat um die plötzliche Absage des DFB-Pokal-Spiels zwischen Schweinfurt und Schalke 04 sind die Fronten zunehmend verhärtet. BFV-Präsident Rainer Koch klärte bei Blickpunkt Sport über die Hintergründe der Klage von Türkgücü München auf.

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BFV-Präsident Koch zu Pokal-Chaos: "Fußball ist der Verlierer"

Nach dem Eklat um die plötzliche Absage des DFB-Pokal-Spiels zwischen Schweinfurt und Schalke 04 sind die Fronten zunehmend verhärtet. BFV-Präsident Rainer Koch klärte bei Blickpunkt Sport über die Hintergründe der Klage von Türkgücü München auf.

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"Sehr überrascht" war der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) Rainer Koch von der Gerichtsentscheidung, dass nun kurzfristig Türkgücü München statt dem 1. FC Schweinfurt 05 als bester bayerischer Amateurverein in den DFB-Pokal einziehen darf. Als "schwerwiegenden Eingriff in die Verbandsautonomie" stufte Sportjurist Jan Ort diesen Beschluss am Sonntag in einem Twitter-Post als rechtswidrig ein. Für Koch sei der entscheidende Punkt allerdings eine Vereinbarung mit dem Präsidenten von Türkgücü München, Hasan Kivran. Dieser habe Ende Juli in einem persönlichen Treffen die Rechtslage akzeptiert und darauf verzichtet, vor Gericht zu gehen. Ferner habe der Verband mit dem Verein eine Schiedsgerichtsvereinbarung abgeschlossen, die den Weg zum Zivilgericht ausschließt.

Bayerischer Fußball-Verband zwischen den Fronten

Diese wurde am Freitag beim Gang vor das Gericht laut Koch nicht vorgelegt. "Seit dem 8. Mai stand fest, dass wir mit dem Aufstieg so verfahren werden, auch wenn ein Drittel der Spiele noch nicht gespielt werden konnte. Jetzt wird eine massive Auseinandersetzung zwischen Türkgücü München und dem FC Schweinfurt auf dem Rücken des BFV ausgetragen", erklärte der BFV-Präsident im Interview mit Julia Scharf. Die Regelung, Türkgücü – bei der Saisonunterbrechung Tabellenführer – als Aufsteiger zur 3. Liga und damit Schweinfurt für den Pokal zu melden, sei die naheliegendste Lösung gewesen.

Im Konflikt "alle Dämme gebrochen"

Im Bewusstsein, dass diese Vereinbarungen rechtlich nicht bindend sind, zeigte sich Koch dennoch persönlich betroffen."Wegen der Streitereien mit dem FC Schweinfurt wollte Herr Kivran das jetzt wohl nicht mehr einhalten", analysierte Koch. Schweinfurt habe, anders als vom Türkgücü-Geschäftsführer und Initiator der Klage Max Kothny behauptet, bisher keine Klage gegen den Deutschen Fußball Bund eingelegt. Dennoch könne man die nächsten Schritte schwer einschätzen und man werde in diesem Streit "nicht so schnell zu einer Lösung kommen", prophezeite der BFV-Funktionär. Auch der FC Schalke 04 ist in Aufruhr. Die Partie gegen Schweinfurt war für den Bundesligisten elementarer Bestandteil der Vorbereitung, außerdem seien durch die kurzfristige Spielabsage nicht unerhebliche Kosten entstanden.

Provokation aus Schweinfurt

Dieser Vorfall schadet laut Koch dem Fußball als Ganzen, wenn Moral und Ehrlichkeit nicht mehr vorausgesetzt werden können. Zwar habe auch Schweinfurt den Aufstieg von Türkgücü München attackiert und den Verein damit provoziert, "dennoch haben sie sich bis zum Ende an die Vereinbarung gehalten und nicht geklagt", erklärte Koch. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es den Parteien gelingt, die Fronten vor dem Start der Dritten Liga am nächsten Wochenende zu klären.

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Der Traum vom großen Pokal-Spiel gegen Schalke 04 ist für Schweinfurt wohl ausgeträumt. Der DFB hat die Partie abgesetzt. Denn Türkgücü München hat beim Landgericht München I per Einstweiliger Verfügung seine Teilnahme an der ersten Runde erwirkt.