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Radsport: Warum Fahrer aus Kolumbien im Vorteil sind | BR24

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Im Vorjahr siegte Egan Bernal bei der Tour de France. Und auch in diesem Jahr ist mit Miguel Angel Lopez wieder ein Kolumbianer in der Spitzengruppe dabei. Warum die Südamerikaner so stark sind, ist jetzt wissenschaftlich belegt.

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Radsport: Warum Fahrer aus Kolumbien im Vorteil sind

Im Vorjahr siegte Egan Bernal bei der Tour de France. Und auch in diesem Jahr ist mit Miguel Angel Lopez wieder ein Kolumbianer in der Spitzengruppe mit dabei. Warum die Südamerikaner so stark sind, ist jetzt wissenschaftlich belegt.

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Forscher der Universität Bayreuth haben jetzt herausgefunden, dass die Sportler in Kolumbien mehr Blut haben. Weil sie in den Anden, in 2.600 Metern Höhe aufwachsen. In der Höhe gibt es weniger Sauerstoff. Der Körper reagiert darauf, und bildet mehr Hämoglobin, für den Sauerstofftransport im Blut.

"Wenn ein Sportler mit zehn oder 15 Prozent mehr Hämoglobin einen Wettkampf bestreitet, dann ist er eben auch um diese zehn, 15 Prozent besser", sagt Prof. Walter Schmidt von der sportmedizinischen Fakultät der Uni Bayreuth. "Und wenn diese Sportler, die in der Höhe aufgewachsen sind, dann nach unten in die Flachlandregionen kommen, dann können sie ihren Vorteil natürlich mitbringen."

Natürlicher Vorteil schon bei Kindern nachgewiesen

Im Rahmen einer bisher einmaligen Studie wurden fast 500 kolumbianische Kinder und Jugendliche untersucht. Das Ergebnis: Schon bei den Nachwuchssportlern wirkt sich das Aufwachsen in der Höhe auf das Blut und die Leistung aus. "Wir fanden viele, viele Kinder, mit einem sehr großen physiologischen Talent, aber das Problem ist das Geld“, sagt Prof. Erica Mancera von der Universität Nacional Bogotá.

Doping kommt manchmal noch dazu

Ein riesiges Potenzial also. Aber trotz des Vorteils griffen in der Vergangenheit einige kolumbianische Radsportler auch noch zu verbotenen Mitteln: "Kolumbien hat die zweitschlechteste Statistik, was das Doping mit Erythropoetin angeht. Nur Kenia ist noch schlechter“, sagt Schmidt.

Viele kolumbianische Radprofis wurden schon überführt. Bei Egan Bernal und den Fahrern, die bei der Tour de France zuletzt für die größten Erfolge gesorgt haben, gibt es bisher keine Hinweise auf Doping.