BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Marijan Murat

Trotz der positiven Coronatests von Thomas Müller und Benjamin Pavard dürfen die Fußballer des FC Bayern München zum Bundesligaspiel antreten. Bei anderen Sportarten sieht das anders aus, da müssen in solchen Fällen ganze Teams in Quarantäne.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Quarantäne-Unterschied: Fußballer und andere Sportler

Trotz der positiven Coronatests von Thomas Müller und Benjamin Pavard dürfen die Fußballer des FC Bayern München zum Bundesligaspiel antreten. Bei anderen Sportarten sieht das anders aus, da müssen in solchen Fällen ganze Teams in Quarantäne.

1
Per Mail sharen
Von
  • BR24 Sport

Da wird mit zweierlei Maß gemessen, sagen die Bosse der Basketball- und der Handball-Bundesliga, mit denen unsere Reporterin Anne van Eickels gesprochen hat. Der BBL-Chef Stefan Holz stellt demnach klar: "Es gibt keine Gleichbehandlung". Und er wünscht sich, "dass bei allen Mannschaftssportarten die gleichen Maßstäbe angesetzt werden". Dabei verweist er auf das fast identische Hygienekonzept, das die Basketball- und die Handball-Ligen von der Deutschen Fußball Liga (DFL) übernommen haben. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann stimmt Holz zu. Beide sagen aber auch, dass sie auf keinen Fall fordern, dass die Bayern wegen der Corona-Fälle gesperrt werden sollen.

Kein Spielausfall trotz 67 Coronafällen in der Fußball-Bundesliga

In der ersten Fußball-Bundesliga gab es bisher 67 Coronafälle, aber alle Spiele haben stattgefunden. Erst ein einziges Mal gab es eine freiwillige Mannschaftsquarantäne – im vergangenen November in Hoffenheim.

Acht HBL-Absagen

Beim Handball sieht das definitiv anders aus. Da sind bisher acht Spiele der HBL abgesagt worden. Dazu gibt es ein aktuelles Beispiel für eine komplette Team-Quarantäne. Die Handballer vom THW Kiel waren jetzt 14 Tage in Isolation und konnten nur im Wohnzimmer trainieren. Dabei gab es dort nur einen Coronafall in der ganzen Mannschaft. Selbst negative Tests – inklusive dem Umfeld – hatten nicht gereicht, um aus der Quarantäne heraus zu kommen. Deshalb klagt HBL-Chef Bohmann: "Da geht die Corona-Verordnung und Schleswig-Holstein ganz klar am Leben der Berufssportler vorbei."

Ob der Fußball eine Sonderrolle hat, lässt sich aber angesichts der unterschiedlichen Verordnungen nicht ganz einfach objektiv ermitteln. Doch bei einem Beispiel aus Wolfsburg lässt sich das gut vergleichen.

Nach Coronafällen: Grizzlys in Quarantäne, VfL spielt weiter

Da gibt es die Eishockeyprofis der Grizzlys und die Fußballprofis vom VfL. Bei beiden gab es Corona-Fälle. Die Puckjäger mussten Anfang Februar nach zwei Coronafällen in Quarantäne, ihre Spiele wurden abgesagt. Der Fußballverein hingegen hatte neun Fälle und durfte weiterspielen. Zuständig ist in beiden Fällen das selbe Gesundheitsamt. Die Begründung lautete: "Die Aerosole halten sich in der kalten Luft in der Eishockeyhalle länger, als draußen im Stadion und die Fußballer könnten beispielsweise in der Kabine mehr Abstand halten." Klingt an und für sich verständlich. Aber eine Ungleichbehandlung bleibt es trotzdem.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!