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EM-Quali: Ärger um Gruß-Aktion und rassistische Pöbeleien | BR24

© Picture alliance/dpa

Militärischer Gruß türkischer Nationalspieler in der Partie gegen Frankreich

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EM-Quali: Ärger um Gruß-Aktion und rassistische Pöbeleien

Erneut sorgt in der EM-Qualifikation ein Torjubel der Nationalmannschaft der Türkei mit einem militärischen Gruß für großen Ärger. In Sofia gab es rassistische Pöbeleien. Dabei sind politische Äußerungen laut UEFA-Regularien eindeutig verboten.

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Bei der Partie zwischen Frankreich und der Türkei (1:1) hatte ein Teil der türkischen Mannschaft das Tor des Düsseldorfers Kaan Ayhan erneut mit einem militärischen Gruß bejubelt. Die Geste, die bereits nach dem Spiel der Türken gegen Albanien in der Vorwoche für Aufsehen gesorgt hatte, soll Bezug auf die Offensive türkischer Streitkräfte in Nordsyrien nehmen. Deshalb hatte auch eine Sympathiebekundung mit nachheriger Korrektur von Ilkay Gündogan und Emre Can in den sozialen Netzwerken für Unmut gesorgt.

Rassistische Rufe und Hitlergruß in Bulgarien

In Sofia stand die Partie der Bulgaren gegen England (0:6) zweimal (28., 43.) kurz vor dem Abbruch, weil einige bulgarische Zuschauer durch rassistische Rufe negativ auffielen und der Stadionsprecher die eigenen Anhänger mehrmals zur Mäßigung auffordern musste. Der kroatische Schiedsrichter Ivan Bebek hatte zuvor ein klares Signal gegeben. Zudem waren auf Bildern Zuschauer zu sehen, die den Hitlergruß zeigten.

© picture-alliance/dpa

Bulgarische Fans beim Spiel gegen England

UEFA prüft Vorfälle, Rechtspflegeverordnung sieht Strafen vor

Bezüglich der Gruß-Aktionen gab die Europäische Fußball-Union (UEFA) jetzt bekannt, "erst die offiziellen Spielberichte zu analysieren und dann über etwaige Maßnahmen entscheiden" zu wollen. Bezüglich der Vorfälle in Sofia muss sie das nicht. Schließlich nimmt die Rechtspflegeordnung des Verbandes zu "Rassismus und anderem diskriminierenden Verhalten" im Artikel 14 eindeutig Stellung: "Machen sich ein oder mehrere Anhänger eines Mitgliedsverbands oder Vereins eines Fehlverhaltens nach Absatz 1 dieser Bestimmung schuldig, so wird der verantwortliche Mitgliedsverband bzw. Verein mindestens mit einer Teilschließung des Stadions belegt". Wiederholungsfälle werden "mit einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit sowie eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro bestraft". Eine Ausweitung der Sanktionen ist ebenfalls möglich.

Egal, was im Stadion und auf dem Platz passiert, berücksichtigt Artikel 14 der UEFA-Verordnung generell Vorfälle, bei denen "eine Person oder eine Gruppe von Personen in jeglicher Form unter anderem wegen ihrer Hautfarbe, Rasse, Religion, ethnischen Abstammung, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstoßenden Weise herabgesetzt oder diskriminiert" wird.

© BR/Kilian Medele

Der Torjubel vom niederbayerischen Fußballklub Türkspor Mainburg schlägt hohe Wellen. Der Bayerische Fußball-Verband reagiert auf die Nachahmer des türkischen Militärgrußes.