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Pussy Riot - was wurde aus den Flitzern des WM-Finales? | BR24

© picture-alliance/dpa

Video: Pussy Riot stürmen das WM-Finale und fordern mehr Meinungsfreiheit in Russland. Die Bilanz des Protestversuchs fällt ernüchternd aus.

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Pussy Riot - was wurde aus den Flitzern des WM-Finales?

Es war der Aufreger der Fußball-WM: Im Finale stürmten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot das Spielfeld, um auf fehlende Meinungsfreiheit und politische Inhaftierungen aufmerksam zu machen. Gebracht hat der Protestversuch nichts.

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"Wir haben befürchtet, dass nach der WM alles wieder so sein wird wie früher. Und so ist es", sagt Olga Pachtussowa, eine der Aktivistinnen, knapp zwei Monate nach der Fußball-WM. Die Flitzereinlage im WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien am 15. Juli - ein Pussy-Riot-Quartett war in Polizeiuniformen aufs Spielfeld gestürmt - hat weniger gebracht, also von der Band erhofft.

Auf fehlende Meinungsfreiheit, politische Gefangene und mehr wollte die 2011 gegründete regierungskritische Band hinweisen. Eingebracht hat es den vier beteiligten Mitgliedern Weronika Nikulschina, Olga Kuratschewa, Olga Pachtussowa und Pjotr Wersilow je 15 Tagen Gefängnis und eine Geldstrafe von 1.500 Rubel (rund 20 Euro) für das Tragen der Polizeiuniformen.

Die WM mit Ausgaben von offiziell 11,7 Milliarden Euro war die teuerste aller Zeiten. Doch die wenigsten Russen profitieren davon. Es ist eher umgekehrt: Die vermeintlichen Sozialreformen, die der Kreml im Schatten der WM durchgeführt hat, bedeuten für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die härtesten sozialen Einschnitte seit den 90er-Jahren.

Kremlkritiker: "WM als Feigenblatt"

Und auch in Sachen Meinungsfreiheit hat die WM nur für wenige Wochen die russische Realität überdeckt, sagen Kreml-Kritiker. "Putin hat die WM als Feigenblatt benutzt, um die so genannten Reformen zu verdecken", sagt der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin. Nach der WM werde auch öffentliche Meinungsäußerung wieder stärker unterdrückt, es gebe wieder mehr politische Gefangene.

"Für die FIFA ist viel vorteilhafter, Meisterschaften in totalitären Ländern durchzuführen, weil es viel einfacher ist, sich mit diesen Machthabern zu verständigen", sagt Mitflitzerin Olga Kuratschewa: "Dabei müssen solche Veranstaltungen doch auch ein Ort für Kritik sein." Richtig viel gebracht hat die als politische Statement gedachte Störung des WM-Finales also nicht.