Bildrechte: Spieler des EHC München jubeln

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Playoffs: EHC München und Nürnberg Ice Tigers optimistisch

Der EHC München gibt sich vor dem ersten Playoff-Duell gegen Adler Mannheim selbstbewusst. Die Nürnberg Ice Tigers gehen als Underdog in die Halbfinal-Partien gegen die Eisbären Berlin.

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32 Tage nach dem gemeinsamen Erfolg kämpfen 19 Silbermedaillengewinner von Pyeongchang im Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gegeneinander - gleich 13 von ihnen im Duell des Titelverteidigers EHC München gegen Adler Mannheim. "Natürlich hat Olympia noch einmal enger zusammengeschweißt. Es war eine unglaublich intensive Zeit", sagt Münchens Stürmer Frank Mauer, "aber jetzt spielen wir für die Vereine, das ist das Tagesgeschäft. Da spielt man auf dem Eis hart, aber danach gibt man sich die Hand."

"In den Playoffs kennt man keine Freunde mehr." Dominik Kahun, EHC München

München in der Favoritenrolle

Friedlich dürfte es also eher nicht werden, wenn die Teams, die vor der Saison als Titelkandidaten Nummer eins gehandelt wurden, aufeinandertreffen. Denn alle haben nur ein Ziel: den DEL-Meisterpokal. Die Favoritenrolle hat im Halbfinale der Titelverteidiger inne. München stellte mit sieben Spielern nicht nur das größte Kontingent in Pyeongchang, sondern bietet mit dem höchsten Etat der Liga (12,5 Millionen Euro) auch sonst Exquisites auf und neben dem Eis.

Topscorer Keith Aucoin wurde gerade erst als Spieler des Jahres ausgezeichnet, Ex-Nationalspieler Michael Wolf ist mit 37 Jahren nach seinen drei Treffern im Viertelfinale gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven wieder DEL-Rekordtorschütze vor dem Nürnberger Patrick Reimer. Und an der Bande steht der erfolgreichste Trainer der DEL-Geschichte: Don Jackson strebt seinen achten Titel an. Mannheim hingegen kam erst spät in die Playoffs, nachdem Bill Stewart den bis dahin verletzungsgeplagten Adlern wieder Flügel verlieh. Beim Gegner Mannheim stehen sechs Olympia-Helden auf dem Eis, darunter Kapitän Marcel Goc.

"München muss man sowieso in den Playoffs schlagen, wenn man Meister werden will." Matthias Plachta, Adler Mannheim

Nürnberg Ice Tigers wollen nach elf Jahren wieder ins Finale

Im Finale könnte es zu einem Bayern-Franken-Derby kommen. Nach elf Jahren wollen die Nürnberg Ice Tigers wieder in die Endrunde. "Wir haben in den letzten Jahren gutes Eishockey gespielt, aber keiner ist so richtig zufrieden aus der Saison gegangen", sagte Torjäger Reimer, der mit den Franken in den vergangenen beiden Spielzeit im Halbfinale gescheitert war. "Wir wollen den nächsten Schritt gehen." Um sich gegen den Hauptrundenzweiten Eisbären Berlin durchzusetzen, brauchen die Nürnberger auch wieder Reimers Tore.

Seit seinem Siegtreffer in der Verlängerung im Olympia-Viertelfinale gegen Weltmeister Schweden hat der 35-Jährige den Puck nicht mehr über die Linie gebracht. Seine DEL-Ausbeute steht seit dem 2. Februar bei 318, Wolf ist auf 320 vorbeigezogen. Für Reimer sprangen nach der Rückkehr aus Südkorea zwei andere Silbermedaillengewinner in die Bresche: Leonhard Pföderl (7) und Yasin Ehliz (4) trafen zusammen elfmal für die Ice Tigers. Auch dank ihrer Tore schalteten die Nürnberger im Viertelfinale die Kölner Haie aus.

"Ich sage schon seit zwei Jahren, dass wir hoffentlich ins Finale gegen München kommen. Es wäre mein Traumfinale." Yasin Ehliz, Nürnberg Ice Tigers