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Paukenschlag im DFB-Pokal: Schweinfurt darf nicht spielen | BR24

© picture-alliance/dpa

Aaron Manu ,1.FC Schweinfurt 05, mit Teamkollegen

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Paukenschlag im DFB-Pokal: Schweinfurt darf nicht spielen

Der Traum vom großen Pokal-Spiel gegen Schalke 04 ist für Schweinfurt wohl ausgeträumt. Der DFB hat die Partie abgesetzt. Denn Türkgücü München hat beim Landgericht München I per Einstweiliger Verfügung seine Teilnahme an der ersten Runde erwirkt.

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Riesen Wirbel kurz vor Beginn der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal. Eigentlich schien alles geklärt zu sein: Schalke sollte im Pokal gegen das beste Amateurteam aus Bayern antreten. Das wäre nach Ansicht des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) der 1. FC Schweinfurt 05 als derzeit Erster der Regionalliga. Aber nur, weil Türkgücü – bei der Saisonunterbrechung Tabellenführer – vom BFV als Aufsteiger zur 3. Liga gemeldet wurde. Türkgücü wurde daraufhin aus der Wertung der Regionalliga gestrichen und Schweinfurt für den Pokal gemeldet.

BFV muss Meldung von Schweinfurt revidieren

Türkgücü München wollte diese Entscheidung so nicht hinnehmen und wandte sich nach eigenen Angaben per Einstweiliger Verfügung an das Landgericht München I. Und das hat nun in einem vorläufigen Beschluss entschieden: Der BFV muss die Meldung von Schweinfurt widerrufen und Türkgücü zum DFB Pokal melden. Der DFB muss diese Maßnahmen zulassen.

Türkgücüs Geschäftsführer Max Kothny äußerte sich zum Beschluss wie folgt: "Wir sind zufrieden, dass wir dieses Ergebnis vor dem Landgericht München erzielen konnten, denn seit Jahren ist es gelebte Praxis der Bayerischen Fußballverbandes, die beste bayerische Amateurmannschaft am DFB Pokal teilnehmen zu lassen. Die kurzfristige Satzungsänderung des BFV die Schweinfurt 05 zum DFB Pokal zugelassen hätte, zeigt, dass die ursprüngliche und stets von Türkgücü München verteidigte Position rechtmäßig ist. Unsere Teilnahme an der 3. Liga war von Anfang an auch mit der geplanten Teilnahme am DFB Pokal verbunden."

"Das Urteil ist noch ganz frisch. Wir warten jetzt auf weitere Informationen seitens des DFB." Max Kothny

DFB setzt Spiel Schalke - Schweinfurt zunächst ab

Mittlerweile hat die Spielleitung für den DFB-Pokal das für Sonntag, 13. September 2020, geplante Spiel zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem FC Schalke 04 auf Antrag des BFV abgesetzt. Über die Neuansetzung der Partie will der Deutsche Fußball Bund (DFB) entscheiden, sobald die juristische Klärung herbeigeführt ist.

"Der BFV widersetzt sich nicht der aktuellen Verfügungslage und war schließlich dazu gezwungen, den DFB zu bitten, bis zur noch ausstehenden gerichtlichen Entscheidung in der Rechtssache die für Sonntag, 13. September 2020, angesetzte Partie des FC Schweinfurt 05 beim FC Schalke 04 vorerst abzusetzen", teilte Reinhold Baier, für Rechtsfragen zuständiger Vize-Präsident beim BFV, in einer Presseerklärung mit.

"Die Überlegungen und Verantwortungen, die sich der BFV seit Monaten fortwährend macht, um allen Vereinen in der Covid-19-Krise gerecht zu werden, wurden vom Gericht nicht verstanden." Reinhold Baier

Schalke findet Entwicklung "sehr ärgerlich"

Für Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider ist diese Entwicklung "sehr ärgerlich." Die Königsblauen würden die Entscheidung der Richter zwar akzeptieren. "Letztendlich kann man jedoch nur den Kopf über die Vorgehensweise des Bayerischen Fußballverbandes schütteln, der über Wochen und Monate hinweg offensichtlich nicht in der Lage war, den rechtmäßigen Vertreter am DFB-Pokal zu bestimmen", kritisierte Schneider.

Schweinfurt zeigt sich überrascht

Von der Nachricht über das Gerichtsurteil sei man auch überrascht worden, Jessica Oldenburger, Sprecherin der Schweinfurter. "Zum weiteren Vorgehen wird sich der 1. FC Schweinfurt 1905 äußern, sobald der DFB eine rechtskräftige Entscheidung bekanntgibt", teilte der Verein am Abend nach Bekanntgabe der Verlegung mit.

© BR

Türkgücü München oder der 1. FC Schweinfurt - wer darf in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Schalke 04 antreten? Vor Gericht hat Türkgücü Recht bekommen, der Bayerische Fußball-Verband will nun ebenfalls rechtliche Schritte einleiten.

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