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Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber beendet ihre Karriere | BR24

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Siebenmal gewann Anna Schaffelhuber Gold bei den Paralympics, sie war die bestimmende Monoskibobfahrerin der vergangenen Jahre. Nun beendet sie ihre Karriere.

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Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber beendet ihre Karriere

Siebenmal gewann Anna Schaffelhuber Gold bei den Paralympics, die gebürtige Regensburgerin war die bestimmende Monoskibob-Fahrerin der vergangenen Jahre. Nun hört sie auf - das erklärte sie BR24 Sport exklusiv. Im Gespräch zieht sie außerdem Bilanz.

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Anna Schaffelhuber ist eine der erfolgreichsten Sportlerinnen überhaupt. Die Skifahrerin holte sich in den vergangenen Jahren beachtliche Medaillensätze - elf WM-Titel gewann sie, dazu sieben Paralympics-Goldmedaillen. Doch irgendwann ist auch für die Besten Schluss, in dem Fall schon vergleichsweise früh: Die 26-jährige Monoskifahrerin vom TSV Bayerbach beendet kurz vor dem Start der neuen Weltcup-Saison ihre Karriere.

"Schwer war die Entscheidung nicht. Es war ein Gefühl. Und dieses Gefühl hat sich für mich richtig angefühlt", sagte sie BR24 Sport exklusiv. "Ich habe diese Entscheidung ein wenig mit mir mitgetragen vor allem im letzten Jahr. Aber es fühlt sich richtig an."

"Keine Entscheidung gegen den Sport." Anna Schaffelhuber

Es sei "keine Entscheidung gegen den Sport, sondern eine, für meine Zukunft, vielleicht auch für eine etwas privatere Zukunft mit etwas anderen Aufgaben." Schaffelhuber hatte sich im Sommer, in dem sie bewusst weniger trainiert hatte, Zeit genommen, um zu überlegen, ob sie weitermachen will.

"Mir ist bewusst, dass ein Rücktritt mit 26 Jahren früh erscheint. Dennoch fühlt es sich mit sieben paralympischen Goldmedaillen, elf WM-Titeln, sechs Gesamtweltcup-Siegen und 67 Einzelweltcup-Siegen 'komplett' an und ich freue mich auf neue Herausforderungen."

Kritik an der Förderung im Behindertensport

Die Zeit des Überlegens im Sommer hat sie genutzt. Und dabei hat sie auch etwas über ihren Sport reflektiert. "Es muss sich definitiv in der Förderung noch sehr, sehr viel ändern", sagt sie. "Es müssen einfach deutlich mehr Strukturen geschaffen werden im Behindertensport. Man muss in den Nachwuchs einfach investieren." Das passiere aber gerade nicht, daher sei die Zukunft wohl nicht allzu rosig, lässt Schaffelhuber im Interview durchblicken.

Die Wintersportlerin könnte sich daher vorstellen, dass sie künftig als Coach oder auch als Tippgeberin für den Verband oder die Politik arbeitet. Sie will nicht nur kritisieren, sondern auch Verbesserungen angehen: "Da könnte ich, glaube ich, gute Rückmeldungen geben. Aber am Ende des Tages will ich auch gehört werden."

Schaffelhuber hat Lust auf neue Sportarten

Seit September ist sie im Referendariat an der Anton-Heilingbrunner-Realschule in Wasserburg. Sie wird Lehrerin, nachdem sie neben der Karriere ihr Studium fertiggemacht hat. Ganz ruhig war es also auch im Sommer nicht, in dem sie auch noch geheiratet und im Anna-Schaffelhuber-Camp am Chiemsee Jugendliche mit und ohne Handicap zusammengebracht hat. Die Teilnehmer sollten voneinander lernen und gleichzeitig die Möglichkeit haben, gemeinsam Sport zu machen.

Zukünftig will sie sich auch mehr um ihr Camp kümmern, das im kommenden Jahr dreimal stattfinden wird. Ihren ersten freien Skitag will Anna Schaffelhuber bei Sonnenschein erleben. Danach will sie noch viele weitere Sportarten ausprobieren, wie Tennis oder Langlaufen im Schlitten.

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Anna Schaffelhuber ist ein echter Star über den Behindertensport hinaus. Nun hat die Monoskifahrerin ihre Karriere beendet. Mit 26.