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Para-Cycling: Das Super-Tandem mit Knautsch-Zone | BR24

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Zu zweit sind sie ein super Team auf dem Radtandem: Der fast blinde Tim Kleinwächter aus Bad Windsheim und sein Pilot Peter Renner aus Nürnberg fahren im deutschen Nationalteam Para-Cycling. Denn Sport verbindet Menschen.

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Para-Cycling: Das Super-Tandem mit Knautsch-Zone

Zu zweit sind sie ein super Team auf dem Radtandem: Der fast blinde Tim Kleinwächter aus Bad Windsheim und sein Pilot Peter Renner aus Nürnberg fahren im deutschen Nationalteam Para-Cycling. Denn Sport verbindet Menschen.

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In ihren blauen Rennanzügen und windschnittigen weißen Radhelmen sehen sie fast aus wie Zwillinge: Beide durchtrainiert, beide kurze Haare, beide fröhlich. Der 33-jährige Assistenzarzt Peter Renner vorne am Lenker und hinten der 31-jährige Tim Kleinwächter mit starker Sehbehinderung.

Als Jugendlicher hatte Kleinwächter einem schweren Radunfall, der seinen Sehnerv irreparabel schädigte. Seitdem fährt er Radtandem mit Begleiter, den er schmunzelnd als seine "Knautschzone" bezeichnet.

Seit 2016 ein Team

Kennengelernt haben sich die beiden 2016 beim Langstreckentriathlon Challenge in Roth. Tim Kleinwächter aus Bad Windsheim und Peter Renner aus Nürnberg verbindet die Freude am Sport, genauer gesagt am Rennradfahren, und das ehrgeizige Ziel, zu siegen.

Ob mit sogenannter Behinderung oder nicht. Auf dem Tandem legen sie beispielsweise die 180 Kilometer Radstrecke im Landkreis Roth in vier Stunden und sieben Minuten zurück. Sie fahren gemeinsam also fast einen 45er-Schnitt.

Alltag statt Asien

Für die deutsche Nationalmannschaft wären Tim Kleinwächter und Peter Renner eigentlich bei den Paralympischen Spielen 2020 in Tokio gestartet. Dafür hatte Renner vorab seine Arbeitszeit reduziert, doch dann kam alles ganz anders. Die Paralympics wurden wegen der Corona-Pandemie verschoben und Renner wurde im Nürnberger Klinikum gebraucht, wo er als Assistenzarzt in der Klinik für Kardiologie arbeitet.

500 Kilometer pro Woche

Für jemanden wie Renner, der kein Profi-Sportler ist, sondern noch einen Beruf und ein Privatleben hat, sind die Trainingsumfänge groß. Rund 500 Kilometer trainiert er pro Woche auf dem Rad. "Doch wenn man international mitfahren will, dann geht der Para-Sport weit über den Hobby- und Freizeitbereich hinaus“, sagt Renner.

Kontakt zum Behindertensport hat er erst durch Tim Kleinwächter und die Nationalmannschaft bekommen. Dort habe er viele interessante Menschen und deren Geschichten kennengelernt, erzählt er, deshalb wolle er sich für den Para-Sport einsetzen und zeigen, was man mit oder gerade trotz einer Behinderung leisten kann.

Para-Triathlon-Staffel ruft zu Spenden auf

Da coronabedingt 2020 die meisten Wettkämpfe ausgefallen sind, hat Renner selber eine Triathlon-Staffel in Roth organisiert und damit Spenden gesammelt: Für die Stiftung "Deutschland schwimmt", die Kindern mit und ohne Handicap das Schwimmen beibringt. Für die Initiative "Fürth drückt", bei der ehrenamtliches Fachpersonal den Reanimationsunterricht in Schulen unterstützt sowie für seinen Heimatverein "HERRMANN Radteam". Geld kann über die gemeinnützige Spendenplattform betterplace.org gespendet werden.

Sport verbindet Menschen

Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert Inklusion, also die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist aber noch lange kein Alltag. Sport kann einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert. Denn Sport verbindet Menschen - mit und ohne Handicap.

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Triathlon Staffel in Roth