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Amateurfußball-Spiel, Regionalliga: SV Spielberg - FC Astoria Walldorf

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    Opposition fordert: Im Freien mehr Zuschauer beim Amateursport

    Die Opposition im Bayerischen Landtag fordert von der Staatsregierung, die Regeln für den Besuch von Amateursport-Veranstaltungen zu lockern. Die entsprechenden Anträge wurden aber abgelehnt. Der Bayerische Fußball-Verband ist darüber enttäuscht.

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    Von
    • BR24 Sport
    • Maximilian Heim

    Seit 7. Juni gelten in Bayern gelockerte Corona-Beschränkungen, die vor allem Amateur- und Breitensportlern enorm zugute kommen. Unter anderem ist seitdem wieder Gruppentraining in Mannschaftssportarten möglich.

    Aber während beispielsweise bei der aktuell laufenden Fußball-EM 14.500 Fans in der Münchner Arena zugelassen sind und 1.300 Anhänger das Basketball-Bundesliga-Finale zwischen den Korbjägern vom FC Bayern München und Alba Berlin verfolgen durften, ist die Anzahl der Zuschauer bei Amateursport-Veranstaltungen immer noch stark dezimiert. Nicht nachvollziehbar, meint die Opposition im Bayerischen Landtag.

    Auflagen ein "bürokratisches Monster"

    Die Begrenzung auf maximal 500 Zuschauer im Freien muss weg, denn in Sporthallen seien bei deutlich höherem Corona-Infektionsrisiko längst 1.000 Besucher erlaubt, betonte der FDP-Abgeordnete Alexander Muthmann während der Plenarsitzung am Mittwoch. Auch warum derzeit keine Besucher am Spielfeldrand stehen dürfen, sondern nur fest zugewiesene Sitzplätze erlaubt sind, ist für den 65-Jährigen unklar. Er nannte die aktuellen Auflagen ein "bürokratisches Monster".

    Deshalb forderte die Opposition von der Staatsregierung, die Regeln für den Besuch von Amateursport-Veranstaltungen zu lockern: Mit ihren "absurden Vorgaben" mache die Staatsregierung Millionen Amateursportlern und Ehrenamtlichen völlig sinnlos das Leben schwer, Abstandsgebot und Kontaktdaten würden ausreichen.

    "Rahmenkonzept Sport" soll überarbeitet werden

    Auch die SPD im Landtag drängte darauf, das sogenannte "Rahmenkonzept Sport" sofort zu überarbeiten – ebenso wie AfD und Grüne.

    Obwohl die entsprechenden Anträge keine Mehrheit gefunden haben, dürfte sich bei den Zuschauer-Regeln im Amateursport bald etwas ändern. Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium, stellte in seiner Antwort eine Einigung mit den Sportverbänden in Aussicht – und zwar schon in den nächsten Tagen.

    Der Abgeordnete Joachim Hanisch von den Freien Wählern schloss sich an und betonte: Problem erkannt, Lösung in Arbeit.

    BFV-Präsident Koch: "Frust enorm"

    Der Bayerische Fußball-Verband (BFV), der bereits vergangen Freitag Verbesserungen gefordert hatte, zeigte sich enttäuscht: "Der Frust bei den Vereinen ist enorm – und er wird mit jedem Tag weiter wachsen, an dem diese unsinnige, weil nicht mehr erklärbare Regelung Gültigkeit besitzt", sagte BFV-Chef Rainer Koch in einer Mitteilung. Er hoffe auf ein Einlenken der Politik. Im Landtag habe es geheißen, dass das für den Sport zuständige Innenministerium "in den nächsten Tagen eine praxistaugliche Regelung finden wird und wir zu Lösungen kommen werden".

    Koch hatte in dieser Woche am Rande des EM-Spiels der deutschen Auswahl gegen Frankreich in München schon mit Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsminister Klaus Holetschek (alle CSU) über das Thema gesprochen und war guter Dinge. "Dass unsere Vereine aber mit dieser Entscheidung des Landtags weiter vertröstet werden, ist alles andere als schön", monierte er.

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